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Der israelitische Lehrer · 1868-08-26 · 35 (26.8.1868) · p. Seite 183

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
35 (26.8.1868)
Date
1868-08-26
Page
Seite 183 (sequence 11)
Language
German
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163 Uten gefiebert, die staatlichen Rechte können ihnen bewilligt werden. Der Plan der Verfassung von 1*S0G enthielt die Garantie der bürgerlichen und staatlichen Rechte für alle Ruinänen, ebne Unterschied des Glaubens; aber der Aufruhr bob sie ans, indem er die Majorität der »lantnter beherrschte und am gleichen Tage plünderte und zerstörte er das israelitische Gottesbans;it Bukarest. - Ties war der Ausgangspunkt einer Reaetion der rumänischen Regierung gegen die oöraelite». Am l. Avril und 7. Mai erlieft sie das unglückselige Umlanfschreiben des Herrn Bratiano, welches verordnete, die Inden ans ihren Pachtungen, B-irthshänsern und allen öffentlichen Anstalten;tt verjagen und sie unter' dein Vorwände, alS Bagabunden, außer Vands;n transvortiren. Tiefe gehässige, vom Minister deS Innern' vorgeschrie bene Maßregel, war ein Bruch des Bertrags von l»-'^: sie verlebte aber auch das bürgerliche Gesetzbuch, welches in Ruinänien;nm (besetze geworden! glle» Rumänen ohne Ausnahme die bürgerlichen »liechte "znsicherte., Tie wissen, Hr. Minister, mit welcher entsetzlichen Strenge diese Biaßregel dnrchgefübrt wurde. Inden wurden ans ihren Häusern gerissen, in »retten gelegt, eingekerkert'und in Schaaren ansgewiesen, keportirt- Tie Protestaiioneu der kaiserlichen fran;. Regierung wurden nicht angehört, der »lauer selbst griff ein: Tie barbarische Bersolgung, von den tM'sandten aller gebildeten Rationen gebrankmarkt, hielt einen Augenblick inne. Aber die BZerkzenge der Rumänischen »liegierung setzten sie' bald mit etwas weniger Anfseheutvieder fort. Es häuften sich hie Tbaten der Gewalt und der Grausamkeit aller Trteu. Da wurde durch eine grauenvolle Episode, die Ertränknngen zu Galae;, plötzlich die öffentliche Meinung von ganz Europa aufgeregt. Ew. Ercellenz bezeugten Curd) unfern Konsul zu Bukarest ihren tiefen Unwille» darüber. Tie Ruhe schien -wieder hergestellt, als im »Setober ih<>7, auf Befehl des Präfeeten zu Galae;, die Austreibung der Juden in allen diese Statt umgebenden Dörfern von Renem begann: um Familien wurden verjagt aus Smult,, Berlety, »trojesti, Linken, Maxinon, »tisk, Serdar, »indeleka, Mosk, .Fortineresti, Binassi, Balen, Doikev. Eriftei, Plaeinta, Banns, »iorne :c. Vergebens forderten wir die Abseviing dieses unwürdigen Beamten; noch ist er Präfect, und von Tag zu Tag feindlicher gegen die Israeliten. Zn gleicher Zeit ließ der Bürgermeister von Jassy eine Verordnung, Wiederaufleben, die ans dem xviil. Jahrhundert herrührte und den Juden verbot, christliche Dienstboten zu haben; in Jasiy selbst wurde ein wohl bekannter Bankier, H. Reuschotz, wegen Zuwiderltaiidlung gegen diese Verordnung zu einer Geldstrafe vernrtheilt. 'Run kamen die traurigen Ereignisse zu »talaraschi und zu Verlad. In Stalaraschi stirbt ein Stint an einer strankheit, und die Inden werden beschuldigt, es ermordet zu haben, um sein Blut.'zu gebrauchen. Diese Beschuldigung aus dem dem XIII. und XI V. Jahrhundert lebt in Rumänien wieder aus. Der' Justizminister, anstatt die Urheber dieser schändlichen Anklage, die den Pöbel gegen die Juden aufzubeven. berechnet war, zur Strafe zu ziehen, ordnet eine Untersuchung darüber an, ob es wahr fei,-tat? die Juden tae Mint getestet hätten, um sich seines Blutes zu bedi neu. '" In Berlad stirbt ein MVnsch, Miaute»» Barugw, au_ einer »trautbeit. Tie Juden werde» beschuldigt,- ihn" vergiftet zu haben. Ein Aufstand bricht aus: die Inden 1 werden angegriffen, mißhandelt, ihre Häm'er geplündert, verheert, und die Anführer, des Aufstandes, die Urheber aller I dieser Zertrümmeruugeu sind wie die .aide» in einer'an». ' die Regierung gerichteten Reelamation auseinander setzen > - Polizeidieuer und ein Beamter. Eine Unter- — snchnng wurde von der Regierung angeorknet, aber Riemand wurde bestraft, kein Ersah wurde getvä»rt. In Rumänien sind seit zwei' Jahren den Beamten der Regierung und jedem Privatmann alle Ereest'e gegen die Inden erlaubt, und für diele Unglücklichen besteht die . Sicherheit der Person und des Eigenthnmes eben io ivenig als in den barbarischsten Ländern. Am Februar ieizthin j verjagte der Präfect von Rassist bei Jasin die Juden ans! den Törjern seines Bezirks. Ten Polizeidienern unk der j Rohheit'des Pöbels auf Gnade und Ungnade hingegeben, werken sie auch noch von Ausnahms-Maßregeln betroffen. . So untersagt ein ganz neuerdings erlassenes Teeret den Inden jede Theilnahme an öi'sentsiden Versteigerungen und zu gleicher Zeit versagen ihnen die (Berichte jedes »liecht CeS Eigenthuuis und de» Hypothek. Ew. Ereellen; wissen, woher kieke eben so ungereimten als gehässigen Verordnungen stammen. Tie Rumänen wollen nicht, daß Fremde eine gesicherte Vagebei ihnen erlangen; ne sind mit ihren Ideen vier bis funk Jabrhniikerte zurückgeblieben. Anstatt den Fremden, der ihnen feine Industrie, seine Arbeit und sein Vermögen mitbringt, mit Vergnügen bei sich anfznnehmen, wollen sie nur Rumänen : sein und zwar, wie sie sagen, darum, um nicht der Gefahr! ansgesevt;it sein, das Joch des Fremde» tragen zn müssen, j Unk für sie ist jeder, der nicht ein nuiiauifdhT Ehrist ist, auch! kein Rumäne mehr. B'ohl befindet sich unter den Inden . eine bedeutende Zahl von Familien, deren i'tieferlaffui;g in Rumänien sich in die Rächt der Zeit verliert, die von Vater j zn Sohn Nachweisen können, daß ihre Familie seit nndenk-! sicher Zeit unter ihnen weilt, sich durch Geburt von Groß-! vater, Vater und »iuid auf Rumänischem Boden fortgepflanzt > hat — alles vergeblich, für die Rumänen sind die Juden i immer Fremdlinge; der Vertrag von!*•'>* ist, was sie an-! betrifft, ein kodier Buchstabe; das bürgerliche Gesetzbuch, für l sie besteht es nicht.! Tie Verfolgung der Aufrührer und Plünderer vor den" j Gerichten zur Bestrafung ihrer Verbrechen, die Absetzung ' dieses Präfeeten und dieses Bürgermeisters,, welche eine! Sckande für die Verwaltung sind, die Abschaffung der Ans-

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