Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 8 (1868)
- Issue
- 43 (21.10.1868)
- Date
- 1868-10-21
- Page
- Seite 246 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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246 V am jüngsten Beschlußfeste übereinstimmten: „Da hatten wir wieder einmal Gelegenheit, eine erhabene, edle, rein menschlich gehaltene Predigt zu hören, ast der das Gemüth eines jeden Menschenfreundes, welch' religiösem Bekenntnisse er auch angehöre, sich wahnhast erquicken konnte! , So spricht nur, wer von sstnem Gegenstände vollkommen erfüllt ist, wer aus der Tiefb feines Gemüthes die Begeisterung zu schöpfen und auf seine Zuhörer zu übertragen vermag." „Gottlob!" sc; sprach ein Freund zu mir, „daß uns wieder dis Ge-; legenbeit geboten in, ein anregendes, zu Herzen dringendes Wort zu vernehmen; das baben wir seit fahren; schmerstim entbehrt." *■) I; Einsender muß es einer kundigeren Feder uberlassen, die oben berührten, wie manche sonstige! Reformen an der Hand .der jüdischen Wissenschaft zu beleuchten; dock auS innerster Ueberzeugung kann er Ihnen die Versicherung geben: Der Jmmanuel-Vkrein bat eine Zukunft!! Hirford, 11. Oklbr. ES dürfte den geehrten' Lesern Ihres geschätzten Blattes nicht uninterqssallt, sein, zu erfahren, wie oft ein Verdienst, wennjleick still und bescheiden, 'dennoch seine Anerkennung findet. Diese Genugtbuung ward dem Lebrer Herrn Hbine am 1. d. ÄV znTheil, als an dem Tage, wo derselbe eine Dienstzeit von 2ö Jahren in der biesigen iarael. Gemeinde >urückgelegt hatte. An dem Morgen dieses Tages begab sieb der Vorstand nebst dem Repräsentanten-Cellegie der Gemeinde in die Wohnung des Lehrers, und nachdem , ne ihn als Jubilar ans! das herzlichste beglückwünscht hatten, überreichten sie ihm im Namen der ganzen Gemeinde ein Ehrenges henk von »0 Thalern und begleiteten dasselbe mit e ncm schriftlichen Schenkungs-Akt, worin als /Zeugnis; von dem Wohlwollen der Gemeinde die Motive der Delation auf das schmeichelhafteste für den Empfänger ausgedrückt sind. Dex Jubilar, dem zu der freut igen Uebcrraschung sich die Erinnerung der in einem Vii rteljahrbundert verlebten , nickt immer freudigen Lelcnsereignisse binzugcsellen mockw, war sichtlich gerührt unk erwiderte die Anrede der -Herren Gemeind Vertreter mit einigen angemessenen 'Worten des Da ikes. Heil der Gemeinde, welche so das Verdienst brer Beamten zu würdigen und dadurch den Lebensiautb terselbeN zu beleben versteht! ' Sie stellt, indeu sie Andere ebn, fick selbst das.schönste Ebrenkiplcm aus. 'St. Wien, Ist. Cct. In Galatz sind furchtbare Judenverfolgungen vvrgekommcn. Sämmtliche Synagogen sollen zerstört sein. , Auf die von der österreichischen Vertretung zu Bukarest anläßlich dieser Ei resse gerbanen Schritte bebufs. Währung der Interessen »> Wir bitten.den hochverehrten Redner, eine seiner ne icren Predigten in diesen Blättern;u veröffentlichen. Reil.! ckdr österreichischen Unterlhanen, begab sich der rumänische Minister des Innern persönlich an Ort und! Stelle. Derselbe setzte den Polizeipräfekten und den Ebef der Nationalgarde ab und sicherte sofortige Er- I Hebung des verursachten Schadens — unter -Zuziehung eines österreichischen Delegirten — wie Vergütung desselben zu. zWir wollen sehen. Redr) Berlin, 8. Okt. Ein Norddeutscher, .staufmann, Hirsch aus Halberstadt, erzählt in einem Schreiben an die „N sr. Presse" die Unbill, die er trotz richtig befundener LegitimationSpapicre von Seiten der Behörden in Rumänien erfahren habe. Da Rumänien noch nicht Rußland und die Reise dorthin noch nicht amtlich als sehr gefährlich bezeichnet ist. so kann vielleicht der Bundeskanzler auS dem Vorfall Material zu seinem Wirken für die deutschen Interessen im Auslande exclusive Rußland gewinnen und geben wir | deßhalb nachstehend den Wortlaut des oben erwähnl ten Schreibens: „Herr Redakteur! Sic haben widerholt die schnöde Roheit, womit in Rumänien, dem Geiste des neunzehnten Jahrhunderts zum Hohne, die Bekenner des mosaischen Glaubens mißhandelt wurden, an einzelnen Fällen gegeißelt. Man bat nichts besseres gewußt, als abzuleugnen; ich kann Ihnen ein Erlebnis; erzählen, das ein neuer Beleg für die Wahrhaftigkeit Ihrer 'Nachrichten ist. Einen- Tag vor dem israelitischen Neujahrsfeste wollte ick ein Schiff der österreichischen Donau-Dampsschisifahrts-Gesellschaft verlassen, um den Vorschriften meiner Religion getreu, während der hohen Feiertage nickt zu fahren, lozitcrn bis zu deren Ablauf in Turn-Severin zu verbleiben. Als ich in letzterem Orte landen wollte, prüften die Wachen meine Papiere und fanden zwar diese, aber nicht das in Ordnung, daß, wie daraus erhellte, ick ein Jude bin. Man verweigerte mir den Aufenthalt auch für kurze Frist, wenn ich nicht „Garantie" leiste; ich weiß nicht, welcher Art und zu welchem Behufe. Da -ich! entschlossen war, die Reise wider die religiöse Satzung -nicht fortzusetzen, und es eher daraus-ankommen las-, sen wollte, Gewalt stiber mich heraufzubeschwören, wurde, ich wirklich von den Bewaffneten vom Lande zurückgetrieben. Erst als ein höherer Vertreter der Behörde hinzukam, wurde mir für wenige Tage der! Aufenthalt in Turn-Scverin gestattet, aber man nahm! — wahrscheinlich zur „Garantie" — meine Habselig-; leiten, außer meinen ganz und gar gehörig befundenen Ausweisen. Als ich zur vorher bestimmten Stunde abreisen, und mein Eigenthum, wie verabredet, wieder an mich nehmen wollte, waren die betreffenden Herren abwesend; ich versäumte die Gelegenheit des Schiffes und hatte eine Reihe von Unannehmlichkeiten. Alles das verschlägt aber nickts, da ich dagegen so glücklich war, zu erfahren, was Rumänien unter einem i >