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Der israelitische Lehrer · 1868-12-02 · 49 (2.12.1868) · p. Seite 294

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
49 (2.12.1868)
Date
1868-12-02
Page
Seite 294 (sequence 6)
Language
German
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294 Zweite Klasse. 4 Jahr, 12 St. A. Brbel-UebersetzungSunterricht mit rabbinischen Kommentaren, 5 St. 1. -Zweck Und Ziel. 1) Sicherheit und Geläufigkeit in der Uebersryung. 2) Erkenntnis der erhabenen ethischen Wahrheiten, der poetischen Schönheit und Würde und ^er Tendenz der prophetischen Worte, der Sprüche- und Lieder im.Einzelnen und insgesammt. 3) Bekanntschaft mit der poetischen Sprachformation. 4) Anleitung zum Unterricht. 2. Stoff und Vertheilung desselben. Sprüche, Psalmen, die 12 kleinen Propheten, das hohe Lied. 1. Tertial. Sprüche. Ein Tbeil der Psalmen. 2. Tertial. Die übrigen P'almcn. 3. Tertial. Tie 12 kleinen Propheten und das hohe Lied, (,ic!) 3, a n d l u n g s w e if e. 1) Tie schon durch die"2. und 3. Klasse gebildeten Schüler bereiten sich vor, lesen vor und übersetzen. 2) Ter Lebrer Hilst nack. 3) Ein Schüler wiederholt die vom Lehrer verbesserte Uebersetzung. 4) Der Gedankengang wird erörtert. 5) Das Sprachlich auffallende wird besprochen. 6'i Zu schwierige Stellen der hebräischen Kommentare gelesen von .einem Schüler. 7) Literarische Notizen werden gegeben. . 8) Vieles wird auch memorirt. 4. Lern- und- Lehrmittel. 1) “|":r. mit ’"i£n. 2) l-'d'-.a rn~?z.- 3) Alle sckon früher genannten Bibcl-Uebersetzungen, Bibel Erklärungen. 4) Meyer, Delitzsch hebräische Poesie. (Forts, folgt.) Wochenbericht. Eafsel Herr Landrabbiner Or. Adler dahier hat folgenden Aufruf erlassen und versendete An 'meine Glaubensgenossen! Seit einigen Jahren besteht in Paris unter dem Namen *1/Alliance israelite universelle“ ein Verein, der sich die.Vertretung und Förderung, des Wohles aller Bekenner der israelitischen Religion zur Aufgabe gemacht hat. Namhaft« Männer sieben an der Spitze derselben, deren Wirksamkeit seit ihrem Bestehen so großartig in ihren Segnungen ist, daß jedem Israeliten, dem das Schioksaal seiner Glaubensgenossen nicht gleichgiltig ist, sich an deren Bestrebung betheiligen sollte. Unter Beziehung auf den anliegenden Bericht*) *) Der Bericht, Separatabdruck aus dem „Jsr. Lehrer* und eine vollständige, getreue Uebersetzung des französischen Berichts ist noch in einzelnen Exemplaren von uns zu beziehen, infosern damit eine Thätigkeit für die .Alliance unterstützt werden foH. Desgleichen steht der französische Original-Bericht sowie »»sprachen u«U> Statuten stetin ausreichender Anzahl mit Lergnügen zur-Beifügung. Redaclion verfehle ich nicht, die verehrlichen Mitglieder Ihrer Gemeinde zu benachrichtigen, daß ich hier einen Filial- Perem zu gründen beabsichtige. Ich ersuche nun diejenigen, welche als Mitglieder beitreten wollen, sich einzuschreiben. Auch freiwillige Gaben werden cntgegengenommen und an das Centralcomite von dem Unterzeichneten befördert. Cassel, den 19. October 1868. Der Landrabbiner: Dr. Ad^°r. Aus der pr Nheinprovinz im Nov. Sie haben wohl bisher nur wenige Mittheilungen aus hiesiger Provinz erhalten. Ich werde darum auch beute nicht gerade Vieles zu berichten haben-, waS unsere Provinz im engeren Sinne betrifft. Theils verbinden uns mit Wcstphalen die gleichen, gemeinsamen Anstalten und Interessen und theils haben wir noch nickt den Mittelpunkt finden können, von welchem auS eine regere gemeinsame Thätigkeitmöglich wäre. Heute erlauben Sie mir auf einige Vorkommnisse aus anderen Provinzen die Aufmerksamkeit zu lenken. Ich beginne mit Hannover, das jetzt ja auch eine preußische Provinz ist. Der Prcvinziallandtag hat beschlossen, den iSrael. Gemeinden einen Zuschuß von 5<XXt Thlrn. zu den iSr. Synagogen-, Schul- und Armenbedürsniffen zu bewilligen. Das ist ein ganz ungeheuerer Vorgang in Preußen, wo eine Unterstützung dieser jüd. Anstalten bisher nock nickt vorgekcmmen ist, und dies kann, meines Erachtens, nicht ohne Einfluß auf die anderen Provinzen bleiben. Zwar liegendort die Verhältnisse vielfach anders. Die jüd. Gemeinden in Hannover haben für alle ihre Armei^ und Schnlbedürfniffe selbst zu sorgen und doch zu den gemeinsamen Lasten vielfach beizusteuern. Aber, dennoch — preußische Verwaltungs-Beamten werden die Verausgabung eines Fonds auö Staatsmitteln überwachen; der Staat kann für die fruchtbringende Verwendung nicht indifferent bleiben. Andere Provinzen — neue und alte — werden sich auf diesen Vorgang berufen. — DaS Seminar zu Hannover wird aus Staatsmitteln erhalten; eö wird mehr darauf achten müssen, tüchtige Elementar! eh rer zu bilden, als bisher*), wo eben nur die Ausbildung im Hebräischen vorzugsweise beachtet wurde. .Wahrscheinlich werden auch die Lehrer zu der projektirten Wittwen- und Waisenkasse einen Zuschuß erhalten! Damit ist freilich die Trennung von der Gesammlheit definitiv-ausgesprochen und dies ist sehr zu bedauern und bringt mich auf einen anderen Punkt**), *) Nach den Regulativen? Red. **) Wir haben bisher diesen zarten Punkt aus bekannten Gründen unberührt gelassen. Wir glauben jedoch nicht verpflichtet zu sein, daS mahnende Wort unseres Correspondenzen zu unterdrücken. Red.

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