Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 8 (1868)
- Issue
- 34 (19.8.1868)
- Date
- 1868-08-19
- Page
- Seite 170 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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170 Fromm steht, nichts für die Verbesserung deS Lehrzimmers geschieht, während dasselbe doch so nothdürftig bestellt ist und ln einem Hofraum sich befindet, umgeben von Kloaken, Gruben zur Ansammlung von Blut, Dünger u. s. w. Ferner verlangt ex die Reorganisation der Lehranstalt von Innen heraus, Anstellung eines zweiten, aber * tüchtigen und pädagogisch-gebildeten Religionslehrers. —Herr Lehmann hat auch für die nothleidenden Glaubensbrüder in Rußland und' Polen Sammlungen veranstaltet und macht nun in demselben Blatte das Resultat bekannt, zugleich mit dem Hinzufügen, daß, nachdem die Hungersnoth vorüber, die Heranbildung tüchtiger, arbeitsamer Menschen, die Gründung von zeitgemäßen Schulen und Lehranstalten in jenen Länderftrichen unsere Aufgabe werden müsse. Bielefeld, 24. Juli. Von einer längeren Badereise zurückgekehrt, finde ich erst heute in Nr. 28 Ihres geschätzten Blattes die Bemerkungen des Kollegen Wolfsdorf in Erwitte zu unserm Konferenzberichte, und gestatten Sie mir wohl einige kurze Gegenbemerkungen. Der Protokollführer Spier bat den Unterzeichneten ausdrücklich , die Abfasiung des Berichtes an seiner Statt zu übernehmen. Seine wenigen Notizen und das mir im Gedächtniß Gebliebene waren also das ganze, mir vorliegende. Material. Wie ich mich nunmehr entsinne, beruht allerdings die Mittheilung, daß Oppenheimer Wolfsdorf mit seiner Vertretung beauftragt,kauf einem. Zrrthume, indem Letzterer diese Vertretung aus freien Stücken übernahm. Es freut mick, daß Freund Wolfsdorf mir für diesen — wenn auch eben, wir mir scheint, nicht sehr inhaltschweren — Jrrthum Verzeihung angedeihen läßt. Was nun -daS Verschweigen von Faktischem Betrifft, so wird unser freundlicher Kritiker sich erinnern, daß außer dem.von ihm Hervorgehobenen, noch gar mancbes Andere in dem Berichte nicht angeführt ist, als z. B. die durch Tagesordnung beseittgten Anträge des Herrn vr. Schwarz in Cöln, betreffend den Anschluß, an eine. LebenSversicherungsgesellschast, und des Hrn. vr. Fahrenbach in Detmold, betreffend den Anschluß von Lippe an unfern Verein; die erregten, durch die Anträge deS unermüdlich thätigen Collegen Leiser in Rheine, hervorgerufenen Debatten über die Mittel zur Aufhülfe für die Unterstützung« - caffe, die Lotterie-Angelegenheit, die Jahrbuchs-Angelegenheit rc. Warum von allem diesem in dem Berichte nichts gesagt,, wird den Mitgliedern der Conferenz wohl erklärlich sein. Von einigen Punkten wurde daS V e r s ch w e i g en ausdrücklich gewünscht; von anderen habe ich es mir gestattet, wenn mir die Sache von nicht genug allgemeinem Interesse schien, um veröffentlicht zu werden, ein Verfahrm, welches übrigens bis jetzt in allen unseren Conferenzberichten geübt wurde, ohne Anfechtung zu erfahren. Den speciell vom Collegen Wolfsdorf angeführten Cohn'schen Fall anlangend, so mußte dieser am allerwenigsten darnach angethan erscheinen, schon jetzt öffentlich abgeurtheilt zu werden. Die Wahrhaftigkeit der gemachten Mittheilungen wurden Seitens der Conferenz nicht' im mindesten angezweifelt, und doch hat dieselbe daS anwesende Mitglied des Euratoriums der Marks - Haindorf'schen Stiftung, College Blumenfeld, ersucht, über den empörenden Vorgang sick näher zu informiren, denselben bei der * in den nächsten Tagen bevorstehenden Sitzung zur Sprache zu bringen und die Jntereffen unseres Standes energisch zu vertreten. Blumenfeld hat diese Mission übernommen, und ist die Sache dadurch in durchaus ehrenhafte Hände gelegt. Das hochwichtige ^auäiatur et altern'pars" legte uns somit die Pflicht auf, mit unserm Urtheile vorläufig noch zurückzuhalten. Auch mir geht, wie dem Collegen Wolfsdorf, Wahrheit über Alles, und daß derselbe mir, wie man es zwischen den Zeilen allenfalls lesen könnte, geflissentliches Unterdrücken der Wahrheit hätte vorwerfen wollen, kann und will ich nicht glauben. Blumenau. Wien, 4.'Aug. Die hiesige israelitische Eultusgemeinde hat, sich anschließend so'vielen anderen dankbaren Manifestationen, dem Generalconsul Frhr. v. Eder während dessen Anwesenheit in Wien soeben die nachfolgende Dankadresse zugehen lassen: „Hochwohlgeborner Herr! Vor wenigen Monaten sind in Rumänien gegen unsere dortigen Glaubensgenossen barbarische Acte, eingegeben von finsterem Hasse und niedriger Leidenschaft, verübt worden, Acte, welche in der ganzen gebildeten Welt einen Schrei der Entrüstung hervorriefen und zugleich Jedermann mit dem demüthigsten Gefühle der Schmach erfüllten, daß solche Gewaltthaten in unserem Jahrhunderte der Aufklärung noch möglich seien! Ihrer muthvollen Intervention, hochwohlgeborner Herr Generalkonsul, sowie dem energischen Einschreiten des Leiters des Generalconsulats in Jassy, Hrn. Karl Ritter v. Wohlfahrt, ist es zu verdanken, daß jene Unthaten vor ganz Europa uufgedeckt und unseren Glaubensgenoffen in Rumänien, deren heiligste und verbriefte Rechte egoisttsche Partelpolittk so schnöde zu verletzen wagte, von der rumänischen Regierung volle Schadloshaltung garanttrt wurde. Für solchen energischen und erfolgreichen Schutz fühlen auch wir uns, hochwohlgeborner Herr Baron, zu tiefstem und wärmstem Danke verpflichtet, umsomehr, als seine Triebfeder nicht bloß in tteuer Erfüllung der Ihnen anvertrauten hohen Mission, sondern vorzugsweise in der Ihnen eigenen edelsten Humanität und Menschenliebe zu suchen ist. Die-