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Der israelitische Lehrer · 1868-11-04 · 45 (4.11.1868) · p. Seite 262

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
45 (4.11.1868)
Date
1868-11-04
Page
Seite 262 (sequence 6)
Language
German
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—I 262 dieselbe in einer Gemeinde und auf deren Ko ten hergestellt werden. ' Wieder ist der frommen Panhei in der Wlhrangelegenheit ein Strich durch die Rechnung gemrcht worden. Bekannt ist, daß zur Befreiung von!der Wehrpflicht Seitens eines RabbinatS-Kandidaten die Beibringung eines Gymnasial-Absolukcriumö gesetzlich vorgeschrieben ward. Man wandte sich nun an ausländische Anstalten, durch welche leichter so etwas zu erhalten-war. Eine neueste allerhöchste Entscheidung hielt das Erfordernis deßbalb von einem inländischen Gymnasium fest. Es thnt sich nun nickt anders, die guten Leutchen müssen etwas lernen. Wenn es nun auch wahr ist, was -man erzählt, es seien von den 18 Zöglingen *) der Würzburger Lebrerbildungsschule, in der ste in verlockender Weise Alles frei erhalten — natürlich nur das Materielle — zwölf zurückgetreten, so würde ihr Gebühren im Schulwesen,, dessen Leichtigkeit für ihre Zwecke sie wie die Ultranicntaneip gar wohl erkennen, auch einen Schlag bekommen. Wenn auch diese. freilich trübe Quelle.versteckte, würde der Lehrermangel in Bauern sehr groß werden. Zn Mittel-, Qbersranten und Schwaben widmet sich höchst selten ein Jüngling diesem Fache. > Die Verlagshandlung versendet an alle Rabhiner und Lehrer gratis Exemplare des von Heckt, aufs peue von Blumenfeld für isr. Schulen bearbeitete Haester'sche Lesebuck. Das Wertist sehr zweckmäßig und verdient allgemeine Einführung. Rur wolle ein besserer Pruck beliebt und das Werk, wie ähnliche für christliche Sckulen, in drei Abtbeitungen gekrackt und jede allein abzelassen werden. Die -Gründe hiefür sind leicht einzusebcn. Mantua. Eine/hiesige Zweig - Versammlung hat beschlossen, sich von der großen jüdischen Gemeinde zu trennen und «ine besondere Kultus-Gemeinde zu stiiuiren. Es sollen 1900 Aktien ausgegeben den, worauf drei Jahre hindurch jährlich 10 zu bezahlen find.- Nur die Znbaber von Aktien Mitglieder der neuen Eultusgcmeinde. Eine eigenthümliche jüdische Gemeinde, welche nur den zahlenden Mitgliedern Zutritt »erstattet —! ' Rom Ein junger Zsraelit aus Reggio, Leovold Ravg, batte sich an der Garibaldifchen Eipedition betheilizt. Im Treffen bei Mentana schwer verwundet, wurde er in das hiesige Hoöpital San Qüofrio gebracht. Als Garibaldianer und Zsraelit war feine dortige Lage eine doppelt traurige: man wolltü ihn zur Taufe zwingen. Weder die Forderung des! Pa *) Bon einem in dieser Anstalt gebildeten, in Mittels ranken angestellten Lehrer kam mir vor ein Paar Tagen ein au tlicher tleberwetsschffn zu, in welchem entbehrlich ohne t und Oktober mit ü geschrieben ist. conwer- ^ires sind ters, noch das Bitten der Alliance, noch die Vermittlung des französischen Gesandten vermochten die Herausgabe des armen Kranken zu bewirken: man taufte ihn, als er in den letzten Zügen lag. — Ein Bürger-Comite seiner Vaterstadt hat dem. Verstorbenen unter großer Betbeiligung der städtischen Bevölkerung ein ehrendes Denkmal aus dem israelitischen Gottesacker errichtet. Paris. 10. Cct. Lej Temps vom 19. Oct. enthält folgendes Schreiben:^ Herr Redakteur! Wir erhalten traurige Schilderungen über die jüngsten Vorgänge in Galatz und die Stellung der Lokalbehörden zu dem Angriff des Pöbels aus die Zsraeliten. . Wir beehren uns, sie Ihnen mitzntheilen. — Die rumänische Regierung har eine Untersuchung angcordnet, den Polirei-Präsecten und den Commandanten der National-Garde abgesetzt, wie auch Bestrafung der Schuldigen und Ersatz des verursachte« Schadens zugesagt. Dies ist obiw Zweifel ein Anfang der i Gerechtigkeit, eine Bürgschaft iür die fernere Sicker-! heit; ater dies ist nickt genug: Die Ursache des UebelS! liegt in der unsicheren Stellung der Israeliten. Nur! die- Abänderung des (Gesetzes kann allein den immeri fort wiederkehrenden Verfolgungen gegen die Israeliten! ein Ziel fetzen, indem man sie unter die Herrschaft . des "gemeinsamen Rechts stellt. Die rumänische Re- - gierung bat von neuem in einer an die sranzösiscke j Regierung gerichteten Rote ein Gesetz versprochen,! welches die bürgerliche und staatliche Gleichstellung der im Lande geborenen Israeliten ausspricht, falls deren Eltern auch Eingeborene des Landes sind. Dieses Gesetz fordern die Isracliresi in einer an den Fürsten > Earl -gerichteten Adresse als für ihre Sicherheit uneri läßlick. Diese io gereckt^ Forderung verdient die ’ Aufmerksamkeit der Presse; und wir ersticken Sie, durch Veröffentlichung derselben ihr auck die Unter-' : stützung Ihres Journals anjgedeiben zu lassen, welches! sich so oft den unglücklichen Israeliten Rumäniens \ als nützlich erwiesen bat. Genehmigen Sie Im Namen des Eemras-Comites der Alliance israclite universelle. Der beigeorknete Sekretär!: gez. I. Mordmann. Durchlatbchligste Hoheit! Mit tiefem Schmerze nahen wir uns Ew. Durckl. Hob., um von den Leiden : tmserer Brüder und unserer Beängstigung zu berichten.; In Galatz bat sich während der jüngsten Festtage j der Pöbel erhoben, unsert Sunagogen zerstört und l verwüstet, die heiligen Gesetzesbücher zerrissen und! eine große Anzahl Glanbensgenossen schwer venvundet.! Wir haben das Vertrauen! zu der Weisheit und dem! Seelenadel Ew. Durch!. Hoheit, aber wir können! nichtverhehlen, daß die Straflosigkeit, welche man > zu oft für die Akte der gegen die Israeliten be-- : gangenen Gewaltthätigkeite» zugestanden hat, eine Er-

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