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Der israelitische Lehrer · 1868-07-29 · 31 (29.7.1868) · p. Seite 144

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
31 (29.7.1868)
Date
1868-07-29
Page
Seite 144 (sequence 4)
Language
German
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144 suchte das später ebenfalls mit „human" identisch zu : erklären, nachdem Bcrnemann inLeipzig den Umstand hervorgehoben, daß eS auch-jüdische Waisen gäbe, die j der Liebe bedürftig sind. Noch mehr wäre hervorzu- : heben gewesen, daß auch die Juden es nie an liebender Mitwirkung fehlen lassen,, und daß sie gewiß nie zurücksteben. wo die Wohlthätigkeit, die man so oft als „christlich" bezeichnen Kört, angerufen wird. Möchte dieser Grift, der-trotz des humanen Gedankens^ der ihm innewohnen mag, immer noch gar :u aus) cd ließ! ich ist, dem Geiste wahrer Toleranz und wahrer Freisinnigkeil, weiden. Dann erst wird die all^eimeine deutsch e Lehrerversammlung daS werden, was sie, zu sein aufrichtig bestrebt ist: ein Mittelvunkt für, die vorwärts strebenden Lehrer, eine BersammlungSstättc für die Verbreitung von Leben und Licht, Freiheit, Fortschritt und — Frieden. Ddcrnbeim in Rbeinbeffen. Klingenstein. Wie soll die Jugend angeleitet werden, einen guten Aufsatz machen zu können, und was mnß bei der Angabe eines Aufsatzes für die Schulkinder bemerkt werden? Beantwortet vor. J. Orthai, Lcbrer in- Fcllheiin. Die 'Vorbedingung zur Fertigung eine» ordeni- :ichen Aufsatzes ist Sprach richtig keil und Vcr :änd ichk:ii. Die crstcre setzt eine gewisse Fertigkeit im Gebrauche der Sprache. wenigstens durch , Hebung voraus, unk eine Gewebnung an den ricbli gen Ausdruck: letztere gebt von der Deutlichkeit iw Denken aus: ,renn das Verworrene aller mündlichen Und icbristlichcn Mittbeilung bat immer seinen Ernud ni der Verwirrung der Fkeen. Denken und Srrechcu Svrecheu und Schreib':: neben daber in nnrcrtrcnnbarcm sammendangc. » Der Unterricht in 'christlichen Aiinätzcn umiastl sonach k:e Entwicklung und Uebung des Denk- und Spr ach Vermögens und dann die eigentliche Beiähi gung zum ichrisriicken Ausdrucke der «Gedanken, und dürste dies dadurch errweckr werden: a> das; überällnnir dem Sprechen. Leien und Schreiben, Denkübungen verbunden, die Entfaltung der Selbsttbäligkest des Geistes befördert, l „Menschenschulen. Laßt -uns trinken aui das Wohl vor I „Wärmer, die dies Ziel austreben re." Ter Beifall der Versammlung zeigte, daß Viele der Ani wesenden mir uns sas Exclusive, von welcher Seite es auch! Herkommen mag, unangenehm berührte. und die Ersindungsgabe für die Darstellung der Gedanken geweckt werden; daß die Kinder angehalten werden, alle ihre Antworten in einer reinen regelmäßigen Sprache zu geben, jeden ihrer Gedanken mit dem rech ten Worte zu bezeichnen, und eine geordnete Wortfolge zu beobachten. o.f Es soll zwar ein grammatischer Sprachunterricht gegeben, doch die Formenlehre nicht zu sebr ausgedehnt , und dafür mehr Zeit auf syntaktische Üebuiigen und die Satzlehre verwendet werden. <l) Bei der Satzlebre ist auf die Eintheilung der Sätze, aus die einzelne Theile und auf die Verbindung derselben, auf die Bildung zusammengesetzter Sätze, auf, den Periodenbau der deutschen Sprachß^diß vor;üglichstc Rücksicht rn nehmen. — Gleichen Schritt mit der Sprachlehre muß die Dribographie gehen. Sobald die Kinder zu der Fertigkeit getaugt sind, ihre Gedanken richtig auszudrücken, mögen sie Veriiiche machen, dieselben schriftlich darzustellen. Vichts werde ibnen biebei zum Stoffe gegeben, was außer ihrer Sphäre lieg:. Auch muß zu ihren Darstellungen der Stoff geliefert werden, und darf Anfangs nur die richtige Benennung, die einfache Verbindung gegebener Begriffe, die natürlichste Beantwortung vorgelegter leichter Fragen gefordert werden. Die weiteren Verübungen (tie sehr mannichfach sein können, und sc nach Beschaffenheit der Kinder erru-.idcn und angewendet werden l können bestehen in: a i Bildung einfacher Sätze, durch Verbindung von Subjekten und Prädikaten, wozu das eine angegeben, das andere gesucht wird: b i Vollendung angefangener Sätze und Perioden; r i Erweiterung und Ausbildung der Säue; d Umänderung der Sätze durck Benetzung der Wörter auck.sti Rücksicht aus den Accent: o'i Verbesserung irrackwidria ausgedrückter Sätze und Perioden oder einrelner Sprachfehler: fi Ergänzung der in einer angefchriebencn größern Periode ausgelassenen Interpunktion; uj Klassifikation der in einem Lesesiücke oder au der Tafel geschriebenen Aufsätze vorkommenten Rederbeilc. Diesen Vorübungen folgen: L> Umgestaltung eines an die Tafel geschriebenen Stückes, b) Umschreibung eines Stückes von Berten in Prosa; cf Niederschreibung kurzer erst vorgelesrner oder vorerzählter Geschichtchen. Endlich bei größeren Fähigkeit: Aufzeichnung merkwürdiger Ereignisse;

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