Mannheim
Compact Memory

Der israelitische Lehrer · 1868-11-18 · 47 (18.11.1868) · p. Seite 274

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
47 (18.11.1868)
Date
1868-11-18
Page
Seite 274 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/4896751-5428714-5431932--2179-4898560
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

274 Wissenschaft und Anmuth in hebräischer Sprache auszudrücken (!Den Entwicklungsgang derselben zu verfolgen, sollen ibm die Nebcrsehungen der synagogalen Voesien. sowie einiger anderer und späterer Spracherzougnis'r (Eedickte, Briefe > , dienen. Auch hier mutz cr im: dein Eharakter der Absassungszeit und den ^lmorei'. jener Sprachmonumentc bekannt sein. Selbstverständlich muß der jüdische Religionslehrer auch im Staude sein, die bebräischens!) Kommentare zur heiligen Schris: zu lcieu und zu verilebeu, besonders die des unk c*z~~- und jim des möglichen Predigerberufeo willen den zu benutzen verstehen und die r -:~~ erfassen können, damit cr nöthigensalls sich selbn auf diesem Wege vervollkommnen kann. Als Canicr ganz besonders muß cr mit dem Gottesdienste vollständig vertraut, sein und dctzhalb den 2"n rrx :nm grossen Tbeilc fest inne haben und theils zu benutzen wi'sen. . Die «beschichte unseres Volkslebens von seinem Beginne b's in die jetzige j>cit, muß ihm, soweit es den bidliseben rbeil. betrifft, ausführlich, und di? späteren Epochen in ihren wichtigen Ereignissen bekannt sein. Durch chronologische Daten mus; er seine geschichtlichen 'Kenntnisse gefestigt und geordnet haben, durch geographische zrenntniß des heiligen Landes wie der anderer Enitnrländer dieselben stützen und durch Totalübe', sichken einzelner Epochen, ganzer Zeiträume und der ganzen jüdischen Geschichte die GeitteSricktung jeder /-Zcii, den Geilt des jüdischen Volkslebens ersaßt haben. damit so der Lehrer zur gegenwärtigen Entwickelung des ^»oeiitbnms in wohlthnender Weise beitragen könue. Eine geordnete 'Zusammenstellung unserer Religicnsan'channngen .und. de» innern Zusammenhang derselben muß er kennen; auch die wechselnden ^eitaniichtcn der' Vergangenheit und Gegenwart über dieselben dürfen ihm nicht fremd sein. Ueber die religionspbilosophischen Bewegungen darf ihm ein Ueberblick nicht ieblen, wenn'es ihm auch zu schwer sein dürfte, einen lieferen Einblick, in dieselben zu gewinnen. Auch iü es gilt, daü er sich das Verständnis; für eines oder inebrerc der bekannten -:r:-Zücher (wie man sie nennt) erwerbe. - ■ Setreit hätten wir den Wissensstoff abgegränzt, .dessen der tüchtige Religionslehrer als solcher bedarf, um iowobl Schülern der Elementarschule als auch" denen höherer Anstalten den hebräischen Sprach- und Religions-Unterricht enheilrn zu können. Ilm dies aber -mit Erfclg zu thun. genügt die sichere Beherrschung des Stones allein 'nickt. Der Lehrer mutz auch wissen, in welcher Auswahl uno Stufenfolge, mit welcher Methode und BehandluNgsweise er denselben den Schülern übermittle, einerseits von der. Rücksicht 21*7 denen anderweitige Kenntnitz. dessen Älter' und Erziehung, andererseits von der Rücksicht auf das Ziel der Schuk selbst und auf den religiösen Erfolg, geleitrt- Er riutz chnr alle Schulverhältnisse den Lebr- und Lectionspian Ficher entwerfen können, oder mit überlegtem Rai he dem Schulvorstande zur Seite stehen. Daher bedarf es der Kenntnitz des früheren Unterrichtsverfahrens uil!» des modernen, um beider Vorzüge sich anzueignen uns beider Mängel zu vermeiden. (?) Er muß ferner alle die pädagogischen Lehr- und Erziehungsmittel, soweit sie das schulleben betreffen und für die gedeihliche Entwickelung desselben unentbehrlich sind, kennen, um i i seinen Schülern den Sinn für seine Belehrung uni die Liebe zu derselben zu pflegen, die richtige Disciplin zu handhaben und ohne eigene Ueber anstrengung roch der der Schüler zum festgesetzten Unterrichtsziele zu gelangen. Sein pädagogisches Wissen beda :f aber der Festigung durch pädagogisches Können, denn das Lehren ist nicht blcs eine Theorie, sondern eine Kunstfertigkeit, die nicht nur gelernt sondern g c ü b t sein will. Der Lehrer mutz demnach, bevor cr ins Schulamt tritt, schon einige Ucbmig in der Verwaltung desselben erlangt baden, einen keinen Schatz von Erfahrungen aus dem Lebrgebiew besitzen, um nicht zu viel mit den späteren Schülern zu erperimentiren, noch gar planlos zu unterriwten. Er mutz wissen, wie das Schullckal geeignet gewählt und eingerichtet wird, wie das Klassenbuch und andere Schulprotokolle geführt werden, welche Lehrbücher und Schuluteniilicn nothwendig und zweckmäßig sind undalles dies lernt er am besten durch praktische Anschauung. Ein nicht minder wesentliches Erfordernitz eines tüchtigen Lehrers" ist aber die Entwickelung des denkenden Geistes in ibm, des nach Verbesserung und svorlsckriti gerichteten StrebenS, so daß er nicht in schlaffer Tr< gheit an die einmal empfangene Unterrichtsregcl nie, panisch sich fcsiklaiinncre und sie znm todlen Buchslaüen, zur Schablone ihm werde, sondern das; er beständig selbst denkend und forschend sowohl seinen Wirken-kreis fortwährend erweitere, als auch! den Erfolgen seines Unterrichts gewissenhaft nachspüre und ans die Mittel zur Abhilfe erkannter Mängel , oder auf die » eitere Ausbildung des bewährten Guten . sinne. Besonders mutz in ihm ein psvchologischeS . .forschen und Erkennen sich ansbilden, damit er in ] seinem Untern hte neben den Forderungen der prak-! rischen Wirklili »keit niemals die vor Allem matzgebrn-! den der N a tlu r des menschlichen Geistes vernachlässige. Denn die ccnfessionellen Rücksichten des! wirklichen Lebens, die Wünsche der Eltern können oder i teilen nur ans den Unterrichtsstoff und auch hier i nicht ans s <vl-ietzlich zur Geltung gelangen, die | Methode abep sollen die pädagogischen' oder besser ' psockologischefl',Gesetze ganz allein leiten, denn

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.