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Der israelitische Lehrer · 1868-10-21 · 43 (21.10.1868) · p. Seite 242

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
43 (21.10.1868)
Date
1868-10-21
Page
Seite 242 (sequence 2)
Language
German
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242 seu dieser wieder in die Schulstube verpflanz lind. Der zukünftige Schulmann ist meistens mittelloser, dürftiger Eltern Kind. T)er wenig bemittelte Fami ienvater, der sein Kind nicht gern zum Handwerker iusbilden will, dem' aber die Mittel feblen, nm es dem Kaunnannsirande cinrcihen zn können, fühn seinen Sobn rem Lchrstaiidezu, den er dem der Handwl rker vergebt, zumal die meisten jüdischen Seminarien durch Schenkungen, Staatsbülre/und. Privatwobltbater in den Stand gesei-t und, ibren Besuchern Stipendien }it gewähren cder dock Freitische und sonstige Beidülfe;n verschaffen. Fä, wir können das Terrain, aus dem vorzugsweise dem Lehrerffande seine Jünger zugeiührt werden, noch enger begrenzen nnb dinznsetzen, das; die Seminarien größientheilS vom Lande oder kleinen Städten aus sreauemirt werden, da der 'clb'i nnbemineitc (Großstädter eine gewisse Antip ithie gegen vas Lehrfach bat und immer nock;u bes'erer Earriöre ''eines Sobnes Nakb zu wissen glaubt. San nun unter.dciz angegebenen Verhält, iff'kn der 'Gesichtskreis eines solchen jungen Mannes bei 'einen! Eintritt in die Bildiingsanstall ein sebr eng begrcnner ist. liegt in der Natur der ^acke, und wer je Ecleaenbej: batre,- die jungen Ankömmlinge bei brer Ausnahme in die Seminarien in näheren Augenschein :u nehme:' wirk meine Bebauptnng gern bestätigen, s'iegcn nun aar die Verhältnisse des betreffenden Seminare aus irgend welchen berechtigten oder und rcchtigkc:: '^runden, noch derart, .das; dem Zögling je;liche Gelegenheit mangelt. 'ich in bcneni Kreisen;u bewegen, bwib: e ledia ich ans'Lehrbuch und Schnlmapvi bc- »chrän'r, so in leicht cinzuselwii, wie es bei >o ercli >iver Lcbeuswei'e nm die Umggnasgcwandtbeit des jr ngcn Ber:''Sgeiic>>en bei' Ansnabme 'einer Lebrertbätigkcit neb: Tie velge davon in; d-aw er bei 'einem Ein- :ri:: ins Ann oft male.-- denn noch immer s rickr vic Ber'önlichkeir ein gewichtiges Wort mit — nch viel 'chweriälliger.-iütd unbeholfener;i> bewegen weil';, als gebildete junge. Leute.-anderer Stände und als, - namentlich bei Leuten gewöhnlichen Schlages ebne groüe wisienichanliche Bildung. — von ihm voraus, csent irrere e,. weübalb er venu auch auf diese den allerun giui'tignen Eindruck , macht und deren schärfst ungleich ungerechteste abririk'eriäbn: nicht zu erw noch des Uebelstantes, dass dadurch auch der äiißeren i chri'il.' «Gemeinde gegenüber der jüdische Lebrc srand nicht in wünichenswcrrber Weste repräfentirr 3» einseitig und uiigewandl, um seiner neuen Ümge bung gegenüber den'rechten Ton zu treffen, grein ihn der eine;u boch. ..der andere zu tief, und so Tisbannonic und Verstimmung nickt auSbleiben will sich dieser znm Mittelpunkt seines Wirklings macken, uin den dis Gemeinde tick wie ein Trabant! oft ibnen kann Da reises bewege, vergißt aber' in seinem frommen Eiier tan man eben auch Licht verbreiten müsse und zwar klares, wohlthuendes Lebenslicht, um solcher Mühe werth zu sein. Jener wird trotz seines Wissens wenig beachtet oder gar verlacht, weil er sich nicht mit der gehörigen Routine zu bewegen weiß und zieht sich deshalb in sich selbst zurück, und der eine handelt so verkehrt wie der andere. Es steckt freilich nichts in diesem Form- und EtiquekkTnwesen, aber in den meisten Kreisen, worin der jüd. Lehrer im Flügelkleide, der selbstredend in der Wahl seiner Stelle nicht immer sehr penibel sein kann, sich bewegt, wird cs sicherlich dazu beitragen, feine Stellung angenehmer zu machen, wenn er sich mit einer kleinen Dosis davon versorgt; manche kleine Niederlage wird ihm ersvart bleiben und vor der Kritik mancher alten HaüSkatzc wird er geschützt sein. Hiermit soll ibm nun bei Leibe nickt empfoblen sein, etwa mit ängstlicher Genauigkeit jede Thorheit des lhörichtsren Commi» voyageur nachzuahmen, im Citiren abgedroschener, längst abgetbaner Phrasen und Lckalwiye mit ibm wetteifern wollen, mit ästiger Behändigkeit jede bingeworfenc Stecknadel anfzuheben, jeder Närrin tausend Schmcichelcien und Artigkeiten zu sagen oder es gar in Ton Tuiroteris ausarten zu lassen. TaS wäre io läppisch wie verächtlich, dagegen wird ihm aber auch feine gediegenere Bildung, sein Gefühl und sein natürlicher Tacl hinreichenden Schutz gewähren und verhüten, daß er nickt die Form über die Sacke stelle oder gar über der Form die Sache selbn aus den Augen verliere. Aber ohne alle Grazie gehl's auch nicht. Wer daher bis zn seinem Eintritt inö-Lehramt nicht Eelegcnheir halte, sich in die gesellschaftlichen Formen hineiinnleben, der bestrebe sich jent, sic sich anzueignen: er erleichtert nck dadurch den Verkehr mit der Laicnwelr und verschönert seine äußere Stellung. Aber cs wird ibm auch in seinen amtlichen Eigen'chafren von Runen sein. Um als Prediger im reckten Sinn w "'emcindc sprechen zn tönncn. muß er sic kennen, uiio um sie keuneii zu lernen, muß er 'ich unter sie mischen und mit ihr verkehren, sonst läuft er Gefahr, iic bald zu verkeil neu und von ihr verkannt zu werden. Tritt der Fall aber ein, so wird fein Wirken weder ihm zur Freude, noch seiner Gemeinde zu Run und Frommen gereichen, und dann isl's Jejt, fick' nach einer andern Stelle umzufehen. Und damit man's nur wisse, wer als Lehrer außerhalb des SchulzimmerS die pcrfonificirte Einseitigkeit repräfentirl, wird mich nie glauben machen', das; er nicht auch in demselben Manches über einen Leisten schlägt, was ganz verschiedenen Formen angehön, und auch der möge unbedenklich den Schulrock an den Haken hängen. Erwähnungswerth dürste wohl auch noch sein, daß ejn einseitiger, unbeholfener, junger BerufSgenoste vielfach Gefahr läuft, in den einzelnen Familien seines Wirkungskreises hinter seinem Rücken in G egen-

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