Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 8 (1868)
- Issue
- 37 (9.9.1868)
- Date
- 1868-09-09
- Page
- Seite 198 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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198 - daß ein eigentliches Bedürfniß für die Hebung de« Gottesdienstes dort Nicht vorhanden ist. Wir geben das Schriftstück ebne Glossen; bemerken aber, daß Herr vr. S. erst seit kurzer $eit in der Pfalz ist; er ist ein aus Ungarn oder Polen eingewanderter Rabbiner, überdessen religiöse Richtung sich die Wähler leider täuschten, (?) wie Sie jetzt von Allen hören können, die an jener Wabl Theil nahmen. Er stehr fast allein und ist im Widerspruche nutzer Richtung fast aller Israeliten seines Bezirks. Das Schriftstück (gedruckt) lautet wortgetreu: - Dürkheim, den 1. Juni 1868. An den Lehrer und Eautor der Svnagogen-Gemeinde in' R. Mit Bezugnahme auf einige gesetzwidrige Ausschreitungen in der jüngsten Zeit, wirv Ihnen von dem Unterzeichneten Bezirks-Rabbinate die Mitlheilung gemacht: Daß es keinem Lehrer oder Eautor, und übethaupk Niemanden im Rabbinats-Bezirk gestattet fei, in der Snnagoge, sei cs von der Kanzel, sei es von'irgend einem andern Standpunkte daselbst, einen kleineren oder größeren Bortrag zn halten!. Ebensowenig stehr irgend Jemanden von den Erwähnten die Berechtigung zu, bei irgend einem Easnalfalle, in- oder außerhalb der Synagoge, das Wort zu ergreifen,*» ohne vorerst dazu durch einen Dimiii'sscrialichein von dem Unterzeichneten ermächtigt worden zu sein! . Achtungsvoll: I> r. A 4 o I f S a 1 v <■ n <1 i, Bezirks-Rabbiner. Bielefeld, 28. August, ^zur^ Petitionsrrag ö. Während meines Ausenvhalks in EmS im Juli cj. hatte ichhäufig ' tstclegenbeit, l in geselligem Beisammensein nur dem Abgeordneten Tssch v w, Vorsitzenden der Üuterricklsccmmission im pr. Abgeortnerenhruse, -unsere Angelegenheit zu besprechen, und habe in dem vortrefflichen Herrn einen j höchst ersreulichen Eifer für die Sacke der Lehrer jberbaupt und ein specielles Interesse sür den Gegeiistand unserer Petition wahrgencmmen. Ich erfuhr auch von dem» selben, daß es nock immer Oicbrauch, jtvem Petenten von dem Lrbicksale seiner Petition Kenniniß zu geben, und er theiste meine Verwunderung, daß dieses Seitens des Bureauvorstehers, Kanzleirath Happel in ' *) Mithin darf bcr Lehrer oder Cantor bei einer Beerdigung kein TUT! [aut vortragen, wie es hier zu Lande Sitte ist; oder ist nur das deutsche Lvort verboten ’i Und wie steht cs mit einem -Dortrag? Tast ein solcher nicht in! der Synagoge gehalten werden '< Redaktion j Berlin, der zu den pünktlichsten und zuverlässigsten Beamten gehöre, in unserm Falle nicht geschehen sei. Ich wandte mich nun brieflich an den genannten Herrn und erhielt umgehend folgende Antwort: „Ew. Woblgeboren erwidere ich auf das gefällige Schreiben vom gestrigen Tage ergebenst, daß die von Ihnen durch Vermittlung des Hrn. Abgeordneten Harkort bei dem Hause der Abgeordneten eingereichte, das jüdische Schulwesen betreffende Petition vom 14. Rov. 1867 mit sämmtlichen in dem anliegenden V erzeich n i ß aufgefübrten Petitionen, dem Plenarbeschlüsse des Hauses vom 28. Februar d. I. gemäß, mittels Schreibens von demselben Tage, dem. Koni gl. Staats Ministerium zur K e n n t n i tznah m e überwiesen worden i st. Hochachtungsvoll .'r. Es ist demnach die Sache im Pleno des Abgeordnetenhauses, und zwar am 28. Februar, allerdings nock zur Sprache gekommen, was der Abgeordnete Teckcw, dessen von Ihnen mitgetbeilteS Schreiben an Hrn. Levy in Merzig vom 80. Jan. datirt. damals allerdings neck nicht wissen konnte. ~ / Dem obigen Scheiben war ein gedrucktes, nach den Provinzen geordnetes, Verzeichniß sämmtlicher, das Schulgesetz, die Lehrervcrhältnisse :c. betreffenden Petitionen — 252 an der Iabl — beigcfügt. ■ Wir entnehmen ■ dem Verzeichnisse mit einer Art von Beschämung die Tbatsache, daß zu unserer Petition nur 2. — sage zwei — Lnstimmiingsadresscn, nämlich die von Wolfsdorf und Genossen und die von Dppenheimcr in Eoesfeld regislrirt sind. Außerdem hatten L'ppmannssohn (Horn> und Mandel (Lippstadt) in demselben Sinne selbstständig Petition!«. Einige Eollegen hatten allcroings mir ihren Beitritt erklärt, den ich unterm 12. Febr. c. dem Abgeordneten Harke« mit folgendem Schreiben meldete: „Ew. Woblgeboren beehre ich mich ergebenst an- „zuzeigeu, daß zu der am Ist. Rov. v. I. Ihnen zngc- „sandten Petition, betreffend die Oefsentlichkcitserklä- „rung der jnd. Schule, noch folgende Eollegen mir „ihren Beitritt angezcigl haben: 1) 3. Leiser in „Rheine; 2) Dftwald in Willen; 3) Rothschild in „Levern und > Kronenberg in Bünde. Eine größere „Anzahl von Iustimmungserklärungen wird, wie ich „hoffe. Ihnen, sowie anderen Herren Abgeordneten „aus allen Theilen Preußens zugegangen fein." „Ick erlaube mir schließlich noch, Ew. Wohlge- „boren auf die, vom Hrn. Rechtsanwalt Metz in Pe- „tersbagen dem Abgeordneten Losch zugestellte, den „gleichen Gegenstand betreffende Petition aufmerksam „zu machen, und gebe ganz ergebenst anheim, .ob Sie