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Der israelitische Lehrer · 1868-07-29 · 31 (29.7.1868) · p. Seite 142

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
31 (29.7.1868)
Date
1868-07-29
Page
Seite 142 (sequence 2)
Language
German
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142 l. Das u ift ein sichtbarer Träger des Liftes, das l ist auch jedes Gebot msa ^. jeb?r einzelne Mensch! mxfirrj bvcnij, das ist überhaupt der äußere Gottesdienst; ist ein Bild der Gemeinde, die gleich ' dem Leuckter, der alle n-vj vereinigt, aus Einzelnen . bestehend ein Ganzes fein soll. tx „Licht" ist Wahrheit und Tugend. An dem Priester liegt cs, dafür zu sorgen, daß durch.die Lichter der Leuchter erleuchtet werde. Dem Priester wird nicht eigentlick eine Vorschrift ertheilt, und doch wird ihm ein Gebot gegeben. -Es wird ihm das Ziel seiner Wirksamkeit gezeigt. ’ TaS Verhältnis; des Priesters;um Volke ist hier angedeutet. Er steht nicht im Dienste des Volkes, aber daS Volk ist auch nickr ihm untergeben, beide stehen im Dienste Gottes. Das ist auch das'Verhältnis; des! Lehrers zur Gemeinde. Der Lebrer ist nicht ein Untergebener der Gemeinde, diese nickt der Herrschaft deS - Lehrers übergeben. Die (Gemeinde besttzt das Gesetz i und bewahrt es, damit die Befolgung eine erleucks rende 'ei, das'ist die Auiqabe des Lehrers. l V L.l ii. Daraus folgt für dessen Verhalten: «V. 3.» Die Erleuchtung, die religiöse Belebung muß; ihm Hauptsacke. sein, stur Erreichung dieses Zieles : muß er nickt nur selbst'wahr und gewissenhaft ■ in seiner Berufslhäligkeit sein, er muß auck auf die Gemeinde, deren Beichasseubeit uns LebeuSanfchauung Rücksicht nehmen. Durck fein ganzes persönlickes Verhalten muß er das .Vertrauen der Gemeinde . besitzen und 'ick erhalten. Der eigentlicke Beruf des Lehrers läßtstck nickt überwachen, er beruht auf , dessen Gewissenhaftigkeit;, eben darum dar» der Lehrer den daS Aeil'äere bckrestcndcn Anordnungen nickt ent gegenbandeln, weil hievon sein Einfluß auf die (Lemeinde. dessen Emwirküng aui das geistige Leben in derselben ahhängl. Do thar Aro:D —-x vy. Dein äußeres Verhalten und seine ganze Wirk'anikeil hatte die Erleuchtung der Gemeinde zum .stiele ~x rr-:2n "s 7 2 darirni that er, wie Moses besohlen, ordnete diesem sich - unter und gab dem Volke das Beispiel des Gehorsams. 'Dann die (^rmabnnng Hillels: f-r nn":7.n2 "N. UI Wie sebr aber auch der Lebrer danack streben mag, es bängt von dem'Verhalten der Gemeinde, von ihrer Vefchafienheit ab. ob er anck erleucktend wirken kann. 1V 4.1 Der Leuchter, das Bild der Gemeinde, sollte nickt in einzelnen Theilcn gearbeitet und zusammengesetzt iein, die leicht von Einander trennbar sind, auch nicht gegossen und verhärtet, sondern getrieben r.rpa. Der . Leuckter sollte die Gestalt eines ' Baumes haben ~:r- Di" Gemeinde soll unbeugsam sein, aber nicht *pij? nrp eigenhändig und eigenwillig, sie soll die Erinnerungen aus der Vergangenheit unwandelbar festhalten, auch das Ziel der Zukunst umwandelbar anstreben, aber selbst fortschreitend sich entwickeln. Die Gemeinde muß Alles das besitzen und zu besitzen streben, was daS Wort L-ar bedeutet: Ausdruck des Geistigen, Vorwärtsstreben und Ans eh en. S ch l u ß. ES scheint schwer, aber der Leuchter war n."«na rrrc nx 'n -x~r. irx das stdcal, dessen Erreichung nur unter GotteS Beistand möglich, der aber auch verbeißen ist. Diese Rede verfehlte nicht ibreS Eindruckes auf die Anwesenden. Es liegt in dem Berufe des Lehrers eine Weibe, die Begeisterung schasit. Der Lehrberuf, würdig aufgefaßt, schließt Selbstsucht aus. Er verlangt Hobe Opferwilligkeit gebieterisch. Und wenn leider auch Einzelne, ihres Berufes uneingedenk, dem 'Niedrigen und Gemeinen stck zuwendcn; wenn auch, leider , die anßerordentlick fcklcchte Bezahlung vieler Lehrer, wie man ne B. ganz besonders unter den jüdiscken Lehrern der n.uprcußischen Provinz Hessen findet, wo Aahrzehalte von 1.00 Thlrn. nicht ungewöhnlich sind, wo Stellen mit, 200 Thlr. fast nie verkommen -r vielfach eine gedrückte Stimmung Hervorrust und gar zu geneigt macht zu Servilität, Kriecherei, sowie Mangel am rechten und echten Lehrerzeiste und Lchrerhewußtsein herbeisührt,' so ist dock der größte Theil der Lebrer stets bereit, seinem Berufe Opfer zu bringen, — was ihm — ach, in vielen Beziehungen — dem Stamme Aaron ähnlich und zum wahren Priester macht:' »nrn. N*r# *r* “T“* ir **x **r ir—. *« Wir kommen 'ckließlick nock zu einer besonderen Bemerkung in Bezug ans den Geist, der in der Versammlung herrschte. Es war ein Geist der Brüderlickkeit, der Toleranz, des Gemciiisinns. Und doch können wir nicht umhin, gegen eine verschwommene Phrase zu prclestiren, die sich neuerdings mehr und mehr breit zu macken nicht. Die Männer der Neuzeit haben vielfach den Boden des nnfrncktbaren, engen EonsessionalismuS unter ihren Außen schwinden sehen und mit diesem Boden auch' - daS dogmatische Ehristenthum, oder sagen wir eö ihnen offen und klar, das speeisiscke Ehristenthum, das Ehristenthum der Kirche, das Ehristenthum der Masse. Sie fühlen das; und sie schnitzen sich nun mit Hilfe einiger Unwahrheiten und einiger unhistorischen Widersprüche, einiger unklaren, mystiscken Phrasen, ein mueS Ehristenthum, das ihnen paßt. UnS kann das gleichgültig sein, wenn wahrhaft religiöses Bedürfniß sich auf

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