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Der israelitische Lehrer · 1868-10-14 · 42 (14.10.1868) · p. Seite 235

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
42 (14.10.1868)
Date
1868-10-14
Page
Seite 235 (sequence 5)
Language
German
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235 uötbig machen würde. Lolche Selaven werde» stets anf'S Sorgfältigste gemieden. Wenn die Kalascka's den Handel zurückweisen, so trei en sie desto unbedenklicher in die Reihen der .«irieger. Sie sind sehr mutbig und verlbeidigen sich mit vieler Beharrlichkeit gegen ibre Angreifer. In den Provinzen, wo ihre eiabl stur einigermaßen bedeutend ist, flößen sie ihren Rachbarn Achtung ein und werden nie ungestraft angegriffen. Während die Kalascka's ini Rorden alte Bitterkeit der grausamsten Bedrückungen erdulden müsien, sind die jüdischen Bewohner von Atyet'er und Kuara et» «Gegenstand ernster' Kurckt für die AinharaS. Ter' Aönig n>e<,(ior<n» zählte Tausende von Kalascka's in seiner Arinee. Sie lieben ibr Barerlaud über Alles und gercitben in Wutb gegen Jeden, der es lhagt, über Abyssinien oder' seine Bewohner eine lingünstige Beinerkung zu machen. Tas Recht wird durch Aelkeste sSckimagel ieb gebandhabl, vor welchen die >t lagen und Streitigkeiten angebracht werden und deren Urtbeil von beiden Parteien stets geachtet wird, Riemaud wagt es, sich demselben.zu Wiedersehen 'oder an die ambarische Behörde zu appelliren. Tie Kalascka's sind gewöhnlich lnhig, und Streitigkeiten sind nickt selten unter ibnen. Jeder venbeibigt seine Sacke mit großer- Beredrsamkeit und ausdrucksvollen «R'berden; aber diese Hitze steigert sich nie bis zu Thärlickkeitcn, und sobald man dazwischen tritt, um sie zur Bernuntt zu bringen, ver-! gessen sie, was vorgesallen ist. . Zur Ehre der Krauen muß ' man sagen, daß sie Las gute nachbarliche Einverständniß durck ibre Handlungen niemals stören. Ihre religiöse Einheit hat fick seit unvorkenklcken Seiten erhalten obne Sckisma, ohne Seele, ohne Parteiung. Jede Provinz, jede-Stadt unterwirft sich freiwillig der Entscheidung ihres Priesters und ibrcr Tebteras. Jede «Gemeinde ist autonom und unabhängig. Rur in dem Kall,, wo eine große Gefabr die Religion bedroht, vereinigt man lick, um den gemeinsamen Keind abzntreiben. Tank dieser Einigkeit ist es den schwachen und unwissenden Kalai'cha's gelungen, die Streiche abzuwehren, welche die fromme (<ke-v<>0 Sckaar der Missionäre undBekedrer ad majomu Hei gioriam et ecc-lesiae gegen sie zu führen gedachte! TieMlascka's bilden eine» getrennten Brucktbeil «stae- 5l<g> di8ti„ote) des Iudemhums. Ihre (Gebräuche und Eermonien setzen den Theologen in das allerhöchste sau plur- „aut «legre) Erstaunen. Sie bfsiben unsere gesammte heilige Sckrift ieauon) in der Gees-Sprache, nebst deli von der abyssiniscken Aircke angenominenen apocrypbischen Bückeni. Biebrere bei uns bestehende cerernonielle Einrichtungen;. B. die Halbfeste, chanuka und Purim, finden sich bei den Kalascka's nickt. Dagegen beobachten sie verschiedene Eereinonien und eine große Anzahl Halbseier tage, die fick auf. andre apocryphiscke Bücher gründen und zum Tbeil aus sehrverdächtiger Quelle herrühren, denen sie jedock mit einer Zähigken ergeben sind, die einer bessern Sacke würdig wäre. Da sie keine Kenntniß des mündlichen Gesetzes haben, so sind Uwe Gebräuche nach einem besonder» System der Auslegung des heiligen Textes geordnet, daö mit der Erklärung der andern jüdischen Seelen (?) nickt immer im Einklang steht. Man hüllt fick beim Geber nickt in das geiraitzte Orange) Tallis; man kennt den Gebrauch der Plmlakierien l bekanntlich die Tesillin' nickt, auck die Tbüren sind nickt mit Mesusia's vergehen. . — Bei einem Bolke, das seit Jahrhunderten von allen Weltbewegungen fern lebte, kann man keine große Entwickelungen geistigen Reicklhuins erwarldn. Dennoch haben wir bier eine» neuen Beweis, daß der 'jüdstcke «seist »0 'ganz zu unterdrücken ist. To whtt auch den Kalaicka's uickw eiue stiieralur in der t^ees- Sprache, den Apoernpben nackgeabrnl und im Style der M'irraickim. Ter Mvstieismns. dessen Anöbrücke beute noch im Sckooße res eiviliurieu Europa furcklbar sind, bat Abyssiuien über>ckwemui! und ''eine stegioncn von Teufeln, Engeln, sauberer» dort eiirge'iibrl. Tie Teuselsanotreibungen und Aniulele sind iedock »ikler den Kalaicka's nickt so häufig, als iima den Ebristen mib Bcubamedanern. Tennock össnet der blinde Bolksgiaukw an ein geschriebenes, einen heiligen Rainen irageiideS Bu'ck, dem heilloie» Aberglaube» Tbür und Tbor. Rickl «ellen sielst man die Kalascka's fick erbauen in der steeiüre eabba listiscker stcamen in stibelleu, die es nur ickleckl verbergen können, daß sie gar nickt jüdischen Ursprungs sind und fick dock der steicklgläublgkeit des Bottes kübn aufzstdrängeu wissen. Tie Tradiriouen, die fick unter den Kalaicka's über ibre Herkuvst erhalten haben, bieten ein schwerzu entwirrendes Gemenge von Sage und «beschickte dar. Ueber die Jeu ihrer Einwanderung i» dels stand erzählen sie dieselben Umstände wie die Ebristen. Sie behaupten nämlick Abkömmlinge jüdischer Sendlinge zu sein, welche ein Ebrengeiolge für M r* Kaa, die berühmte.stönigin von Saba, und für ihren Sobn >l.■ uilek, der den .stönig Saloino zum Baker batte, bilderen. -Bon de» Tbalsacken, die fick seil der christliche» .Zeitrechnung mit ihnen.zugetragen haben, sindeir sich -lmr unbestimmte Erinnerungen bei ihnen. Sie wissen, daß sie in der Borzeil ein unabhängiges Reick unterder Herrschaft von Königen und .stöniginuen bildeten, welcke ««stdeon und Judith bießenz in verschiedenen Provinzen wird noch von diesen gesprochen. Ein ehrwürdiger Greis, Alilui > >i«u mit steamen, zu Semen wohnhaft, wird'allgemein als der jetzige Sprößliug der gefallenen Herrsckerfamilie anerkannt, deren Romen erträgt. Ter Er Statthaltervon Semen, Ubieh, der die christliche Religion bekennt, glaubt steif und fest, daß seine Kamilie von diese» jüdischen .stenigeu, seinen Abnen. in der siebenten «senerativu abstaminl. Die Wiederherstellung der jüdischen Rationalität ist iiir die Kalascka's einer der Haupiglaubensariltel. Ueber die An kunft des Btessias babeir sie keine Theorie lind gebrauchen selten den Rainen Messib, um das zukünftige Haupt der Ra non zu bezeichnen; sie nennen ihn „des stowen Sobn" mit Anspielung auf seine Herkuirfl, da er aus >)uda stammen I

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