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Der israelitische Lehrer · 1868-08-19 · 34 (19.8.1868) · p. Seite 167

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
34 (19.8.1868)
Date
1868-08-19
Page
Seite 167 (sequence 3)
Language
German
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167 übergehend, wurde beschlossen, wegen Kürze der Zeit, den Vortrag Cähn's: — „Wie ist der naturwissenschaftliche Unterricht in der jüdischen Schule zu ertheilen? — auf die nächste Tagesordnung zu stellen, um noch eine der beiden, im vorigen Jahre von Hrn. Landcs-Rabbiner Landsberg gestellten Fragen beantworten zu können. Da sich hierzu kein besonderer Referent gemeldet, hatte der Vorsitzende mit Gotthelf — Moringen verabredet, er wolle in solchem Falle die erste, und Gotthelf solle dann die zweite beantworten. Da dieser jedoch wegen plötzlich eingetretener Krankheit seines Kindes die Conferen; nicht besuchen konnte, (weßhalb auch der letzte Punkt der Tagesordnung ausfallen mußte), so ergriff jetzt, nachdem Cahn wieder den Vorsitz übernommen, Fleischhacker das Wort, um bic_ Frage zu beantworten: „Welcher Unterricht ist den? Kinde eher zu ertheilen, hebr. oder deutsches Lesen?" Referent legte zuvörderst in einigen einleitenden Worten dar, daß das hebr. Lesen ein wichtiger Faktor des Religionsunterrichtes sei; dann theilte er seinen Vortrag in zwei Theile: 1. Leseunterricht in jüdischen Elementarschulen; 2. in Religionsschulen. Für erstere wollte er den Unterricht in beiden DiSciplinen zugleich beginnen lassen; für letztere dem hebräischen Lesen derartig den Vorzug geben, daß die Rrligionsschule den Unterricht früher beginne, bevor das Kind die christliche Schule besuche. Unter andern Motiven machte er für erftern Punkt geltend, daß das Kind vom sechsten Jahre an Kraft genug habe^ beide Lesen zugleich mit gleichem Erfolge zu erlernen; für den zweiten Punkt, daß das Kind, das schon fertig, resp. mit Verständniß deutsch lesen könne, mit dem größten Widerwillen an die hebräischen Elemente ginge, und daß wir nur diesem Umstande es zuzuschreiben. hätten, wenn man jetzt häufig Kinder von 10—11, ja sogar 12—13 Jahren fände, die nicht richtig und geläufig hebräisch lesen könnten. Zum Schluffe stellte Referent die Resolution: A. Der Lehrer einer jüdischen Elementarschule beginne mit fxinen Schülern das deutsche und hebräische Lesen zu gleicher Zeit. B. Der Lehrer einer Religionsschule suche mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln seine Gemeinde dahin zu bewegen, ihm die Kinder für den hebräischen Unterricht früher zu schicken, als sie dieselben der deutschen Schule anvertrauen. Bei der folgenden Debatte konnte man sich über, den ersten Punkt der Resolution nicht einigen. Ein Theil der Anwesenden wollte überall, also auch in der Elementarschule, mit dem deutschen Lesen zuerst beginnen, sich dadurch einen Vortheil für den Unterricht im Hebräischen versprechend; ein anderer Theil wollte auchin der Elementarschule dem Hebräischen den Vorzug geben. Auf Anheimgabe des Hrn. Dr. Meyer, daß schon so mancher Lehrer abgereist, auch der Gegenstand noch nicht so recht klar sei, daß es deßhalb gerathen wäre, den Gegenstand auf der nächsten Conferen; nochmals zu erwägen, zieht Referent den ersten Theil seiner Resolution zurück; der zweite Theil, Religionsschulen betreffend, wird einstimmig angenommen. — Frank — Gronau, übernimmt für nächstes Jahr über den ersten Theil das Referat. Hr. vr. Mever will nur noch seine Freude über die religiösen Motive in dem eben gehörten Vortrage aussprechen, ß?ie auch seitie Freude über den Ernst und den Eifer, mit welchen die Lehrer an die sich selbst gestellten Aufgaben gegangen seien und auch vollendet hätten. — Hr. Dr. Frensdorf spricht der Versammlung seinen Dank aus fiir den Genuß, der ihm heute geworden; er freue sich, daß seine Schüler, deren er viele unter den Versammelten zähle, nicht da stehen geblieben seien, wo sie daö Seminar entlassen habe, sondern tüchtige Fortschritte gemacht hätten. Nachdem für die nächste Conferen; als Ort wiederum Hannover und als Zeit die Woche nach Scha* buoth, ferner auch bestimmt worden, daß man dann nicht wiederum einen, -sondern zwei Tage dafür anberaumen wolle, schloß der Vorsitzende Fleischhacker die Versammlung mit einigen-passenden Worten. Als Hr. Dr. Meyer dem Vorsitzenden seine Anerkennung für die ruhige und unparteiische Leitung der Debatten gezollt, spricht auch Philipp — Lüneburg, im Aufträge und Namen der Versammelten dem Vorsitzenden seinen herzlichen Dank aus, welcher von sämmtlichen Collegen durch Erheben von den Sitzen bestätigt wird. _~ Fleisch'hacker. - Mitthcilungen (Bulletin) der Alliance Isra§lite Universelle. I. Semester' 1868. Auszug aus den Sitzungsprotokollen des Central Ausschusses (Comite central): Sitzung vom 25. Mai 1868. (Fortsetzung.) Herr Manuel theilt folgende Beschlüffe des Schulausschusses mit: Die Äenderung deö Locals der BorbereitungSschule sei dringend nölhiz geworden und man habe daher beschloffen, bei der Rückkehr des Herrn Levaillant zu prüfen, ob man ih>n die Pension und Ueberwachung der Zöglinge übertragen solle. 2. Um dem Unterrichte der Borbereitungsschule mehr Manichfaltigkeit (v»ri«t«s) zu geben, seien die Glieder des Ausschusses zu bitten, daß jedes derselben nach der Reihe

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