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Der israelitische Lehrer · 1868-09-16 · 38 (16.9.1868) · p. Seite 205

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
38 (16.9.1868)
Date
1868-09-16
Page
Seite 205 (sequence 5)
Language
German
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205 ■ L In wenigen Tagen waren über 20,000 Dollars in Baltimore selbst gesammelt und die verschiedenen Logen der Union schicken sich eben a», zu dem wohthätigen Werke nach Kräften mitzuwirken und den Unglücklichen aufzuhelfen. Zwei unserer Glaubensgenosse» und in der Iluth > ertrunken. — In Cleveland wurde am 14. Juli unter großen und erhebenden .Ieierlichkeiren ein „Asyl für jüdische Waisen", ein Haus, daS in seinen prachtvollen Räumen 100 Waisen aufnehmen kann, eingeweihr. Es wurde vom Benei-Beritb-Qrden gestiftet und insbesondere durch die grauen Amerikas reichlich bedacht. Der „ Israeli«" nennt den Tag der j Einweihung den glanzvollsten in der Geschichte der Juden Amerikas. , '! Wir». i^. September. >.,> a n a l i s ch e Gräu e lt hat.» Aus dein durch seine mittel alkerlichen Barbareien berüchtigten Rumänien wird nunmehr wieder folgender Gewaltakt gemeldet: „Einem serbischen Juden, Namens Isaak Salomo» . narb vor :'< Jahren 'ein Weib, welches ihm einen Säugling im Alker von einigen Wochen zurück! lies;. Ter nnglückliche Baker, der einen Bruder in! Konslantinopel bat, übergab fein Kind einem ebenfalls j in Konttanrinopel tomicilirenden griechischen Weibe j .gegen monallicke Bezahlung zur Ernährung und Pflege. . Bor einigen Wochen schrieb Iiaak Salomon an seinen i Bruder in Krnsranlinopel, er möchte sein nunmehr j dreijähriges Kind aus rc:n Hawe der tfiricchin weg-; nehmen und seine!» Ircuntc, Herrn Raphael Meinlam aus Belgrad, übergeben. Dieser reise eben von : Konttankinopel in seine Heimakb. und werde ans .vreundlichkei: das Kind milnehiiie». Herr Raphael Mesnlam, ein wohlgelitrcncr, biederer OKschäskSmann. nlik einem ordentlichen serbischen Reisepässe versehen und im Besitze der Briefe an Isaak Salomen, dem er icin stink aus Gcfälligkeir mittühnc, reiirc Eure Juli von Krnnantincpel ab. Auf dem Schiffe lenkte das dreijährige, feiner gewohnlen Umgebung entzogene; und deshalb viel lveincndc Kind die Aufmerksamkeit der Basiagiete ans fick. Da das Kind auch nur die Sprache 'einer Pflegemutter, nämlick' griechisch und " nicht jüdi'ch, (? i verstand, tauchte bei der Reisegesellschaft, die meiir aus Rumänen bestand, der «'Kdanke ans, es iei dies ein gestohlenes Ehriffcntind» das der Jude zum österlichen Blutschmause nach Belgrad führe, (nn solcher von einem der Mitreisenden ausgesprochener Verdacht erhitzte die Geinülher Aller. Stürmische Querfragen und leidenschaftliche ertemporirte Verhöre, die vielfach an Raphael M. gerichtet wurden, ließen denselben schon nichts Gutes ahnen. Bald sollte seine , Ahnung sich in traurigster Weise verwirklichen. Als j das Sckifs am 5. August in Turn-Severin angelangt - war, fielen die Rumänen mit gräulichen Schlägen über den armen Juden her, schleppten ihn vom Verdecke des SchificS und zerrten ihn unter wildem Ge schrei eines mittlerweile angesammelten DolkShaufens, ans vielen Wunden blutend, durch die Gasse. Der herbeigeeilte Stadtdirektor (Präsccti lies; den Pöbel gewähren, trotzdem er sich durch die ihm übergebenen Reisedokumente des Raphael M. von »essen Unschuld hinreichend überzeugt halten mußte, ^a, noch mehr. Auf Befehl eben dieses Herrn Dircctors wurde Raphael M, der nicht einmal gerichtlich verhört worden war, nachdem die Schergen sein Haar gleich einem vcrurtheiltcn Perbrecker abgeickoren barten, in den Kerker geworfejis wo er die jämmerlichste Marter und Prügelei erleide,! mußte. Das Kind, welches nun ganz verlassen dastand, wird auf Aircrdnung des Direktors in einem christlichen Hause festgebalren Dieser Vorgang und das jetzt von Mund zu Mund enrsirende aufgesriichtc Märchen vom Gebrauche des Obriitenblmes an jüdischen Qstcrn versetzte die ganze Stak: in die größte Aufregung, die derart gefahrdrohend für die dortigen jüdischen Iamilien wurde, daß die meisten derselben ihr Heil in der Flucht suchten. Einer der Flüchtlinge telcgraphirte von Qrsova an das rerbifche Eoniulat in Konfianlinopel, welches auch soglcick amtlich die Wahrheit der Aussagen des Raphael. M. und denen gänzliche Unschuld telegraphisch bestätigte. Doch die Präfectur in: Tlirn-Scverin kümmerte sich wenig um dieses amtliche Telegramm eines serbischen Eonsulats und wagt es, ebne'Beweis und Rechtsgrund, einen serbischen Unterihan zu verhaften unk zu mißhandeln. Literarisches. moj? iid. Rödelheim. I. Lehrberger und Eomp. 186-^. , Unter diesem Tiial ist auS der obigen, rükinliä'sl bekaiinrcu Qfiizin, unter Redaction des ebenso bekaynreu S- Baer, eine neue Ausgabe des Siddnr kriinel len Gebelbuchst in kleinem 4" bervorgegangen. :Aach dem Titel enthält diese Ausgabe die gewöhnlichen Ge beic für alle Tage des IabreS, Iczeroth für Sabbate. Selichoth für die Fasttage, die ersten Abschnitte der Tora-Borlciungen, Maamadotb, den Psalter, und einen selbständigen Eominentar Wir haben hier eine schöne, korrekte und splendide Ausgabe; als solche eine willkommene Erscheinung. Es fehlte bisher eine solche, namentlich für den Fsficiellen Svnagogen- Gebrauch, und zu diesem Iwecke empfehlen wir dieselbe allen Gemeinden, Vorsteher, Rabbiner und Lehrer mögen sich daher die Anschaffung und Benutzung Behufs des öffentlichen Gottesdienstes angelegen sein

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