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Der israelitische Lehrer · 1868-10-14 · 42 (14.10.1868) · p. Seite 238

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
42 (14.10.1868)
Date
1868-10-14
Page
Seite 238 (sequence 8)
Language
German
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236 Wochenbericht. Alzen. Der Gottesdienst am diesjährigen Jim- Kippur-Feste hat dahier eine bedeutende Umänderung erfahren. Viele und große Stücke bedeutungslos gewordener Piutim sind gestrichen worden und die dadurch gewonnene Zeit wurde durch deutsche Gesänge und Gebete, Predigten und Bibelerklärungen ausgefüllt. Auch von den hebräischen Gebetsrücken»wurden außer den Stillgebeten meistentheils nur Gesänge und Responsorien. beibrbalten.' Der ganze Gottesdienst wirkte anregend, nirgends erschlaffend, sowohl für die su iktionirenden Cultus-Beamten wie für die Gemeinde. Aus Rheinhessen, 6. Sept. Eine wunderliche Mäbr durchstebl. unsere Prcvin;. Man soll in einer unsere Städte damit umgeben, eine genaue Zeibnung von der Hölle mlrxo „Gehinncm" nach jüdischer rc«i>. nach/der eingehenden Darstellung u rd Enthüllung eines sich Rabbiner nennenden Predigers unserer Provinz zu veröffentlichen. Doch Spaß!>ei Seite.! Die Sacheist ernst, sebr ernst. Zn einer Nebenirmagege unserer Provinzialbauprstadt M. g bt eS bekanntlich eiy«r auch in weiteren Kreisen bekannt m Prediger L)r, Der bat vergangenen Jomkipp ar in einer Predigt die Kabbala, die er sonst in ibr?n Auswüchsen — dem ChassidäismuS — zu bekämpf?» pflegt, zu Hülfe genominen, wahrscheinlich weil es ihm an wahrhaft jüdisch-deligiösem Stoff seblte. Er :rklärte, wie diejenigen, welche am Jcmkippnr nichtsastin, in die tiefste Hölle kommen, und bescbrieb dieselbe n rn ganz ausführlich: daß sie über 2000 Ellen groß n rd stets glühend sei :c.. Wie man börte, soll bei dim Herrn vr. die gen^re Bekanntschasr mit den Räuililichkeiren des Gebinnom von einer Reise dahin kxrrühren, die er kürzlich unternahm, um für bfc M tglieder der Kasseler RabbinerVersammlung Plä;e auSzunntrn. Db'S ihm gelungen, wissen wir nick t. Nur zur Vorstcht würden wir dem Herrn ratbea, bei nächster Gelsgenbeit auch für sich selbst ein n geeigneten ruhigen Pla.r daselbst zu reserviren. Mi n kann nicht Msen! -- Die Moral von der Geschichte ist: Die Jesuiten haben überall dieselben Mittel! Ich babe in einer katboliscben Kirche, einmal eine ähnliche, nur eben besser gebaltene Predigt gebört. W? Paris.. Die Archive« isr. tadeln mit Recst den cynischelt Spott, womit Albert Wolfs, Redakteur des Figaro, die Bestrebungen der Fricdensliga übecgießt, da diese acht religiöser und heiliger Art seiet. A. Wolff ist ein Deutscher und auch als Mitarbeit r des Berliner Wirzuitf Spcttblattes (Kladderadatsck) bekannt. Aber die Welk will es sc und bezablt dafü'. Wir wissen aus nahestehender Duelle, daß Hr. Wol f feinen Win und Spott 'mit 40000 Francs bczah r erhält und dabei noch eine Equipage zur Verfügung hat. Die Männer des Ernstes haben für ihre heilige! Bestrebungen dies alles nicht. Bei dieser Gelegenheit erwäbnen die Archive: auch der vielen spöttischen Mißdeutungen, denen bei spielsweise das „Gott Zebaoth" als „Herr der Heere unterlegen hat und verweisen auf die bekannte Deutung! wonach unter „Heere" die Sterne des Himmels zu verstehen seien. Wir halten indeß dafür, daß man darunter besser das Volk Israel als die „Gottesstreite: und das ziwi Gotteskampse berufene Heer" versteht. Man vergleiche Gen. 3^, 20 und Ex. 1-2, 41. An der erstem Stelle erhält Erzvater Jakob für sich uni1 seine Nachkommen den Namen „Israel" als „Gottes streiter," ein „.Kämpfer für Gott und seine heilige Sache"; an der zweiten wird das Volk Israel aus drücklich als das „Heer Gottes" nnics bezeichnet . * R. > Paris. Die Archive« fahren fort, Auszügh aus den statistischen Mittheilungen Legoyt's Betreffs der Juden zu geben. Danach ist die Population ders selben stet.s und überall im Wachsen, die Zahl den Geburten überragt die der Sterbefälle, die der weib lichen auch die der männlichen. Tie Juden bildet hierin eine Ausnahme gegen die übrige Bevölkerunc aller Länder. Eine ausreichende physiologische Erklä rung für alle diese Erscheinungen ist nicht gegeben Manches läßt ffch auk Naturell, Lebensweise, historisch/ und nationale Verhältnisse zurücksühren, aber mich: Alles. Dazu kommt, daß Naturell und Lebensweise der heutigen Juden im umfassenden Maße sich änder und der' übrigen Bevölkerung assimilirt, — und dock bleiben die '^cpuKTticn^perbättniffe der Juden wi: früher gesonderte und stechen gegen diejenigen de:: stbrigen Bevölkerung vortbeilbafl ab.!, i ‘ Interessant ist die günstige Meinung, welche Le!- : govt nicht blos über die Juden in nationaler, sonder» : auch in religiöser Beziehung.ausspricht: Er nennt sie die Missionäre zur Berhreitung des einheitliche^ j Gottesglanbens und der einheitlichen Verbrüderung! der Menschen. . Hiervon ist Notiz zu nehmen als einem geschichtlichen Fortschritte, welchen das Judenthum der Neuzeit errungen. Daß diese Idee unter den Andersgläubigen Wurzel zu faffen beginnt, ist ein bedeursames Zeichen fortschrittlicher Entwickelung. Paris. Im Jahre 1865' hat sich bekanntlich in Paris für Frankreich ein Verein für Verbreitung der jüdischen Literatur und Wissenschaft gegründet. Jetzt liegt der Jahresbericht über die Wirksamkeit des ersten Vereinsjahres 866/67 vor; derselbe ist von j Hr. Rodrigucs unterzeichnet. Zuerst wird der Manen zweier um die Wissenschaft sehr verdienter Männer gedacht: Munk und Furtado. Munk wird als die perionificirle Wisienschait bezeichnet, gleichzeitig werden

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