Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 8 (1868)
- Issue
- 45 (4.11.1868)
- Date
- 1868-11-04
- Page
- Seite 258 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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258 weist, die schon nothwendig gewordene 2. Auflage, welche in vermehrter und.verbesserter Gestalt von der Schwester der inzwischen verstorbenen Verfasserin (Agnes Schrllenseld) besorgt worden ist. Es beweist dies aber auch noch das Vorwort des Provinzial - Schulraths Karl Bormann in Berlinwelcher flch über den praktischen En'olg der neuen Methode sebr vortheilbast ausspricht. Sas Buch selbst spricht nck.über den Werth, Inhalt, Lehrgang, und die Methode 'des Handarbeitsunterrichts aus. - Sicher kann nur eine falsche Ansickt über Erziehung nud Stellmig des weiblichen Geschlechts die Handarbeiten für überflüssig erklären. Selbst wenn in einzelnen Lebensverhälknissen die eigene Anfertigung derselben überflüssig wäre, so müssen wir Fraueis doch gründlich die Handarbeiten erlernt Habens wenn wir iie ihrem Werihe nach beurtbeilen wollen. Und mit wie wenig Disciplin wird dieser Unterricht gewöhnlich enheilt. Darin liegt wohl auch tbeilweise der Widerwille so mancher Kinder gegen denselben. .Handarbeiten dienen in den meisten Schulen nur zum AusH'illeii des ausfallenden wissenschaftlichen Unterrichts unld zur Besetzung der nölhigen Schulstunden. Unerfahrene junge Mädchen und griesgrämig alte Zustgfern scheinen gut genug .zu diesem Unterrichte. Zeder UnterrichlSzweig must aber wohl methodisch ertheilt werden : darum sollte auch dSr Handarbeit- - Unterricht! vom Schulvorstand überwacht und von pädagogisch > gebildeten Lehrerinnen ertheilt werden. Dann darf es auch nicht von den Bedürfnissen des Hauses abbängen, was die Kinder-in der Schule arbeiten, sonderst von der Bestimmung drr Lehrerin, die zuerst das Lichtere und dann das Schwierigere sür dieselben wählr. Der Einzelunterricht, d. Y die Unterweisung, des ein-einen Kindes niust oufhören nnd dafür, wie bei anderen Unrerrichtsgegenständen, jede Adrheilung cdcr Klasse gleichzeitig nntcrwiesen werken. Der Unterricht darf auch nicht ein bloßes mechanisches Nachahmeis sein. Zu all die'em nnden wir die Anleitung und den Nackweis der .durch die neue Methode scheu ierzielten Resultate im Buche. Mit Anwendung der neuen Grund- >ätze würde man ebenfalls, das gewünschte Ziel in den Schulen erreichen. nnd nickt, wie setzt noch. nöthig haben, die Kinoer stach dem'Schulbesuche in besondere Näh- und Handarbeirschulen :u schicken,, welch;, abgesehen von der mit solchen Schulen oft oerbustdenen moralischen Gefahr. auch, viel Zeitverlust im Gefolge haben. Wir empfehlen das Bücklein allen Schulbehörden. Vorsteherinnen weiblicker Anstalten und jeder denkenden Mutter angelegentlichst zum Studium und;ur Beachtung. N. N. W o ch e n b e r i ch t. Odernhekm, 26. October. (^.Ilillllce isr. universelle.) Wir haben vor einigen Tagen die Berichte der Alliance an die deutschlesenden Mitglieder die>er Vereinigung im Aufträge der Verwaltung versendet. Es sind derselben mehr als 2000 in Deutschland und Oesterreich mit Ungarn, und mehr als 1000 in entfernteren, der deutschen Sprache mehr als der französischen mächtigen Gemeinden. Zahlreich sind die Mitglieder in Wien, Berlin und Bresla» nnd besonders in Mainz, Ekln und in einigen kleineren Gemeinden des preustischen Nordens. Zn Frankfurt a. M. bat sich eben ein Eomite gebildet. Bemerkenswerth sind die vielen Gemeindevorstände, welche als einzelne Mitglieder in kleineren Gemeinden, wohl diese vertreten. Der Berickt, wie er ja auch in diesen Blättent sich befindet, ist ein sprechendes Zengniß von der Gröste und Bedeutung der Vereinigung, sowie von der Hoheit der Aufgabe und deren Auffassung seitens des Eentralcomitös. Mochte es uns vergönnt sein, noch recht viele Mitglieder der großen Sache zu gewinnen. Frankfurt, 10. October. Ein -Antrag des Herrn Nolte bei den Stadtverordneten kam heute zur Verhandlung. Bekanntlich können die Schüler der israelitischen Realschule christlicher Konfession keine Berechtigungsscheine zum l jährigen freiwilligen Militär- Dienst erhalten Der Äntragsieller, geleitet von den Erwägungen, daß eine solche Beschränkung weder für das Gymnasium'noch für irgend eine andere Lehranstalt, den Israeliten gegenüber, beliebt worden fei, dast man - ferner hier den Standpüntl der Intoleranz in religiösen Dingen überwunden habe, auch nicht gewillt sei, demselben Einlaß in unsere Schulen zu gestatten und diese Beschränkung auch mit der preußischen Verfassung nicht im Einklang stehe, beantragt: die Stadtverordneten wollen mit dem Magistrat dahin wirken, daß eine Widcreruinng dieser Beschränkung bald erfolge. Die Stadtverordneten setzten die Berathung dieses Änirages auf eie nächste Tagesordnung. Frankfurt a. M-. 20. Oktober. DaS diesige „Zournal" enthält folgende eigentbümlichc Einsendung: Es mag für die Leser Zbres Blattes von Znteresse sein zu erfabren, daß,die Zudenoerfolgungen in Rumänien im hessischen Odenwalde, in Neustadt, nicht allein Anfang, sondern trauriger Weise auch Nachahmung gefunden haben. Wir baben nämlich anS sicherer Ouelle in Erfahrung gebracht, daß am Abend des „Zom Cipvur" oder Verföhnungstages auf vier aus dem Gotteshause kommende trauen geschossen wurde. Daß die Sache nicht als Spielerei zu betrachten fei, beweist der Umstand, daß eine der Frauen, die auch noch zufälliger Weise guter Hoffnung ist, i derart am Kopfe verwundet wurde, daß sie sofort : ohnmächtig mit Hülfe herbeigeeilter Leute nach Hause