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Der israelitische Lehrer · 1868-08-26 · 35 (26.8.1868) · p. Seite 175

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
35 (26.8.1868)
Date
1868-08-26
Page
Seite 175 (sequence 3)
Language
German
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175 trage der jüngsten Versammlung der Lehrer Rheinhessens bitten müsse, hob auch hervor, daß selbst in großen Gemeinden die Theilnahme am Säbbat-Nachmittags-, Montags- und Donnerstags - Gottesdienst eine geringe sei, ein großer Tbeil der Tora demnach einem großen Theil der Gemeinde verloren ginge und außerdem dem Prediger die Gelegenheit geraubt würde, aus dem mittleren und letzten Theil der Sidra seinen Text ju wählen. Er schlug deßhalb vor, die Tora zur Abkürzung und zum bessern Verständniß mit Auswahl zu lesen, da sich nickt alle Stücke zur öffentlichen Verdolmetschung eigneten, eventuell sich zum siebenjährigen CykluS zu entschließen, den er als den bistorisch stckihercu und berechtigten nachwies, (worüber auch diese Blätter in den Artikeln auS Memphis berichtet baben). Die Versammlung entschloß sich für den dreijährigen Cyklus. Ein Antrag Cahn'o aus Wiederherstellung der Einrichtnng der Tora-Verdolmetschung durch einen Methurgeman ward verwvrsen. Die Anträge Rothschild'S und Anderer aus Abstellung deö Äufrusens der Einzelnen zur Tora, der Aushebung der Prärogative der Abaroniden »md Leviten beim Ausrusen rc., die Frage, ob die Bekleidung mit Talith ein obligatorisches Bedürfnis; sei, seiner der Antrag Hochstävter's über bessere massoretbische Eintheilung der Tora- Porlesnngen wurden der Commission überwiesen. Dem Einwand Cassel'o gegen den Vorschlag Rothschild'S, die Tora mit Auswahl vorzulesen, daß dadurch in der Tora diese BastS der Religion angegriffen werde,. begegnete der Antragsteller durch Hinweisung aus die Haphtara, mit welcher ein Gleiches Leschehe. Die nicht verlesenen Stücke werden doch nickt aus Tora und l Propheten gestrichen. Für die Haphtara wurde beschlossen, diese deutsch zu verlesen und in gleicher Weise auch die betreffenden Benedictionen, jedoch mit Modifikation des Inhalts, deutsch zu sprechen. Rothschild hält die Benedictionen für entbehrlich. Auch die Benutzung der Hagiographen, und sogar für Sabbat Chanucka der Apokrnphen (Maccabäer) wird besprochen und. zur' Beralhung der Commission überwiesen. Ueber die Ordnung der Gebete von Borchu bis nach Tephilla rc., wie auch über die Sprache dieser Gebetstücke soll die Commission berathen. Gegen die Wiederholung der Tephilla sprach sich die Versammlung aus, die Ordnung des Inhalts wurde der Commission überwiesen. Die Ordnung der Gebete vor Borchu solle die Commission übernehmen; indeß entschied sich die Versammlung dafür, daß mit Borchu der "öffentliche Gottesdienst zu beginnen habe, wofür aus den vorhergehenden Gebeten eine entsprechende Einleitung zu schaffen sei. Ueber die Benedictionen vox und nach Schema solle die Commission berathen. Desgleichen über den Wegfall und Ersatz von Mussas. Von der Anwesenheit eines Minjan bei dem öffentlichen Gottesdienste wollte die Versammlung nicht Abstand nehmen. Die Berücksichtigung der Frauen bei dem Minjan wurde dcr Commission überwiese». Die beantragten Textesänderungen wurden ebenerlls der Commission übertragen. Philippson beantragte bei der Abfassung deS neuen Gebetbuckes auf die positiven Momente des JudenthumS, wovon indeß mehrere beanstandet wurden, wie: Gleichheit Aller, Zusammengehörigkeit in Religion und Gesellschaft tz^taat), der Selbstverwaltung, der persönlichen Freiheit u. s.' w.," als zu politischen Verdächtigungen führend. Im klebrigen wurde.der Antrag, aus Philippson's Voxschlag selbst, der Commission übertragen. So erkannie Phitsppson denn selbst, daß hier nicht die Versammlung, sondern eine Commission vorznarbeiten berufen sei; nur erkannte er erst aus dem Laufe der Debatte, .was Andere im Voraus eingesehen batten, und austan das Ganze von vornherein einer solchen zu überweisen, geschah dtcS nunmehr bei den einzelnen Punkten. Von dcr Beratbung der weiteren liturgischen Fragen ward Abstand gcnrinmen und das jämmtliche Material der Commission überwiesen, darunter auck der Antrag H o ch st ä d t e r' s über die Zeitbestimmungen für den Gottesdienst. Für Ehesachen lagen mehrere Anträge von Geiger, Rothschild, Wiener :c. vcr, in Betreff von Get, Chaliza, Ehekindernissen, Trauung in der Zeit von Scpbira und ben Hamezarim. Alles wurde der Commission überwiesen. P h i l i p p s o n ^Dessau) beantragte auch, die Versammlung möge sich über de» Vorzug der Consessions- oder Simultan-Schule aussprechen; in der Thal ein sehr »sichtiger Gegenstand für Juden und Iudenthum, sowohl wegen der ipecifisch-christlichcn und orthodoxultramontanen Richtung unserer Zeit in den protestan-, tischen und katholischen Schulen, wie auch wegen der regulativen Beschränkungen der wissenschaftlichen An- 'fcrderungen und Leistungen, welche Seitens derReactiou unserer Tage für die Schule angestrebt und ausgeübt werden. Der Antrag würde der Commission für Schulsachen überwiesen, eignet sich aber, wie so manches andere, zu einer Vorbesprechung in diesen Blättern. In Betreff der Schule und deö Unterrichts hatte Philippson (Dessau) einen Antrag zur Erzielung eines einheitlichen Religions-Unterrichtes eingereicht. Rothschild beantragte zur Erzielung entsprechender Cultusbeamten und Religiotislehrer die Neugründung von Seminarien, resp. Umgestaltung der vorhandenen. ■ Geiger beantragte eine Erklärung der Versammlung darüber, daß für das Taufbad einer Proselytin

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