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Der israelitische Lehrer · 1868-10-14 · 42 (14.10.1868) · p. Seite 234

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
42 (14.10.1868)
Date
1868-10-14
Page
Seite 234 (sequence 4)
Language
German
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234 ihrer Regeln, Dieni'Aen, die einen Leichnam berührt haben n. s. w- Tie Aussätzigen find nock vollständiger abgescki, - den: oft und sie verkamml, im Schauen zines Carlus od> r Baobabs der große Affenbrodhauin) du schönsten Jabie ihres Lebens zu verbringen. Was das Uebel noch vermehr, ist, daß inan/ in Ermanglung der geringsten mevieinischei Kennmisse, oü Menschen zur Einschließung verdammt, b>i denen NA kein Shuivrom der Krankheit zeigt. In der Ecke des Falaicka-Torfes erhebt sich das Gott geweihte, Mes g id, „Änbemngö-^tr" genannte.Haus, desse l Bestimmung .mehr der des,Heiligthin»s al! unserer' modernen Synagogen gleicht. Tas All^rheiligst: wird nur am BenöhmingStag <>u parckou, vom Hohen - prieiter betreten: der andere Theil wird während > des d>'e deck den Priestern geöffnet, das Volk stellt fick im Hofe aber beide <Geschlechter' gelrennr, auf. Tiefe strenges Einrick - tung, besonders was das Vorrecht des Hohepriester^ betrifft, ist fast ganz in Abnahme gekommen und die Rasirjm betre len ebenso wie die Priester den Tempel. In einer! Ecke der j Hofes befindet sich Ser, aus unbehauenen Steinen erriditet Altara dort bringt man die gebräuchlichen, herköm in licket s'u-->8 ,i C.pfer dar, die mehr den Charakter einer Erin nenliigHfeier,>-srs-»>.>,»«:» als einer vorgeschriebenen Pstickl haben. Teswegen,/'?1 suchte man fi> nie mit den mosaischen Vorschriften in Einklang zu bringen Am Tabbaih und Iom-»kippur wird kein Opfer dargebracht Bon alten Opfern ist das,'welche man für die Seelenrubi eines Verstorbenen darbringt, bei den Falascka's so wi> bei den verschiedenen Völkerschaften Abyssiuiens, das gebräuchlichste. /an Umkreise ~Deö Tempels sind die Häuser der Priester der Hüter des .Heiligihums, zerstreut. Sie beobachten eine strenge'Reinheit, bearbeiten ihre m'lter, bereiten ihre Rahrung selbst und halten sich von allem weltlichen Geräusche fern- Tas Volk bringt ihnen einen Theil der Aernle und auch andere Geschenke, .besonders am Vorabend dpr hohen Feiertage. Tie Priesters beschäftigen sich 'hauvtsäcülich mit der Erziehung der »linder, die sie in der Bibel und in den traditionellen Iiebräucken unterweisen. Eben so ist es nrit_ den Äscerikern oder r>!asirim, die sich durch ein Gelübde der" Enthaltsamkeit und der Keusckheiteinem geistigen Gefühlsleben nu-Hitath'ii spiritu«ile) hiugeben. Das Stuyinm der bchlifcheu Gesthichte wird ziemlich gepflegt: Kleider! gehört die Kunst des Schreibens selten zum Lehrplan.! Ans der' Mille des heiligest Bezirkes steigen die Gebete der (^laubigen zum Himmel empor. Bon Mitternacht an hört man den hellen, rhythmischen 'cadenc* und stielanchoi liscken Ton der.Borsänger chautn-s, denen das üiniönige! Reciialiv der Umstehenden antwortet. Tas Lob des Ewigen, das .Heil Israel's, die. Liebe zu Jerusalem, die Hoffnungen aus eine für die gei'ammle Menschheit glückliche Zukunft, die st unddie Ideen, welche ihnen Seufzer und Thränen, ' mit Hoffnzmgs- und Freudenrufen gemischt, auspreffen. ' Der Anbruch des.Tages unterbricht die Gruppen.der bingebenden KotteSdiener nicht, und nie geht die Sonneunter, ohne daß die Ecko's ringsumher nickt zweimal wack gerufen werden durch die Töne dieser unermüdlichen Beter*). Das Gebet beginnt durch die Rufe: Abba, Abba Vater), und unter häufigen »tniebeuguugen werben die Worte: Adirt. Al.i^t! (Herr! Herr!) mehrmals mit der höchsten Inbrunst (tVnrcur extreme) ausgesprochen. Der häusliche Heerd ist ebenso rein wie das Heiligthum. Die Frau ist frei, fast unabhängig, aber steißig und bescheiden, führt eine reinliche Haushaltung und trägt durch ihre Arbeit zur Ernährung der Familie bei. Sie leitet bas Hauswesen, und, der Liebe ihres Mannes sicher, steht sie ihm.in den schwierigsten Lagen des Lebens treu zur Seile. Tie Bietweiberei ist durch das Gesell nickt verboten, wird aber als eine tadelnswertbe Handlung angesehen. .stebsweiberei ist ganz und gar unbekannt- Die Heiralhen finden erst im reifen Alter statt, von einer Ehescheidung hört man nur sehr selten. Tie Reuverehelickten bleiben zehn Tage zu Hause ohne auszugeben. Beil Todesfällen besorgen drei oder vier Personen das Waschen und die Beerdigung, das Bolk begleitet betend den Leickenzug bis an die Hecke des Begräbuißplayes. Am siebenten Tage sckeerl man sich die Haare und bringt das Opfer für die Seele des Berstorbenen dar. Die DebleraS l Cbacbam.s) und Armen nehmen Theil an der Mahlzeit und Unterlasten nie, die Tugenden besten, den die Fainilie so eben verloren hat, zu loben. Tie Falascka's, die den Ruf guter Ackerleute haben, stellen zugleich die gewerbliche »klaffe der Laitdesbewohner dar: alle Handwerke werden fast ausschließlich von ihnen betiiebe»; sie sind Schmiede, »iüfer, Töpfer, Weber, Baumeister u. f. w. Biele unter ihnen rerftehen mehrere Handwerke. Tie Frauen helfen ihhen Männern bei allen Arbeiten und verlasteu sie nur, um den häuslichen Sorgen obzuliegen. Die Burschen hüten die Heerden, die Mädcken schöpfen Waffe» und verbringen ihre Zeit mit Spinnen der Baumwolle. Der Handel ist bei den Falascka'S. nickt beliebt. Sie be- | trachten ihn als ein Hinverniß für die treue und strenge Beobachtung der religiösen Vorschriften. Besonders'verabscheut sind die Selavenhändler, deren Geschärt als wider das Gesetz (illegal, erachtet wird. Wenn, ein Falascka zufällig in den Besitz eines Selaven gelangt, bemüht er fick, ihn in die Zehngebote und Reiniguugsgesetze einzuweihen; dann wird jener sofort als Jude betrachtet, kaun nickt wieder verkauft werden und nickt länger als secktz Jahre dienen. Bei Ablauf dieser Frist wirb er als Jude erklärt und tritt ohne alle Beschränkung in den Schooß der Gemeinde. Die Selaven, die sich weigern, die Lehren (dogme») des Iudenthums anzunehmen, können weder zur Bereitung der Speisest,-, noch zu häuslichen Diensten verwendet werden, wegen der ' mühsamen Waschungen, die ihre Berührung jeden Augenblick *f Da braucht man sich über die unter ihnen herrschende 1 ärmutb auch nicht zu verwundern. Der Uebersetzer.

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