Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 8 (1868)
- Issue
- 32 (5.8.1868)
- Date
- 1868-08-05
- Page
- Seite 153 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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1 4 . noch meiner erinnern, mich angelegentlich empfehlen zu wollen, als Ihren ergebensten gez. T e ch o w. Berlin, den 30. Januar 1868. Wir erlauben uns hier anfügend noch zu bemerken, daß nach unserm Dafürhalten Ihr Beschluß in Kassel — die Ausarbeitung einer Denkschrift über die Verhältnisse des jüd. Schulwesens in Preußen betreffend, insoweit er nur auf die alten Provinzen Bezug hat, in der in diesen Blättern im Anfang dieses Jahres wiederabgedruckten Denkschrift Blumenau'S, einige Veränderungen, die von uns bereits früher in diesen Vlättern hervorgehoben worden, ausgenommen, seine Erledigung bereits gefunden und die dort zur Ausarbeitung einer solchen für die alten Provinzen gewählte Evmnlission ein Tvetb zur Thätigkeit nicht mehr hat; daß aber dagegen der hessische Theil dieser Commission zur erfolgreichen Lösung seiner Aufgabe auszufordern und zu ermuntern ist, waS wir hiermit aufs Freundlichste geihan haben wollen. Denn unsere Stimme ist nur gewichtig, wenn wir zusammen balten *), und das wollen wir als echte bernsötreue Bildner der Jugend im vollsten Sinne des Wortes, in guten und bösen Tagen thun und dieses Streben nach gemeinschaftlichen Zielen nimmer ans den Slugen verlieren. Dann werden wir bald unserm Stande die ihm mit Recht gebührende achtungsvolle Stellung erkämpfen, und auch unsere Zukunft wird lichtvoller werden. Vom Rhein, 20. Juli. Es liegt uns soeben oaS „Normale der bei der Aufnahmeprüfung für die untere Abtheilung der Vorbereitungs-Classe der Düsseldorfer spezifisch-jüdisck'en, von dem spezifisch-jüdischen heiligen Rabbiner F c i l ch eu f e l d und Genossen durch ihr Schöpfungswerde und auf-der höheren Kabbale heiligem Wege ins Dasein gerusenen Lehrerbildungs- Anstalt zu sorderndeu Kenntnisse" vor. In diesem heiligen spezifisch-jüdischen Normale heißt es sub 3 ' Geographie: „Verständnis; der allgemeinen geographischen Vorbegrisie', Kenntnis; der Erdtheile, der Weltmeere und der Anfangsgründe der Malerlandökunde." Was ist das Malerlandskunde? Wissen Sie, Herr Redakteur, was darunter verstanden wird?**) Gewiß nicht. In den Wörterbüchern der deutschen Sprache dürste daö Wort auch schwerlich zu sinden sein, und sehen Sie mich verwundert über die Bedeutung dieses Chidusch von Wort — denn in der Schule solcher Eharisim muß eS täglich Chidnschim *) Und eben darum sind wir der Ansicht, daß eine gemeinsame Petition zweckdienlich ist; wir werden die Sache nach dem uns gewordenen Austrage fördern, sobald Zeit und Umstände es erlauben (D. R.) **) Vielleicht ein Truckiehler für Vaterlandskunde; übrigens ist die Zusammenstellung an und für sich auch dann noch eine höchst eigenthümliche. (D. Red.p geben, da man ohne Herauüklaubunz eines Chidusch gar nicht spezifisch-jüdisch leben kann — fragend an. Ich werde es Ihnen erklären. Dürste man bei solchen spezifisch-jüdischen Leuten ein Wort nach dem P'schat auffassen, so würde ein gewöhnlich nicht inspirirtes Menschenkind darunter die Anfangsgründe des Kartenzeichnens verstehen. Wer es aber so auffassen . wollte, der wäre weit von dem darunter verborgenen Sod entfernt. Denn es ist. ein großer Sod darunter verborgen. Diesen will ich Ihnen, wenn Sie Sich die dazu nöthige Kedusche verschafft haben, megaleh sein. Run geben Sie wohl A^t. Es heißt, da von einer spezifisch-jüdischen Lehrerbildungsanstalt die, Rede ist, die theoretisch-praktische Kenntniß der Land-' schastsmalerei. Warum das? Sie wissen, in.. Düsseldorf besteht eine Malerakademie von weltberühmtem Ruse, deren Landschaftsgemälde aber durchaus keine spezifisch-jüdische Objekte darstellen, und die sich daher, auch keineswegs zu heiligen Bildchen auf Mesusa und Misrach eignen., Da sie nichts dcstoweniger zuweilen in den Gemächern der spezifisch-jüdischen, der die Anstalt unterstützenden Gläubigen angctrosfen werden, so können ne da nur, indem sie nicht spezifisch-jüdische Ideen Hervorrufen, von nachtheiliger kezerischer Wirkung sein. Dem Nebel muß gesteuert und der Akademie gezeigt werden, wie entbehrlich sie ist, indem in dem spezifisch-jüdischen Seminare bei solchen Vorkenntnissen Männer'während eines vierjährigen Aufenthaltes i» der Anstalt ausgebildet -werden, die irichl nur würdig sind jeden Lehrstuhl in der Akademie einzunehmen, sondern auch die Fähigkeit besitzen, Mesusa- und MiSrachlandschaften von spezifischjüdischem Interesse, weil vom spezifisch-jüdischen (steifte cr-zeuczt, htrzusrellen. Zwar will ich Ihnen nicht verschweigen, daß ein Freund mir sagte, es. hieße eigentlich MalheurlandSkunde. Das will sagen, eS wäre lein Malheur jüdischer Lehrer zu sein und ein doppeltes Malheur, auö solcher Anstalt hervorgegangen zuZein. Wir und aber entschieden solcher profanen Ansicht abgeneigt, meinen vielmehr, daß es ein unaussprechliches Glück ist, daß die Anstalt erislirt, daßsich erst recht würoigxn lassen wird, wenn die aus der Anstalt hervorgegangenen Männer überall in den (Gemeinden die Funktionen der Lehrer wahrnehmen, heilige Malerlandschaften Herstellen und der Reform Thür und Thor verschließen. Dahin muß es kommen, und wir wünschen daS sehr, damit die Heiligen, nach denen mächtig unser Verlangen ist, im Lande Gewalt haben, auf daß die Thumme verschwinde und die Gerechtigkeit herrsche. Und wir sind, obgleich wir daS traurige Schicksal, das nunmehr der Malerakademie von Düsseldorf selbst verschuldet, bevcrsteht, tief bedauern, dennoch ein warmer Freund deS spezifisch jüdischen Lehrseminars, dessen segensreiches Gcoeihen