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Der israelitische Lehrer · 1868-09-02 · 36 (2.9.1868) · p. Seite 186

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
36 (2.9.1868)
Date
1868-09-02
Page
Seite 186 (sequence 2)
Language
German
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130 Gegenstand des Unterrichts in der schule zur Ieit durchaus nicht mebr bilden, da ein Grund, dasselbe ul bei reiben, nicht mebr vorliegt. Die Versammlung tritt in den zweiten Gegen itand ihrer Tagesordnung ein: Die Reform des Gottesdienstes criif dem Lande. Der Referent (dessen Referat im Iabre 1865, Rr. 43—52 abgedruckt ist) war nickt crsckiencn Aus diesen und andern (Gründen bat die Versammlung ans Antrag Klingcnstein's in folgenden von demselben sormulirten Worten ibre Beschlußfassung iliedergelegt: „Es ist die Aufgabe der Lebrer, dabin zu wirken, daß anck in den kleineren (Gemeinden der Sinn für Veredlung unk Vcrbesserring des Gottesdienstes angebabnt werde und immer mebr wachse. ES ist nctonsck anerkannt, das; anck in riesen kleinen Gemeinden Bedürfniß und Wille bierzn vorbanden ist. Es soll jedoch die bier tagende Lehrervcrsammlung von der Debatte über diesen lstegcnstand Abstand nehmeil und zwar insbesondere in Bezug aus die am 11. d. M. in a s s e h siartfindendc Rabbinervcrsamm lung. deren Aufgabe die Reform deS Gottesdienstes ist. Die Versammlung. glaubt sick dabei im Einklang mit ibren eigenen Tenteuzcu und denjenigen der Rabbinerversainmlung und sprickt die- Erwartung aus: es wolle der genaninen- Rabbincrversammlung gefallen, anck ans die Bedürfnisse der' kleineren jüdischen Gemeinden Rücksicht zu nehmen, insbesondere aller solchen, die keine Rabbiner haben und wo der Lebrer Cultusbcamtcr ist; sie wolle dabcr Vertreter dicker Gemeinden zu ibren Berathungcn zuzichen, damit die Beschlüsse anck bier praktiscken Erfolg baden können?' Die Versammlung tritt in den :>. Gegenstand der Tagesordnung: „Die Verhältnisse der ReligionSlebrer in Hessen" ein. Wir Unterlasten es, auf die bier geäußerten Aniickten in's Detail einzugeben, weil wir daun auf die in diesen Blät'ern sckon so vielfack gerügten Mißstände zurückkouimen müßten. Eine Ueberzcugung sprack fick in der Versammlung ans: Die Stellung «rer jüd. Religionslehrer Hei'scn 'S ist ci n c brniedrigend e, unleidliche^ die den Verhältnissen und Bestrebungen unserer Ieil gegenüber unnröglich länger zu erballen ist; und wenn auck nicht zu läugnen ist, daß den Lebrern vielfach die geeignete Vorbildung und jeder Sinn für die Fonbildung abgebt, daß es leider neck vielfach io genannte Lehrer gibt,- die diesen Namen nickt verdimen: so kann doch auch nicht geläugnet werden, daß es eine durchaus unbillig« Forderung ist. einem halbwegs tüchtigm Menschen eine solche Stellung bieren zu wollen: daß es in, heiligsten Interesse der Gemeinden liegt, chier Abhülfe zu verschaffen, weil ionst daS Religionsscknlweien . durchaus zu lstrnndc gehen muß und mit ihm d<ls religiöse Leben in den Gemeinden; daß es Pflicht ist, immer und immer wieder erneut an diese Aufgabe heranzutreten. AuS allen diesen Gründen beschließt die Versammlung : Eine Commission^ bestehend aus den Herren Marr, Stettenbeimer und Klingenstein soll eine Denkschrift entwerfen, deren Ausarbeitung schließlich «inein Juristen übertragen werden soll, und in welcher eine genaue Darlegung aller einschlägigm Verhältnisse und die Mittel zur Abhülse enthalten ist. Die sämmtlichen Lebrer des Großherzogtbums sollen aufgefordert werden, Material zu dieser Denkschrift einem der genannten Herren schleunigst einzusenden. Die gefertigte Denkschrift soll dein Vorstande der israelitischen Religionögemeinde Mainz übergeben, und derselbe gebeten werden, die vor einigen Jahren aizgeregtc Svnodalversammlung der israelitischen Gemeinden des Großberzogthums zur Ausführung zu bringen und die Denkschrift mit Petition fick anzueignen, so das; sowohl von Seiten der Gemeinden des Landes als auch von Seiten der Lehrer bei den höchsten Stellen des Landes die geeigneten Sckritke geschehen, um cineSrknung dieser wichtigsten aller jüdischen Angelegenheiten anzubahnen. Damit waren die Verhandlungen, geschlossen und die Versammlung batte ihre Tagesordnung in würdiger Weise zu Ende geführt. Wir hatten anhaltend fünf Stunden — von 0 bis 2 Nhr — der Aufgabe uns binzegeben, die wir unS gestellt batten. Eiu beiteres, eckt gemächliches Mahl vereinigte nun die Tbeilnehmer und wir haben die Neberzeugnng. daß die Anwesenden sich gehoben suhlten und daß sie beukc mit Freude auf den im Kreise der Freunde glücklich verlebten Tag znrückschauen. ES unk iolcke Glanzpunkte im Lebrerleben Bedürfniß, und es ist Pflicht, die Gelegenheit nie zu verabsäumen. Es ist gesagt worden, daß diese Versammlung eine der gemächlich erhebendsten war, der die Anwesenden noch beiwcbnten. Wohl liegt Ddernheim nicht an der Bahn, ist daber nicht so leicht und bequem zu erreichen. Aber ein echter Lchüler Diesterweg's dürste dock eine kleine Fußtour nicht scheuen; gerade eine solche bietet alle Würze und das erheiternde Bewußtsein: den Berufspflichten mit Geist und Körper obzuliegen. Und eine Berufspflicht ijl auch die Theilnabmc aiz^den Lehrerconferenzen, die dem Geiste anregenden stofj, dem Gemüthe begeisternde Erhebung bieten. 'Von diesem Gesichtspunkte aus hat die Versammlung einen früheren Beschluß sich wieder angeeignet , den nämlich: Die rheinhessische Lehrerversammlung zu einer allgemeinen zu macken. ES

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