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Der israelitische Lehrer · 1868-10-07 · 41 (7.10.1868) · p. Seite 230

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
41 (7.10.1868)
Date
1868-10-07
Page
Seite 230 (sequence 6)
Language
German
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230 allgemeiner Betheiliguug erstellte. Zahlreiche und sinnige Trinksprüche wurden dargekracht.! Am Samstag Morgen fand noch eine religijöse Rachfeier in dem neuen Gotteshause statt. Dr. Rothschild predigte daselbst über die Zulässigkeit und Ncßhwendigkeit verständlicher Gebete, erhebender Gesänge und belehrender Predigten, M sonst der Neubau von Synagogen zwecklos sei; ja er schade, .wenn die Besten sähen, daß ste ihre Kräfte.umsonst geopfert; die Sslt- Frcmmen zehrten vom überkommenen Gute der Bäder, ohne dessen Fonds zu mehren, dw zukünftige Gesteralion stände dereinst verarmt da, ohne Gott und Religion. Die Predigt war von ergreifender und hoffentlich auch von nachhaltiger Wirkung. Hervorzuhel en ist noch die Art, wieDr. >Rden priesterlichen Schlr ßseg'en am Abende wie am Morgen ertheilte; es waren tief zum Herzen gehende Worten . Die Reihe der Festlichkeiten beschloß am Abend ein Ball im Böcker'schen Saale; auch hier war ne Betheiligung eine allgemeine,, namentlich hatten sich viele stemde Gäste aus der Umgegend eingefunden. Alle Festgencsscn werden gewiß in dem Wunshe übereinstinimcn, daß die im ganzen Verlaufe ter Feier vielfach zu Tage getretenen Kundgebungen auf Erhaltung des Friedens und der Eintracht der Consefficnen sich dauernd bethätigen mögen! Mitlhellungen äer Allianee Isruelile Dviverselle; Don den Falaschas. Aus dem Berichte des H. Halsvy an den Centrgl- I Ausschuß der Alliance israelite.;. Unsre Leser erinnern sich gewiß, daß tieAilianie israelite fcci Gelegenheit. der englischen Expedition nach Abyssinien einen gewissen Joseph Halev i mit einer Landung nack diesem Lande betraute, um genauere Nachrichten über die Kalasch a's einzuzieben, einen schwarzen Bolksftainm, über dessen Bekenntnis, zum Indentbum man bis zu diesen Tagen noch im Unklaren geblieben in. Herr Joseph Hal-evi ist so eben in Begleitung eisses jungen Falascha zurückgekehri und wir geben ün lliachftebande« einen vollständigen Auszug seines so eben an das Eüntral-Comit^ der Alliance abgestatteten Berichtes. „Meine Herren," berichtet Halevi, nach einem die großen und erfolgreichenBemübungen der Alliance anerkennenden Eingang, „eine neue Babn öffnet sich Ihrer TTätigkeit. Der alte Boden Aetbtopiens offenbart Ihnen estdlich das Geheimniß jener Bevölkerung, von der man his jetzt kaum mehr als den Namen kannte, jener Falascha's, die, treu dem aus Sinai geoffeubarten Gesetze, die verschiedensten Zustände (phases) des geselligen Lebens durchlaufen und trotz vielfachen Mißgeschickes nichts von jener Lebenskraft eingebüßt haben, welche die Böller befähigt, sich auf die Höhe des neuen Geistes zu erheben, der unsre heutige Gesellschaft durchwebt. Ja, m. H., die Falasckas Abyssiniens, ein Ibätiges, begabtes, vielversprechendes Bolk, baben mick beauftragt, der Alliance israelite ibren Brutergruß und ihre Danksagungen zu überbriugen. Nickt ein Brief ist es, der von ihren Gefühlen Zeugniß vor Ihnen ablegt. Tie Kunst des Schreibens ist in ibrem Lande wenig verbreitet. Tie schreckliche Anarchie, die diese Gegenden beständig durckwüblt, bringt das Leben kessen in Gesabr, bei dem man andere als Hankelsbriefe vorfindet: er macht fick leickt des Berraths verdächtig. Um Idnen ibre Achtung und die Bewunderung Ihrer Unternehmungen zu bezeugen, baben unsre abyssiniscken Glaubensgenossen ein besseres Mittel gefunden. Dieser Jüngling bier mit den beweglichen und ausdrucksvollen Zügen ist erwählt worden, um Ihnen die Huldigung seiner Mitbrüder zu überbringen. Er kommt zu Ihnen mit der flebendlicken Bitte, die Alliance möge ibm eine religiöse und wissenschaftliche Erziehung geben lassen, damit er dereinst der Lebrer und Bildner (civilisateur) von Zehntausenden (myriades) werde, die nach dem Lichte begierig sind. Er wird Ihnen selbst die Ziele seiner Wünsche und seinen Dank ausdrücken. Er spricht amharisck als Muttersprache, ich werde Ihnen den genauen Sinn' seiner Worte in französischer Sprache wiedergeben. Dock vor Allem habe ick Ihnen von meinem Aufenthalte unter unfern Glaubensgenossen in Abyssinien Rechenschaft abzulegen. Ick werde demnächst in einer ausführlicheren Arbeit alle Bemerkungen niederlegen, die ich am Drte selbst gesammelt habe; ein„Bersuch über die Falaschas," wird dem Publikum vorgelegt und Ihrem Eoinits gewidmet werden. Diese Arbeit wird es versuchen, einiges Lickt über die geschichtlichen, ethnographischen und religiösen Räthsel zu verbreite^, welche die Juden Abyssiniens und die übrigen Bölkerstämme daselbst darbieten, die bis jetzt in Europa so wenig bekannt sind".... Halevi beschreibt zuerst den Weg, den er eingeschlagen. In Zulu verließ er das englische Heer und war am 24. Movember (1667) zu leeren im Laude der Logo», einem Lande, um dessen Besitz Egypten und Abyssinien sich streiten, nahm seinen Weg gegen Bar ca zu, dessen weite Ebenen der mächtige Stamm der Beni-Amer durchstreift, kam ins .südliche (?) Sudan, und überschritt den Tacazze bei einer Insel, Adon-Ldri«, wo ein Europäer, der mit wilden Thieren handelt, einen Iagdposteir errichtet hat. Dock er spreche selbst: „Zu Hir-I,ebano, traf ich eine kleine Caravane des Stamms der Dabcüna mit ihren Kameelen, die Salz und Baumwolle nach dem Markte zu Hadtda brachte. Ich

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