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Der israelitische Lehrer · 1868-11-04 · 45 (4.11.1868) · p. Seite 259

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
45 (4.11.1868)
Date
1868-11-04
Page
Seite 259 (sequence 3)
Language
German
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-- 259 getragen werden mußte. Obwohl die Beschädigte schon zwei Tage den Kreisarzt zur Unterstützung des ArzteS vom Platze herbeigezogen hatte, ist die gerichtliche An zeige deS Vorfalls erst am dritten Tage geschehen. , Wenn nun auch der Tbäter zur Strafe gezogen wird, so bleibt doch die Frage ossen, wie eine in derartigen Umständen und außerdem schwache Frau, die daö Attentat stark afficirthat, zu entschädigen sei. Hier bleibt - alle Antwort aus. Ob die vielen ReligicnSstunden, die man in den dortigen Schulen gibt, oder die geringe Beachtung der anderen Fächer daran Schuld trägt-, diese Antwort mag nck jeder selbst geben. Frankfurt. 29. Octbr. Die jüngste Nummer der Allg. I. d. I. plaidirt für Abstellung deö „Aui-- rnfenS zur,Thora." Wir freuen und dessen gar sebr. Gs war dabei auf eine Gemeinde bingewiesen. wo dieser Gebrauch bereits abgestellt ist und die ganze Versammlung gleichzeitig die Bcnedicnon spricht. Der Herr Redakteur erklärte aus eigner Wabrnehmunz, daß sich das Ganze ausnehmend schön mache. Wir glauben diese Gemeinde zu kennen, denn unseres Wissens, besteht dieser Modus nur in Aachen, wo er durch vr. Rothschild (Alzen) seinerzeit eingesühri worden ist. In der jüngsten Ieit bat er auch hier in der »en gegründeten Imanuel-Union-Gemeinde durch Dr. Stein, wenn auch etwas modificirt, Aufnahme gefunden. So bricht nck das Gute allmählig selbst Bahn. Man nimmt vielfach das .„Aufrufen"" in Schutz als eine Betbätigung des demokratischen - Priesterthums, als eine Beziehung des ganzen Volks,! und nicht blos deck beamteten Priesters, zur Tbora. j Wohl eine wichtige Grundlehre des Iudenthums, >velche j wir weder ausgeben > können noch wollen. Aber | ditselbe konnnt ja dadurch zum Ausdruck, indem die! ganze Gemeinde unisono die Benediction spricht. Deßj halb sollte dies auä« nickt ausschließlich vom Gantor! geschehen, tllack der alten Weise wird-die Benediction i sogar nur von einzelnen Individuen gesprochen. * Von der Mainlinie. Mit großen. In-; teresse bat man jüngst in diesen Blättern den Berickt \ über die Falascha gelesen und die Dimensionen sich I erweitern sehen, welche die Alliance israfclite in immer : fernere unk fernere Kreise zieht. Mil fast gleicher! Theilnahme las man wieder einmal einen Bericht über j eine Synagogen-Ginweihung, eines jczier^Er- > eignifse, deren denkwürdige'Schilderungen früher in so anziebender Weise die jüdischen Blätter füllten --- mit welcher großmüthigen Herablassenheir die Honorationen der Stadt an solchem Tage Israel anläckelten, wie der Herr Bürgermeister mit höchsteigener Hand die Synagoge ausschloß, ja sogar der Pfarrer — sage mit Worten: der Herr Pfarrer! eine Anrede hielt, und dann alle zusammen, Pfarrer und Rabbiner, Bürgermeister und Parneß, Küster und Schnlklopker. in^messianisewer Gcmnlblichkeit schmausten!'O'es war eine schöne »eit, als man noch diese süßen Berichte goutirte, an dem beim leiscsteir Drucke das Fett berunteriief, wie an Anem ländlichen Festkuchen zum „Schul- Cbinuck!" —j Schließlich gestatten Sie mir nock eine Rebensragc. Gs ist in dem bezüglichen Berichte die Rede von einem „lieblichen Gesang i!) des in Dichtung und Komposition schöne» Liedes: „In der hrillgen GottcSlade" — aber es ist weder Dichter noch Gompontenr ange^ze^cn. Die alle Svnagoge war dank barer gegen ibre Sänger, in ihren Folianten befindet sich kein noch so schlechter Piur, über welchem nickt - in cbrenwerlhcr Pietät der Name des Verfassers genannt wäre. Sollten Sie' es daber nicht für gut halten, nachträglich nock zu dem erwähnten Berichte für Dichter und Goilipontenr jenes Liedes auf der Rene zur Unsterblichkeit ein Plätzchen zu reelamiren 7 Gs in eine GewisspiSfrage, die ick Ihnen zu bedenken gebe!.(Wir glauben, daß dies, insbesondere, soweit cs den Namen des Dichters bekristt, unnötbig in. Den meisten unserer geschätzten Leier wird cs bekannt sein, daß dieses Lied, das s. I. im „Isr. Voltslcbrer" veroüentlicht wurde und anck im Isr. Gebcibnckc von Stein, iick befindet, von Herrn l)r. L. Stein gedickte! wurde. Weniger bekannt dürfte der Name des Gom posttcnrS, des braven, seligen Heckt, weiland Geiana lehrerg-an.der,isr. Volks- und Realschule und Organisten an der GktlicindrfnnagogV?äm AndäcktSsaale:.e. zn Frank furt sein. Uebrigens sind es eben bis jetzt fast nur die Dichtungen Slein'S, die als Lieder in den Snnagogcn weitere Verbreitung gefunden babcn. weil eben nur Sc einem äckt jüdischen Dicktergemürbe entsprungen. - eine dem jüdischen Cbaraetcr entsprechende Goinponlioii, und sehr oft einen Anschluß au traditionelle Melodien ermöglickcn. . Der geschätzte Dichter bat daber unsere Vermittlung zur Grlangung der Unsterblichkeit —. als Dichter und als einer der hervorragendsten jüdischen Charaktere der Gegenwart durchaus nickt ^nötbig. D-rfür hat derselbe wobl weit besser gesorgt, als wir cs je vermöchten. Der Bericht über dir Ginwcibnng der Svnagoge zu Hamm rübrt von einer christlichen Feder ber, und wir babcn ibn, vielfach abgekürzt, in der Hauptsache so wiedergegeben, wie er im Wests. Anz. stand. ' . Redaction. > # Efthwegc, 18. Oktober. Die isr. Gemeinde zu Gfchwege will jetzt einen akademisch gebildeten, jüdischen Relizionslebrer au die chri'tl. Realschule dorrselbst befördern, der zugleich andere Fächer, wie die neueren Sprachen u. dgl. übernehmen soll. *i Wie cS heißt bezahlen diesen Lehrer dann zur Hälftedie jüdischen und zur anderen Hälfte die christlichen Bürger. Der Gehalt soll 500 Thlr. betragen.- Ist ein aka- *) C6 das bic Akgik'.mig wohl genchnüaen wird? Red. X

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