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Der israelitische Lehrer · 1868-08-05 · 32 (5.8.1868) · p. Seite 154

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
32 (5.8.1868)
Date
1868-08-05
Page
Seite 154 (sequence 6)
Language
German
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154 wir auf jede nur denkbare Weise zu fördern suchen. Aus diesen Gründen fordern wir auch die Lehrer aus, recht fleißig Zlspiranten -für die Anstalt auszubilden und ihr zuznsührei?, Indem wir sie ermuntern, 'der Hoffnung Raum zu geben, daß, wenn auch das Nägelakschneiden nach dem Din.aus dem Normale einen Platz nicht gesunden hat, es selbstverständlich als beachtenswerthe Disziplin in den hohem Klaffen vorgetragen und so allen Anforderungen genügt werden wird. Keuitle 1 on. Die ersten jüdischen Soldaten. Historische Skizze von Tr.: — n— Kaiser Joses II. präsidirte dem Staatsraihc; ein Gegenstand von außerordentlicher Tragweite und tief einschneidender sozialer Bedeutung sollte zur Entscheidung gelangen: jeder kaiserliche Unterthan, zu welcbem Glaubensbekenntnisse er sich auch immerhin bekennen möge, sollte konskriptionspflichtig erscheinen; selbst die Juden keine Ausnahme von der Regel machen. Der Gedanke, war groß und kühn, eines Kaiser Joses würdig, wer Rechte genießt, sollte auch entsprechende Pflichten übernehmen, und Josef wollte die vollen Menschenrechte den Juden vindiciren, die Militärpflicht sollte. keine Bürde, sondern, eine Wchlthat.für die Parigs der Menschheit fluchJ&ie humane Idee stieß aus einen säst kaum zs^^/tbdrwältigenden Widerstand, der Klerus, die Armee, die Bürger, und selbst die Juden machten Chorus gegen den Monarchen, welcher aber nicht so leicht einen Gedanken fallen ließ» der in seiner menschcnsreundlichen Seele Wurzel geschlagen hatte. Armee und Klerus, «chwert und Kutte standen sich seit Langem als feindliche Mächte gegenüber-, doch -heute weideten Wolf und Schäflein einträchtig aus einer Wiese, Gras H arrach und Pater Wolf, Nord- und Südpol saßen traulich, wie ein liebend Paar> neben einander, der Haudegen und der Betbruder. Selbst Kaunitz und Feftetits verließ ihr stoischer Gleichmuth, Kaunitz hüllte sich in seinen Muss, währcnv Festetitö an den Jipieln seines Riesenschnuxrbarls drehte, der General wie der Staatsmann'waren gegen Pater Wolf ungewöbnlich freundlich. Kaiser Joses errielh die Gedanken seiner Räthe mit Leichtigkeit, er hatte dieselben sorgfältig vorher sondirt, er wußte, daß er heilte einen schweren Stand haben werde, doch gab er nichts im Vorhinein für verloren. Pater Wels sprach salbungsvoll von der Entchrisilichung der Armee,. Gras Feftetits, der sich gewöhnlich um schöne'Weiber mehr erhitzte als für die zwölf Apostel, sekündirte und sprach nebenbei von der j gefährdeten Ehre des Solkatennandes, von den fremd-! artigen Elementen, die den Korpsgeist zersetzen und ein Schisma in der Armee herkeisühren könnten. Gras Harr ach hielt die Juden für eine feige entartete Menschenrace, die kriegsunfähig und ansteckend in Reih und Glied wirken würde, er könnte sich einen jüdischen Soldaten eben so wenig denken, als Zeinen Augustinermönch, der eine Kanone bedient. Der Stich galt dem Pater Wols, der ihn lächelnd parirte, gleichsam entschuldigend beifügend: „()ui miles est Dei, non potest esse' miles imperatoris“ (wer ein Soldat Gottes ist, kann kein Soldat des Kaisers sein). Kaiser Joses bekämpfte mit Nachdruck diesen Satz; obgleich die Reihe zu sprechen noch nicht an ihn gekommen, er zeigte sich voll Ungeduld; Jene, die ihn geitancr kannten, wie Kaunitz, ahnten, daß er etwas im Schilde führe, Kaunitz sprach sich weder für noch gegen aus, und meinte blos, manmöge das Experiment wagen und versuchsweise ein halbes Tausend Juden als Freiwillige anwerben, er für seine Person vermöge sich 'einen jüdischen Soldaten nur schwer vorzustellen. „Gemach! gemach! Ercellenz," siel Sonnensels im gereizten Tone ein, „meine Wiege stand im finstern Nikolsbnrgcr Ghetto, bin darum mit Verlaub Eurer Durchlaucht doch kein schlechter Soldat gewesen." Pater Wols beeilte sich dem Kanzler zu Hilft zu kommen und sprach: „Das -heilige Sakrament der Taufe wirkt Wunder an jenem, dem es gespendet wurde, äelet infamiam, verwischt die Schmach." „Die Moslems," siel der Kaiser efli, „sind nicht getauft und haben uns so manche harte fleuß zil knacken gegeben, nicht wahr, lieber Radziwill, Sie . wissen davon-zu erzählen, denn cs war ein Janitscharc, dem Sie die Narbe im Gesichte verdanken. Die Herren mit dem Evangelio sollten in militarilius vorsichtiger ihre Worte abwägen." „Meine Herren!" sagte der Kaiser, „wie wär's den», wenn wir die Stimme der Juden, die es doch angeht, anhören möchten in dieser gewiß wichtigen Frage, die Stimme wäre allerdings keine maßgebende sondern nur eine konsultative. Ich habe den Bankier Na tan Eskeles zu mir beschieden, er weiß nicht, um was es sich handelt, "daraus gebe ich Ihnen mein kaiserliches Wort; mit Ihrer Einwilligung wollen wir den alten Mann, dessen Rath in finanziellen Dingen wir so oft schätzten, andren". „Das Votum eines Einzelnen," siel Pater Wols ein. „Sie haben Recht, Hochwürden, ich habe eS in Vorhinein bedacht. Rüben MenasseS, ein Preßburger Koscher-Gänsehändler und Pinchas Steinitz, wohlbestallter Schlächter von Proßnitz bilden die Trias, deren Ansichten in militarilius wir kennen lernen wollen. Legen Sie den Männern die Fragen vor, wir wollen ihre Antworten anhören". Nathan Eskeles, ein 80jähriger Greis mit

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