Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 8 (1868)
- Issue
- 42 (14.10.1868)
- Date
- 1868-10-14
- Page
- Seite 239 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/4896751-5428714-5431922--2139-4898523- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Galați 1× ep/1002400
OCR text
239 in ihm auch die Vorzüge als Mensch gerühmt. Schön heißt es von ihm, daß er zu den größten Gelehrten des dritten jüdischen Tempels zähle, dessen Aufbau von der Herstellung Israels an datire, des Tempels der Idee, des,Te»ipels des universellen Jerusalem. Furtado, CbefideS Bankhauses $youlb, war für die Wissenschaft deö Iudentbums bedeutungsvoll, indeni er ne mit Geld, aber was noch anerkennenswerther ist, mit seinem regen Eifer und Interesse unterstützte und förderte. Der Verein hatte über 6000 Francs zu gebieten und diese Summe ist nicht ganz verausgabt worden. Imei Bücher wurden edirt, das ist: „Sinai und Golgatba," von Grätz verfaßt, von Heß übersetzt. Das Werk ist noch, nicht völlig vergriffen. Das zweite: Der Ursprung der (neutestamentlichenl Bergpredigt. Das Werk ist bekanntlich von H. Rodrigues verfaßt; der Verfasser stellte dem Vereine 342 Exemplare für die Ja hl feiner Mitglieder zur Verfügung. Interessant ist der Eifer, woniit man jetzt auch in Frankreich den welthistorischen Berus des Iudenthums erkennt und pflegt. Man erkennt, daß der KatholiciSmus feine letzten Anstrengungen macht, um das Schifflein seiner kirchlichen Macht und der Beeinflussung des staatlichen und bürgerlichen Lebens in die finsteren Geivässer des Mittelalters zurückzudrängen, — und man sieht, wie der Protestantismus sich vergeblich bemüht, die Freiheit des Geistes innerhalb der kirchlichen und staatlichen Beschränkung zu retten. So begreift man, welchen Einfluß der frei. stehenden und sich frei entwickelnden Snnagoge vcr- "behalten ist auf die religiöse, staatliche, sociale, überhaupt civilisatorische Entwickelung der Menschheit. Für diese Idee ist es nöthig, die Iudeuheit zu interesfiren. Wir begrüßen daher mit Freuden den -hierfür ausgestellten Plan des Vereins, ein jüdisches Wochenblatt .zu ediren. Dasselbe soll Freitags erscheinen und den Titel führen: Le Samedi « der Samstag). Das vorläufige Programm lauter: Leitartikel, Wochenchronik, französische und ausländische Literatur, historische Studien über bedeutende Epochen und bedeutende Männer, neue Pirke-Abot oder die Hauptlekrcn des Judenthums, Auszüge aus dem Midrasch, Feuilleton (jüdischer Roman). Als die demnächst vom Verein zu veröffentlichenden Schriften sind angekündigt: Die Juden in. Spanien von Grätz, übersetzt von Schornstein und Vermischtes aus den Schriften Munk's, mit den Prologomena des MaimouideS und einer Biograpbie Munk's von Iadoc Kahn (dem designirten jugendlichen Consistorial-Rabbiner für Paris.) Diese Literatur bietet freilich für Deutschland nichts Neues. R. . Bukarest, 3. Oct. Aus Galatz werden neue Verfolgungen der Inden gemeldet. Die Tumultuanten drangen in die Synagogen ein, wobei es zu einem Kampfe kam, in welchem Viele verwundet wurden. Die Polizeimannschaft stellte schließlich die Ordnung wieder ber. Als Veranlassung dieser neuen. WuthauSbrücke gegen die Juden wird ein kleinlicher Gaffenstreit zwischen rumänischen und jüdischen Kindern angegeben. A e u i k t e t o n. Der Jordan und das todte Meer. Materialien zu einem Lesebncke für israelitische Schulen. Non 3. 3 stosrnmener, Muffer-Oberlehrer in S. a. UjhAv.' I. (Schluß.) In der Hochebene finten wir Ku r m n l, südlich von Hebron mit Ruinen von bedeutendem Umfange, welches um den Abhang und längs der beiden Seiten eines Tbales von einiger Breite und Tiefe liegt,, dessen Umfang ein halbrundes, von Felsen emgeschlosseneS Amphitheater bildet. Der Boden desselben bildet einen schönen Grasplatz mit einem künstlichen Wasserbebältniß in der Mitte., Die Hauptruinen liegen auf 'dem ebenen Boden, westlich von dem Amphitheater. Sie bestehen hauptsächlich aus den Grundsteinen und zerbrochenen Mauern von Wohnungen^ "und Gebäuden, die nach jeder Richtung bin zerstreut und durch einander geworfen sind. Auf einer geringen Erhöhung mitten in der Stadt stetst das Eastell, eine merkwürdige Ruine. Es ist viereckig.. mit den Seiten nach den vier Himmelsgegenden gerichtet. Die äußere Mauer ist offenbar a(t und scheint ein Wert' des Herodes zu sein. Die Gegend von Kurmul ist noch bebaut und fruchtbar, zwei Stunden östlich davon aber dehnt sich die Wüste. Iunäcksr aus das Gebirge folgt eine wellenförmige Gegend, welche noch heute fruchtbar ist und den Hauptweikegrund der Beduinen bildet. Dann kommt eine Reibe weißernackter, kegelförmiger Berge, meist unfruchtbar und den See begränzend, ein rauher felsiger Streifen, von tiefen Wadys durchschnitten. In diesem letzten Streifen haben wir ungefähr Kurmul im Osten, gegenüber der Wüste von Engedi, welche in Davids Geschichte eine Rolle spielt, eine Gegend von allen Seiten voll von Höhlen, die David und seinen Leuten zu Schlupfwinkeln dienen mochten. Die Stadt Engedi, von der die Wüste den Namen bat, führte früher den Namen Hazazon Thamar (Palmenort). Alle Wege, welche von der Höhe des Gebirges' Juda zum lobten Meere hinabführen, sind schauerlich. Höhlen gibt es hier in Unrabl, die Gegend iff von Tbieren reich be-