Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 8 (1868)
- Issue
- 46 (11.11.1868)
- Date
- 1868-11-11
- Page
- Seite 267 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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267 :;Ar '".W innig verschmolzen waltete in seiner kindlichen Seele, — und das war nicht leicht p denn jedes der beiden, in chrer Art gleich köstlichen Zuwele mußte in's rechte Licht gestellt werden, daß eines das andere nicht beeinträchtige. — Der Mann begab sich deßhalb z» einem gut emvishlenen Künstler und trug ihm das schwere Werk auf. Dieser aber, entzückt und geblenect von dem blitzenden Edelsteine, wendet diesem alle Austnertsamkeii zu, faßt ihn aus die herrlichste Weise, daß er jeden Blick auf sich zieht und so die nebenangesctzte Perle notwendigerweise in Schatten stellen mußte. Als der Besitzer Solches erblickte, rief er aus: wie? meine Perle hintansetzen? Das beilige (Erbstück meiner guten Mutter vernachlässigen? Nein! das gebt nickt — Dein Werk ist verfehlt — binweg damit! — lind er verwarf die Fassung und begab sich zu einem andern rühmlicbst bekannten Meister, dem er die Sacke, nebst dem strengsten Tadel gegen den andern .'dünstter, in der—wärmsten Auevrnckswessc vortrug, und Feuer, der daraus ans eine besondere Borliebe des Mannes für das mütterliche beschenk glaubte schließen zu dürfen, wendet einseitig alle Ans' merksamteit der edlen Perle zu und überläßt eo kenr. vernachlässigten Diamanten, selbst für seine Geltendniachung zu sorgen. Der Besitzer sab cs und gerictb in gleich große Entrüstung. Wie? rief er aus, leid ihr Juweliere denn alle Stümper? und durstest Du das Äudenken an meinen verehrien Pater geringer in mir voraussctzeu? — binweg damit! — Auch Deine Arbeit ist vcrscbl:! — So begab er sich denn zu dem ersten Meister der Stadt, der für den König selber arbeitete, erzählte demselben, was ibm mit den beiden andern Künstlern begegnet se:, und dieser erfaßte in ibrer gleich großen Bedeutung die Wünsche des Besitzers und stellte, ergrifien von der großen Schönheit rer beiden Juwele, mir aller LNübc und rheilnebmendcm Eifer die wunderherrlickste Fassung her. Raum ließ er an dem einigenden Geschmeide für beide Kostbarkeiten. Mit bcrverhebenden kleineren Diamanten umgab er den leuchtenden Edelstein, und mit gleich hervvrhebcnden kleineren Perlen die große, mild blinkende Perle — o wie schön war das einige Ganze! — Und der Besitzer rief begeistert aus, als - er in entzückendem Strahle den Diamanten und in beglückender Milde die Perle sah, wie Eines das Andere verschönern und verherrlichen half: o Vater! e Mutterl die Erinnerung an euch schmilzt beseligend in einander,. wie hier der Schimmer eurer ibeuren Kleinode! — Und der Edelstein ist der Geist, und die Perle ist daö Herz, jener ein väterliches, oiese ein mütterliches Erbe, und beide find von Gott, der sich in ihnen eficnbart, daß Du damit schmückest Dich selbst und Dein Auftreten in der Welt. O. m. F, D» bist ein einseitiger . Mensch, lyen.l Du. wie »eider so Viele jetzt thun, nur bedacht bist ans Fassung Deines. Geistes. Er mag Dein Esra, Dest^Helfer fein, der Dich ini Leben vorwärts bringt ~ aber der Tröster für Dich und für Andere, dein Ne che in j a , lebst, uni unvollendet ist Dein Wesen und verfehlt D-ü» Wirken in der Welt! — Und ebenso wenn Du einseitig nur 'ein Herzens-Mensch bist, nur in Gesichten schwärmest und unklar bist und nicht in der reckten Fassung in Deinem Geiste — eine leuchtende Diiendarung Gottes in Dir und durch Dick wird nie stausinven! — 0• begib Dich zu dem Meister. der fii> den König alter Könige arbeitet, das m die reckte Erkenntnis; Deines doppelseitigen höheren Wesens, und Geist und Herz in Dir bringe in rie beite Fassung. '»(.mm wie zwiscke» Herz und Kops sei gegeben Deinem Fühlen und Deinem Denken, daß eines' das andere nicht be einträchtige, sondern vervollständige. llingch reu Geist, den strablend-leuchtenden Edelsicin, mit berveibebenden! Kenntnissen, bas Herz. de nuldbiintcnre Perw. mit bervorbcbenbenTtlgcndeu, uud'Esra und'Necke>nja,! Helfer und Tröster,. werden sich innig in D:r diirck- I dringen. Und wenn zuweilen Dein. Herz - .-ick auch! li ostlos fübll, helfen und trösten wird.Dick Tein ge^- I bilreter Geist, und wenn dieser auch Dick bststoeläßt, > irosten und Helsen wird Dir Dein gonesrürckriges s Herz. UndÄtleuchte wie Esra mit Deinen! aufklä-! rendril Geiste,. und tröste wie siechem ja inst Teinein | bingedenken Herzen'die Wett. Dstenbar.: Dick einig! in beiden, das: io durch Dick sick cssenbare Gon in j der Geschickte Deines Lebens. Feder von ::::s aus j gebende Lichtstrahl beseligt den eignen Geist, ^rdes von I »ns gebrachte Spier veredelt ras eigene Herz und in j tcitcui feiere Du. innig und einig das Andenken Dci- I ner ibcuren Estern, Deines klugratbenden Valero und! Deiner mild ermahnenden LNmier, — llnt 5 ein Leben! wird lick herrlich gestalieit zu einem reichen Ernte-! feste, zu einem wonnigen Freudenfest?. und im i Anschlüsse an Deine Aussöhnung inst dem. Leben! nflc seinen Kämpfen wirst Du wobtien in :ci Hülle i des Friedens. — ..Licht ist ausgefär für een ^creckten! und Freude für die geraden Herzen." — r lt Und also offenbart, sich Gott in ver Geschichte Israels. „OyVtt ist der Geschickte", richtend und strafend, helfend und führend, tritt uns.'nirgendio deutlich entgegen, so erhaben klar offenbar. als in der <^'e i schickte Fsraets. 'Nirgends mehr gilt jenes große | Psalmworr, womit wir in unserer Einweibnugsrede > den dcppelgestaltigen Tischri-Mond degrüßren:-- i „freut euch mit Schauer" — Denn schaurig erizit! ist die Geschichte Israels und doch voll bobrr Gones ' irende. Bald verhüllt nck das stickt und es ist dunkle i