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Der israelitische Lehrer · 1868-01-09 · 50 (9.1.1868) · p. Seite 300

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
50 (9.1.1868)
Date
1868-01-09
Page
Seite 300 (sequence 4)
Language
German
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300 I selbstständige hxbräische Arbeiten in Prosa werben angefertigt. (!) '' 4. Lern- Nnd Lehrmittel wie früher. -_. j (Schluß. folgt.)_ Wtochenb<richt. Alzey [$u unserer Zeit, wo die Aufmerksamkeit Aller, insondcrs auch die derIuden wegen Aufhebung des PerbannungS - Dekrets von 1492, auf Spanien gerichtet ist, , dürfte eö von Interesse sein, Etwas aus des späteren Geschichte der Inquisition dieses Landes zu erfahren, durch deren Betreiben bekanntlich jenes Verbannungs-Dekret veranlagt worden ist. Obgleich, hie Inquisition bereits einen bedeutenden Theil ihrets Vorzugs in den Augen der Negierung eingebüß^hatte, weil sie in Folge der Auswanderung undfLerarmung für die Güter-ConfiScation nicht mehr, einträglich genug war, berichtet dennoch der Sccretär' und Biograpb des Großinquisitors Diego de Arce Revnoso (1643—1065) noch von 16 Autos da fe und 300 Autillos(kleinere Autos) mit 13000 Verurtheillen,. ^worunter allein 12000 zum Fcuerkode verurtheilten. utzd wirklich verbrannten jüdischen fneuchristlichen) Fämilicn. Bei dem großen Auto in Madrid im )Hrbre. ,168t> handelte es sich um 119 Derurtheilte, von denen 19 persönlich und 34 im Bilde verbrannt wurden. Unter der Negierung Philipp V. (1700t 174(h, denen Sprosse jetzt in der Sabella verjagt würde, * fanden mickt weniger als 2Au.ee üatr mit' IZOM Vcrurtbcilten. unter denen Wittwcn von jOLrund Mädchen von 13 Jahren den ScbeilerbaufeN besteigen mußten. Erst unter Ferdinand VI. und Karllll. fing die Zahl der Omer an, geringer zu werden. Aus u»tcrfranken, den 27. Nov. Soeben erhalte ich Nr. 46 Ihrer geschätzten Zeitung und finde zumeinem Bedauern einen erheblichen Druckfehler in der Auszählung der Israel. Elementarschulen in den einzelnen Kreisen des'Königreichs Bauern, wonach der Regierungsbezirk von-Oberpfqlz und Negensburg keine isr" Elementartschule häne-. Ich ersuche Sie um Aufnahme der Berichtigung, daß nur die beiden. Kceise Ober- und Nii verbauern keine solche besitzen, im Keeiie von Obervfalz und ' Negensburg .hingegen sich deren 5 vorfinden. Ohi'r in dieser Auszählung entziffert sich die Gesammtz)hl.von 121-. Auch- Weüp'halen, reu 20. Nov. Dem preuß. Hause Ider Abgeordneten sind' mehrere Vorlagen, das Schulwesen - betreffend, von der Negierung zugcgangen. Wern nun auch kiese Vorlagen, wie öffentliche Blätter berichten, wegen des Geistes,' aus dem sie hervcrgegqngen und wegen ihres Inhalts wenig Aussicht babcsi, die Zustimmung der gesetzgebenden Faktoren zu erhalten, so halten, wir «S doch für nothwendig, daß die sämmtlichen jüv. Lehrer Preußen» — nicht einzelne, wie dieses im vorigen Jahre trotz wiederholter Mahnung geschehen ist — und die Gemeinden ihr Recht in dieser Beziehung durch Petitionen beim Abgeordneteuhause wahren. Auch sind wir der Meinung, daß die Petition Blümenau'S und Genossen wieder einzureichen sei (?), denn wir müssen unsre Forderungen so lange zu wiederholen nicht müde werden, bis uns unser volles Recht geworden. Keiner verlaffe sich auf den andern, damit er sich nicht später seilte Saumseligkeit als eine schwere Versündigung gegcndie Gesammtheit anzurechncn habe. Also Hand ans Werk! Thue Jeher seine Pflicht, da das Eisen geschmiedet werden muß, so lange es w arm iß. Vom Rhein, den 18. Nov. Oktober c. ist der 24. Bericht über das Seminar,n Münster — einem Zeitraum von sechs Jahren umspannend — erschienen. Im Eingänge zu demselbem wirft der Dirigent, Herr Rittergutsbesitzer Loeb, einen historffchen Rückblick auf die, die Reform der Anstalt betreffenden Verhandlungen der letzten zwei Jahre, und folgen diesem als Anlagen die. vom Curatorio ausgearbeiteten Motive und Statuten. Die Einnahmen aus Westphalen betrugen während der Zeit, die der Bericht umfaßt) 10,141 Thlr. 8 Sg. 5 Pf., die aus Rheinland 2551 Thlr. 20 Sgr. 2 Pf, also nur was man, da die Rheinprovinz eine zahlreichere und begütertere jüdische Bevölkerung bat, kaum erwarten sollte, ein Viertel der Gesammteinnahme. Der Bericht schließt mit einem Defizit von 575 Thlr. 6 Sgr. 7 Pf. ab, hofft dieses aber aus den noch rückständigen Beiträgen von 1867 decken zu können, ohne die Bestände des-Instituts angreifcn zu müssen. Die Zahl der in der Anstalt bisjetzt ausgebildcten Lehrer beträgt nach dem Berichte 223, die der zur Erlernung von Handwerken von der 'Anstalt unterstützten jungen Leute 329. Mit einer segensreichen Wirksamkeit, die das Urtheil der Geschichte nicht zu scheuen hat und daher stets einen erhebenden Blick in die Vergangenheit zuläßt, schließt der Bericht die Thätigkeit des Verein» für Westphalen und Rheinland ab. Unter diesem Namen, den sie ruhmreich getragen, hat die Anstalt zu eristiren aufgehört, daäie fortan den Namen MarkS- Haindorf'sche Stiftung tragen wird. Möge sie fortfahren auch unter diesem Namen für Verbreitung einer den Anforderungen der Zeit und der Religion des Iu.enthnms entsprechenden Jugendbiloung, für Licht und Aufklärung, in gewohnter Weise Sorge zu tragen. Sie wirv alsdann mit der Zeit — und diese wird sicherlich nickt ausbleiben, da das Licht stets über die Finsterniß obsiegt, ja obsiegen muß, in die Lage kommen, wo sie ihren Neidern, wenn diese erst ihre

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