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Der israelitische Lehrer · 1868-11-18 · 47 (18.11.1868) · p. Seite 275

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
47 (18.11.1868)
Date
1868-11-18
Page
Seite 275 (sequence 3)
Language
German
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275 tS darf kein« ccnfefficnelte, sondern nur eine rationelle Pädagogik geben. Die Schnle soll wollt für das Leben bilden aber so, um dieses selbst zu bilden und zu veredeln. Sie ist die erste rrnd geeig-! netfte Stätte, wo der Keim zur gedeihlichen worlcnti Wickelung des Lebens gelegt, der Anstcst zur Erhebung | derselben gegeben werden kann und soll. Darum must der Lehrer selbst den denkenden Geist in sieb. pflegen, um in seinem Kreise Träger und Förderer echter Cultur zu sein. Endlich aber must jeder Lehrer eine ernste Gesinnung, Charakterstärke sich für fein Amt .erwerben und bewahren. .Ihm niust obne GcringichäJ.ilng materiellerVörtheilc fein Lehramt das Heiligste sein, ohne Rücksicht auf Anerkennung und Pcrkcnnung, auf Reichthum oder Armnth seiner Scbüler/ respertive ihrer Eltern must er seiner Jcrufspflicht treu bleiben, jeden Schcincssect, jedes bohle Glänzen, jede Tänickung verabscheuen, auch wenn ihm Alles dies Gewinn brächte, seine eigene Ucberzeugung frcimüthig vertreten und au ihr festhalten, um die uolhwendige Lebrsreibeir sich zu bewahren. Ihn dürsen die Leiden seines Lnircs nicht verbittern und die Erfolge nicht eitel'iiiachent er must ein Muster wahrer Frömmigkeit sein, jede Halbheit und Heuchelei von sich fern halten; er must Liebe 311111 Lehramt«? trcy aller Kämpfe wie ein adlcincd sich erhalten und Bcrnsstrcue sich selbst nir unerlästliehen Bedingung machen. Glicht im Zwiste, sondern in Einvernehmen io!l er mit Eollegen, demlllabbiner, dem Schulvorstande zu neben suchen, denn nur dadurch kann die Schule und mit ibr das Zurcntbum gedeihen, Ist der Religionslchicr aber noch Brceiger. io must er seine Ideen bereichern, seiner Sprache kraslvcllr Schönheit verschaffen, t^edanten finden, wählen und ordnen können und die Gesene der Redekunst^insbescndere der Homiletik verstehen, damit er den wahren Geist des Iudcnthuiiis durch . richtige E reg eie crfasie und lebre und seine sittlichen Ideen in ihrer Urkrait und dock' in gcschmackvollcu Iormcn mit Eleganz und Wärme verkünde. Ster er must wenigstens das Verstände nist 'oesitren. gute Predigten von de» vorhandenen, dura, den Druck bekannte», zu wählen um sie niit eindringlicher Kraft, als wären ne fein eignes Erzeugnis vorziitragen.^ > Verbindet sich aber mit scstiem Lehramt das eines Porbeters, so must er das erforderliche muiikalischc Wissen sich erwerben und in dem synagegalen Gesangdvortrage, Sicherheit, Gewandtheit Und Schönheit erlangt haben. Es must in ihm der feinfühlende Linn für das wahrhaft Schöne und Würdige berangebildrr sein, damit er jede Melodie verwerfe, die geeignet ist, weltliche Gedanken hervorzurufen. und das Andacblsgcfühl zu verscheuche». und nur solche wähle oder *) 2l;if? oft das ertaubt: Tie Aedaclieir. vielleicht schaffe,-die dem t^evonkeninhalt des Gebetes angemessen find und den Gottesdienst erbeb«». Kur; wollen wir nur noch berühren, dast derjenige Lebrer, der auch das Schächteramt verwalten wollte, auch hierzu^ die nötbigc Kcimtnist der ny—rf nr^r, und rT'^rcr-, sowie die Uebung in;-:Ldi nnrn, unf "'•■2 si.terwerben inust. Wir wollen zum Scbtuüe bemerken, dast eine Eombinalicn dös Lchrerberuis mit den andern genannten nicht sehr zu leben ist. da er allein vollständig eines Mannes Kraft beansprucht und eines Mannes Leben würdig ausrufüllen vermag.. Jede ck die kleinen Gemeinden können nicht viele Bealiiten anstrllen und die Lebrer selbjt nicht immer in grösteren Gemkinden ibre Anstellung suchen und .nach belieben wählen? Darum müssen >ie für alle irällc gerüiel fein ’>t Auf rveläw Weste kann-ein Lcbrerseminar >o!«be Lebrer beranbildenL Da wir den 'Kerns des Lehrers in seine: pi^it tischen Gestaltung, besprechen, das iisibwendire Maast' seines Wis'cns und Könnens kennen ge-lerni baden, und wissen, welche Gesinnung^ in ih.n berangebildrr werden soll. ‘ jo ist der Lebrplan ,des' Seminars im 'Allgemeinen ge.zebeu. -Mine spezielle Aiisfübrnng dcs setben erlauben wir uns ,am Schlüsse j zu bringen. Ilm denselben aber dnrchzusübren und das gesteckte Ziel zu erwäbncn, bedarf cs li_ nialeriellen skapitals. 2) nichtiges Lehrkräfte, l'<> einer geschickte», taktvollen Leitung derselbe». 4» eines grine'.nsamau-verabredeten Lebr- und Lectionsvlane». 5» einer gmeü. für Schüler und Lebrer zweckmästigen Bibliothek, (>> einer Mnsternbuiigsichule, l > pasicndcr Schulränme, ti) eines <e nünargebäurcs, in welchem sic genannte» Dchuiränuie, ein --zimmcr für eie Bibliothek, der Benag!, 3d'icifsälc. Spcisesaal, Arbeitszimmer für die Seminaristen und Wcbnungen für die Zehrer sichbefinden. Bei domselben uni st ein groster Hcsraun, zr»:: Durnen, ein >Marien .-e. sein, '.»« einer auf Milde und Gerechtigkeit gegründeten-Schul- und Hausordnung, die keine Mönche beranbilten will, aber anck« nicht ungezügelte Ireihci: gewähren darf, I<«, Seminarseiie r.:r (>rhei- '.eruiig der 3cminai if:ci; und Betebiiiig ch-.,s"srdrrns schastlichen Bertcbrs. Da alle die geuainuen 4l»rstäiiLl mit rtnsnabine des Lehrplanes von den iiiale'.ielleu Berläiiii-sten der Anstalt abbängen, wenigstens mebr als k iest-r, «o wollen wir diesen genauer behandeln. Bei der Abfassung dcs Lebrplanes bandelt cs sjckr u) uu, die Alstiiahmsbedingungc» des Präparandcn, st> um die Lebrreil und ,>-crialreit. >. ) um die genaue I-estienimgdes Ilinerrick'ts- Ilefscc-, seiner Vcrthcilung. seines Iiveekös und Zieles, seiner Bebandlungsweiie. der Lern- und Lehrmittel. ml u) Ter Präparand must die Kcnmii'stc eines guten Elementarrcligioiio - Schülers bem-eu d h. die Iormenlebre der heb-.. Granunatik kennen, den Peiua-

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