Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 8 (1868)
- Issue
- 36 (2.9.1868)
- Date
- 1868-09-02
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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er Zeitschrift für die gesammten Jntereffen deS Iudmthums - . uüd insbesondere des israelitischen Lehrer st audes. Organ für den Verein „Achawa." JUl 36. . Den 2. September 1868. 8. Jahrgang. Wöchentlich I Stummer vierteljährlicher Lbonnementspreis 40 kr. — IIV2 2gr. 9lnj eigen zu 1 Sqr. die Petitzeile. Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. Bericht über die zwölfte Versammlung israelitischer Lehrer zu Rhein» Hessen, abgehalten zu Kdeinheim am 3. Ztugust 1868. (Schluß.) Herr 1)r. Rothschild macht auf die Bedeutung des Gegenstandes aufmerksam, betont aber, wie vielfach der Mangel an Kenntniß der allgemeinen Geschichte hindernd sei. Die Ansicht der Versammlung gebt sodann dahin, daß der Unterricht in der nachbibl. Geschichte gerade die jüdische Schule der Jetztzeit kennzeichne. Sie lehrt «nS, daß das RtligionSltben deS Zudeathums nie ein in sich Fertiges, Abgefchlosienes war Die nach biblische Geschichte ist die Grundlage unserer Bestrebungen in der Gegenwart; sie lehrt uns, daß im Zudenihum ein Fortschreiten bemerkbar ist von Anfang her. Sie macht den Schüler mit der erhabenen geschichtlichen Entwickelung des Judenthums bekannt, gibt also das Princip für die Berechtigung des religiösen Fortschrittes, d i e R e s o r m, auch in der Jetztzeit^ Es ist deshalb bibl. und nachbiblische Geschichte von diesem Gesichtspunkte aus nicht auseinander zu Hallen, sondern von einem in daS Andere überzuführen, und festzuhalten, daß die göttliche Leitung Juden und Judenthum zu jeder Zeit erhalten und geleitet hat. Dieser Unterricht darf nie fehlen in der jüdischen Schule, so sie auf den Namen einer dem Fortschritt huldigenden Schule — einer jüdischen Schule der Gegenwart und sür die Zukunft — Anspruch erheben will, und eS ist daher der Name „Religionsgeschichte" oder „jüdische Geschichte"' als Gesammtname für bibl. und nachbiblische Geschichte auf den Lektionsplan zik bringen und von der Einen in die Andere continuirlich hinüber zu lenken. Von mehreren Herren wird der Mißstand hervorgehoben, daß es an einem yuten Lehrbuch — einem Handbuch für den Lehrer sowie einem Leitfaden sür die Hand des Schülers — über den beregten Gegen stand noch fehle. Herr l)r. Rothschild empfiehlt als Handbuch „Hecht's Geschichte der Juden", das jetzt in 2. Auflage von Kavserling umgearbeitet erschienen*). Für die Hand deS Schülers wird „Elkan" als das zur Zeit, geeignetste empfohlen. ES wird sodann noch darauf aufmerksam gemacht, daß ein Anschluß an die Weltgeschichte in der Volksschule zu empfehlen sei; sür^ die Religionsschule aber, für den Fall die nothwendige allgemeine geschichtliche Unterlage fehle, eine kurze Hinweisung darauf geboten erscheine Ferner wird nach der Anschauung des Referenten betont, daß die chronologische Ordnung sestgehalten werden müsse, und daß, insofern man Biographien gebe, nicht die Geschichte des Mannes, sondern die Geschichte der Zeit vorzugsweise zu beachten sei. Ueber den gottesdienstlichen Gesang spricht . sich die Versammlung dahin aus, daß derselbe, als Grund läge für die Veredlung des Gottesdienstes, überall zu fördern sei, und es wird empfohlen, daß in kleineren Schulen die Schüler angehalten werden sollen, die christliche Ortsschule während der Gesangstundrn zu besuchen, um die Kinder singfähig zu machen und an Gemeingesang zu gewöhnen, bevor der Lehrer jüdische Gesänge übe. Ueber das jüdisch-deutsch Schreiben äußert fick» die Versammlung dahin, daß erklärt werden müsse, dieser Gegenstand habe durchaus keine Beziehung zum Religionsunterricht ein obligatorischer Unter richtsgegenstand der jüdischen Schule also nicht sein könne und solle; daß aber im Anschluß an die Wünsche Einzelner, aus Billigkeitsgründen, in fteien Stunden, als Selbstbeschäftigung der Kinder, ohne dafür eine besondere Unterrichtsstunde anzusetzen, dasselbe betrieben werden könne; jedoch ohne daß die anderen wichtigeren Gegenstände dadurch irgend welche Einbuße erleiden. Das jüdisch-deutsch Lesen kann jedoch einen *)"mTwerden baiMbe in diesen Blättern besprechen. Red.