Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 8 (1868)
- Issue
- 34 (19.8.1868)
- Date
- 1868-08-19
- Page
- Seite 166 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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166 Subvrdinirung mache. Zu letzter« Punkte wurde beispielsweise angeführt, daß Verfügungen der Landes- Rabbiner, die Schulen betr., dem Lehrer stets erst durch die Hand des Vorstehers zugingen, nie direkt, wodurch die Ehre' des Lehrers leiden müsse, da häufig — leider Jedem bekannt — dem Lehrer Vorsteher gesetzt seien, die in- Bildung und Wisienschaft weit unter dem Lehrer ständen.' — So wurde denn auch auf die Mängel der Schul- und Synagogen-Ordnung hingewiesen, soweit letztere dm Lehrer als Vorsänger betreffen. — Da bei der nun beginnenden Debatte auch der Vorsitzende Fleischhack»- sich betheiligt, übergibt er Cahn den Vorsitz. Nachdem nun verschiedene Eollegen dem Referenten. ihre zustimmende Ansichten ausgesprochen, wobei noch einige zutreffende Beispiele aus dem Lehrerleben als Belege mitgetheilt wurden; nachdem besonders auf Hrn. Dr. Meyer's Darlegung und Anheimgabe, Las Schächten als ein religiöses Amt zu betrachten, nicht aber als eine Last, dieses anerkannt worden; nachdem endlich der Referent nochmals daS Wort ergriffenum darzulegen, daß er hier nicht für seine eigene Person gesprochen, sondern die ihm zugegangenen Erfahrungen anderer, besonders älterer College» rntgetheilt habe, stellt Fleischhacker den Grundsatz auf: die Stellung des Lehrers zu der Ge-meinde werde sehr viel und sehr häufig durch die Stellung zu seinen Eollegen bedingt! Rach genauer und eingehender Darlegung dieses Satzes kommt derselbe zu der Frage: Welche Stellung muß ein Lehrer zu seiner Gemeinde einnehmen, der bei einer eingetretenen Vakanz und Bewerbung um'dieselbe um den abgehenden Lehrer sich gar nicht kümmere? denselben nicht allein nicht besuche, sondern gar hinter dem Rücken desselbm dessen Schule czaminire? Und was solle man zu einem solchen Lehrer sagen, der wissen müffe, (und auch wohl gewußt habe!) daß der von ihm so behandelte College nicht aus freiem Ermeffm die Schule aufgebc, auch-nicht durch seine Schuld derselben-verlustig gehe; daß vielmehr ein Augmleiden des Lehrers die betreffende Gemeinde zu dem, wir wollen nicht sagen rohen, doch auch nicht auf ‘n 'dj beruhenden Verfahren veranlaßt habe? — Die Frage sei berechtigt, weil sie auf Thatsaczen sich gründe, die vielleicht hier gar nicht vorgebracht wären, wenn der Lehrer, der sich eines solchen unwürdigen Benehmens gegen einen Eollegen schuldig gemacht, nicht ein solcher Lehrer wäre, den früher, daß hannoversche Seminar besuchte, bis zur Annahme jener Stelle in unserer Provinz angestellt, ja ein solcher gewesen wäre, der als Mitglied unseres Vereins mit uns getagt habe!*) — Da Referent keinen besonderen Antrag gestellt, noch *) Bravo, Tollegen! Herzlichen collegialischen Händedruck! Redaktion. eineResolution gefordert hatte, beantragtSommer — Verden, eine Revision der Schulordnung. Fleischhacker, sich diesem Anträge anschließend, will auch die Svnagogen- Ordnung, soweit sie den Lehrer als solchen oder als Vorsänger angehe, revidirt wissen. Beide Anträge werden angenommen und eine. Commiffion aus 3 Mitgliedern, — Fleischhacker — Harburg, Sommer — Verden, und Frank — Gronau, gewählt und beauftragt, der nächsten Conferen; paffende Vorschläge zu machen. — Hr. Dr. Meyer will als Landes-Rabbiner die ihm zugehenden Wünsche der Lehrer bei der betr. Behörde befürworten; auch Hr. Dr. Frensdorf will als Oberlehrer des Seminars, dessen Schattenseiten ebenfalls dargelegt waren, schon zeitig aus Abstellung von Mißverhältnissen hinwirken, wenn ihm solche nur mitgetheilt würden. Da nunmehr die Zeit' vorgerückt war — l1/* Uhr— so wurde die Versammlung bis 3^.2 Uhr Nachmittags vertagt- , Nachdem bei Beginn der Nachmittagssitzung Blumenthal— Burgdorf, und Philipp — Lüneburg zu Revisoren der vorgelegten Kostenrechnung erwählt waren, begann Sommer — Verden, nunmehr sein Referat. Zuvörderst verwahrte er sich dagegen, daß er über die „Mittel" einer guten Schulzucht sprechen wollte; er habe dem Vorsitzenden z. Z. angezeigt, daß er nur über Schulzucht referiren wolle. Der Vorsitzende gab zu, daß es sich so verhalte; daß er aber angenommen habe, im Sinne des Referenten zu handeln, wenn er dies Thema, wie bekannt gemacht, betitele. — Das Referat ging von dem Grundsätze aus: 1. Der Lehrer gehe in Ordnungsliebe dem Kinde mit dem besten Beispiele voran; 2. der Lehrer gebe keine schlagende n Beweise seiner Erziehungsmethode; vielmehr werde 3. der Zuchtstock ganz aus^ der Schule entfernt. Bei der nun folgenden Debatte fand der erste Punkt keinen Widerspruch; mit dem 2. und 3. wollte man sich jedoch nicht einverstanden erklären. Ehe über den Antrag des Referenten: den Stock ganz aus der Schule zu verbannen, abgestimmt wurde, stellte Cahn — Sarstedt den Verbesserungs-Antrag: Der Verein ersucht den Referenten, auf der nächsten Conferen; zuvörderst über die Mittel einer guten Schulzucht einen Vortrag zu halten, und dann erst über jenen Antrags abzustimmen. Nachdem dieser Derbefferungsantrag einstimmig angenommen worden,, erklärt Sommer seine Bereitwilligkeit, demselben nachzukommen. Da einige Eollegen die Versammlung früher verlaffen wollten, um die nach Norden gehenden Bahnzüge benützen zu können, wurde erst die Rechnungsablage vorzenommen und dieselbe für richtig befunden. Dann las der Vorsitzende einen ihm z. Z. zugegangenen Abschiedsgruß des Eollegen Lichtenberg, damals zu Hoya, vor. — Jetzt wiederum zur Tagesordnung