Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 8 (1868)
- Issue
- 48 (25.11.1868)
- Date
- 1868-11-25
- Page
- Seite 285 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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285 Wochenbericht. Aljey Das 8. Heft der Petermann'schen Mit theilungen aus I. PerlheS geographischer Anstalt von diesem Jahre enthält Mittheilungcn von dem berühmten Naturforscher vr. Wilhelm Lchimper über^die Abessnnische Gefangenschaft. Auck» Schimper zäh' zu den Gefangenen des Theodoros und wurde mit den Uebrigen durch die englische Erpedition befreit. Wir erfahren da. das? die erste Veranlassung zu den Ver-- folgungen und Gefangennehmungen dem Theodoros durch einen jüdischen Handlungsreisenden Stern aus Frankfurt gegeben wurde, welcher sich zum Scheine zum (shrisleuthnm bekannte und sich für einen englisch«? Missionar ausgab. Derselbe Halle nickt das Wesen, fick beliebt zu macken, rricb unerlaubten Handel, unterhielt feindselige und verdächtige Verbindungen und erregte d?»rch reine Unvorsichtigkeit befin Kaiser den Verdacht, das; er von der englischen Königin und. deren Minister verlacht und verspottet werde. Ihn bestärkte darin ein anderer Jude. RosenrhEanit Namen, aus Polen gebürtig, welcher, ohne Geistlicher zu sein, der Mission als Gebülfe diente. Wir seben auch daran wieder, wie wenig Nui-en und wie viel Unheil den (Engländern der falsche religiöse Eifer und irainentlich die sogenannte .luvcnbekebrnng bringt. Die Abessimische .Angelegenheit bciveii:. daß die Sache riicht bloS ein speciüsch englisches, sondern ein allgemeines Welt- .^niereise har. ' Frankfurt.. IW Nov. Das „Fr. Iorirnal" enthält folgendes Eingesandt: Wie rnan vernimmt, bereiter sich bier gm Platze ein Unternehinen vor, daS feiner edlen Tendenz wegen der Beihülfe aller Men ickenfrellnde sicher sein kann. Herr F. Wolfs, der als Schreiblebrer sich bier rvie anderwärts in ganz kurzer Zeit einen so bedeutenden Ruf erivorbcn, beabsichtigt, eine Privatschule für Taubstumme israelitischer Religion zu errichten. iirdem er sein Augenmerk ror Allem daraus zu richten gedenkt, in der zu gründenden Anstalt armen Kinder:?, die mit dem genannten Gebrechen behaftet sind,?»reutgeltliche Aufnahme zu sichern. Da Hr. Wolfs, >elbsi lange Zeit hindurch Lehrer an einer tüchtigen Taubstummen - Anstalt Preußens, sich praktisch für 'ein Werk gehörig ausgebildet, in feiner Hand aliv das Werk gewiß einer gedeihlichen Entwicklung enlgegengehen w rd, dieses Werk selbst einen so edlen Zweck verfolgt, bei dem Mangel jeder, jüdischen Taubstummenschule ii? Prellßen außerdem noch eine recht empfindliche Lücke auszufüllen bestimmt ist, hegen wir keinen Zweifel, daß Hr. Wolff bei seinen Glaubensgenossen wie bei den Menschenfreunden anderer Confessionen reiche Unterstützung finden wird. Aus Unterfranken im November. Ihr geschätzter Corcetpondent aus Bayern berichtet in Nr. 45 tneses BlatE unter Anderem auch Einiges über die LehrbildunMnstalt.in Würzbtlrg, deffen Richtigkeit sehr bezweifelt werden dürfte: •) ich erlaube mir hier über die i*r. Elementar- und Religionsschulen in Bayern aus eigener Anschauung einige Mitthei- ' ungen zu machen, die auch in statistischer'Beziehung einige Bedeutung haben. Unsere Elementarschulen im Königreiche vertheilen stch nach officieller Angabe wie folgt: Die Pfalz hat 61, Mtttelsranken 1!»,;Untersrankcu 15, Schwaben und Neuburg 13, Oberfranken 8, Oberpfalz uno Regensburg keine. In Summa 121. Dagegen bestehen i-i den verschiedenen Kreisen wohl über 200 Neligionsschulen. Rühmliche Ausnahmen abgerechnet. läßt sich in der Thal nicht viel Erfreuliche« vor den Religionsschulen sagen'' Die Ursachen liegen sowohl in den äußeren, wie inneren Verhältnissen. Ohne mich nach allen Richtüngen erschöpfend über i>i ie leidige Materie aussprechen zu wollen, und ohne hie Objectivität aus dem Auge zu lassen,' bezeichne i h hier lediglich einige Cardinalp unkte, für dören Abdilfe jedoch eine Aussicht nicht gegeben ist. Hieschep gchiren . daS Präsentationsrecht der Gemeinde», die mat wiellen Verhältnisse Ser -ReiigionslehrSr und den Leh plan, der unter Älussicht und Leitung unterer Rabdinen steht. WaS man auch von der Autonomie der Gemeinden behaupte», was man alS ganz unbestritten Vorbringen kaan, daß man auf diesem Rechte nickt verzichten dürs-; ss steh.t dennoch fest, daß die Präsenkalton der Lehrer sehr feiten zum Wähle wer Schule geübt wird. Sehr selten gibt die Tüchtigkeit und Würdigkeit der Candi raten den Ausschlag bei diesen Wahlen; :n der R'gi l vielmehr sind .. es Parteiungen und ioitstige Rücksicht?», Siuunek.lngen von oenRadvlnern u.?'. w..?»;» eine ihnen geeignete .Persönlichkeit unterzubringen. Verlangen S:e keine Namen als Belege. Lehrer mir zah eichec Familie st'heii bei der besten. Qualfiiation :?i>oerdeiratgeten Bewerbern nach, weil die meist.?? Gimeii.ven tl?e?ls höchst beschränkte Lehrerwohnun-en haben, iheils e?ne gewisse Scheu vzr der La.niiie des Lehrers nicht zü" überwinden vermögen. D:ese und ähnliche Uebelktände > hat die Aiisübung des Präs nlalionörechles im Ge-, folge, d?e durch keme Philosophie hinmeggeränmt werden können. Unsere Negierung, >o gut sie es mit den Lehrern und der Schule msinen mag, hat diesem Rechte gegenüber keine Macht. — S:e sehen, daß j Nürnberg es verstand, s in Wahlrecht in vernüirftiger > Weise zu üben. Wenn dieser Modus allenthalben bei liebt wäre, dann wäre weit weniger Ursache-zu D'- ' schwcrden gegeben. — In materieller Beziehung ist *) Mr verstehen hier unseren geschötztm Correspondenten i nicht. , Rev.