Mannheim
Compact Memory

Der israelitische Lehrer · 1868-09-16 · 38 (16.9.1868) · p. Seite 203

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
38 (16.9.1868)
Date
1868-09-16
Page
Seite 203 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/4896751-5428714-5431914--2097-4898485
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

-j- 203 - Gestaltungen geben der ReligionSgemeindc Zweck und Beeine Waste in die Hand gibt, die Bestrebungen von deutung. „Wo nicht — nicht."!! vornherein zu verketzern und das Gelingen zu be- Nnd in den kleinen Gemeinden? Wir glaubten hindern. Die Laien aber — und wir betrachten uns und glauben auch jetzt noch, daß ein frischer Geist! . in dieicr Dichtung auch als Laie — dürften den von diesen ausströmen und" auf die größeren Geistcin-! Angriff von weit bedeutenderen Lebensfragen deS den zurückwirken könnte. Wenn wir aber im Augen-! Judenlhums erwartet baben: Principien und Leblickc auf den größten Theil derselben schauen, so erbcnsgestaltuugen, wie eben etwa die Bildung der greift uns der beunruhigende Gedanke, daß auch hier I Nabbinen, sowie der Lehrer und Eultusbecnnten für die bald der letzte Nest religiösen Interesses geschwunden j kleinen Gemeinden. Doch, wir wollen warten. Aber wir sein möchte.; können nicht umbin, unsere Ansicht auszusprechen, daß . Der Lehrermangel greift immer mehr um sich i das Rabbi natswesen selb st einer durchgreifenden und Nichts geschieht, diesem Uebel abzuhelfen. Nachdem .! Umgestaltung bedarf, soll es wieder Autorität gewinnen vor etwa 20 Jahren die verkommenen Lebrergestalten; uns seine Aufgabe im neueren Jndentbnm würdig der alten .-zeit immer mehr zu schwinden schienen, i durchführen. Wir cor.siatiren mit Bedauern, daß es noch bringt uns der Lehrermangel in jüngster Zeit wieder j beule sehr viele unter den Nabbinen gibt, die den Lehrereine junge Klasse solcher leerer Menschen, hie ohne . stand geringschätzcn und dem Lehrer gegenüber etwa genügende Vorbildung, ohne Charakter uud Qnalisi-! dieselbe Stellung einnebmen möchten; wie die christlichen eation als Lehrer, für kurze Zeit Stellen suchen! Geistlichen gegen ihre Lehrer; die denselben — haben und finden. Wanderlehrer, die fick von den Bachnrim > wir ja erst neulich ein eklatantes Beispiel davon ge- — der alten Heil durch nichts unterscheiden als durch j babt und in diesen Blättern berichtet — nicht als eine womöglich noch größere Ignoranz bei unerhörtem : Freunde und Beratber, sondern als die mit Autorität Dünkel, bei 'Aufblähung und Anmaßung. Cs ist i und Mack: bekleideten Unfehlbaren gegenübcrtreten. Zeit, daß ernste Schritte geschehen, um hier .einznj Es ist das ein Gegenstand, der noch sehr der Klärung treten. Es ist die Aufgabe der Gemeinden und ihrer bedarf. Wir niöchten aber nur die Herren Nabbinen ' Vertreter, Mittel zu suchen, um würdige Lehrer, Männer — deren Amt uns ein hohes und heiliges ist und die von Charakter und Wissen für ihren Gottesdienst und wir als die Vertreter der jüdischen Lehre, als die ibrc Schulen zu finden. Dieses Mittel liegt aber berufenen Leiter und Führer des BolkeS hochachten — im I u s a in m e Fsü ließe n vieler Gemeinden, in der auf diesen Umstand umsomehr aufmerksam machen, Constituiruug von Synagogen- und Schulsprengeln, als unsere Gegenwart eine unbedingte Selbstständig- und in der Bereinigung zur Gründung und kcit für alle Klassen der Gesellschaft und für alle Bell nt er Haltung tüchtiger Bildungsanstalten rufszweige fordert und es umsomehr geboten erscheint, für Lehrer. 's. daß diese in sich selbst diejenigen Momente vereinigen, Tie Nabbincr der fortschrittlichen Züchtung haben die sic zur Währung ihrer eigenen Selbstständigkeit in der jüngsten;->cit Schritte gethan, die wir aufs tauglich mackt dadurch, daß sie die Selbstständigkeit Freudigste begrüßen, wie Alles, was zur Hebung, anderer Berussklafsen nicht gefährden. Förderung und Belebung der religiösen Entwicklung Wir wollen noch ferner darauf aufmerksam machen, innerhalb des JudentbumS. beitragen kann. Wenn datz wir gerade unter dem Nabbinerstande jene Friewir nun auch den bedeutendsten Beschluß der Easseler densliebe, Eollegialiiät und Parteidisciplin ver-, Nabbineryersammlung, die die Berufung von Synoden missen, die zu einem geeinigten .-Zusammenwirken, un- — als heilsam, uothwendig und-zeitgemäß anerkennen, bedingt erforderlich ist? Wir wollen dies nur andensc müssen wir eben darum die weiteren Beschlüsse dieser, len, ohne die Grünte auszusuchen; vielleicht lies; es als von den Consequenzen dieses Beschlusses ablcnkend, sich' aus der besonderen Art der Schlüsse, die die recht sehr bedauern. Wir criiiner» uur an die Vorgängetheologischen Studien ergeben — Folgerungen, die rinnen dieser Dersammlung, an die Nabbinerocrsammgewöhnlich keinen Widerspruch dulden — erklären, hingen und Conferenzen; an die vorbereitende Syncdaß wir eigentlich im Judenthui» so viele theologische dalversammlunz zu Frankfurt a. M. (184N ober J 8493 Fraktionen von Parteien wollen wir absehen — und selbst an den „Verein für allgemeine Angelegen- und Nichlungen baben, als es Rabbiner gibt. Ein heilen des Judcnthums," und wenn auch hier und , Stand, der sc wenige und doch so ausgezeichnete, dort vielfach selbstsüchtige Momente das Gelingen > hochgebildete Mitglieder zählt, sollte sich durch festes jener Strebungen behinderte, so wollen wir nicht ver- Zusammenscbließcn umsomehr zu kräftigen suchen. Wir hehle», daß es schwer sein dürfte, eine Synode von ' wollen uns mit allem diesem nicht ein unberechtiges Laien für die Gegenstände zu begeistern, di« in Cassel! und anmaßendes Urtheil erlauben; wir glauben auch, besprochen und vorbereitet wurden; daß der Geist der; daß man uns zugestehen wird, daß nur unser hohe? Uneinigkeit in der Dersammlung selbst den Feinden Interesse für die Institution des Rabbinentbums selbst

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.