Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 8 (1868)
- Issue
- 30 (22.7.1868)
- Date
- 1868-07-22
- Page
- Seite 138 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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138 gierung appellitte, wurde die kategorische Entscheidung gefällt: der Knabe muß entweder beschnitten oder getauft werden; tettium non ckatur! (Ganz recht. Red.) (FZ) Schulprogramme. Es ist eine sehr erfreuliche Erscheinung, daß die Direktoren der israelitischen höheren und Religions- Schulen durch gedruckte Berichte zur jährlichen Prüfung einladen, welchen auch Abhandlungen beigegeben sind. Denn nicht allein sind diese gelegentliche Abhandlungen größtentheils-von großem Interesse, sondern auch und noch mehr die beigegebenen Uebersichten über den Unterrichtsplan. Aus diesen kann mancher Lehrer Vieles für die Einrichtung des SchulplaneS und die Methode seiner Schule erlernen, so wie Zeder sich auch ein Urtheil bilden kan» über den Werth und die Unterrichtsweise der betreffenden Schüler, vorzüglich hinsichtlich des Religionsunterrichtes, worüber auch jetzt noch die Ansichten so weit auseinander gehen. - Es liegen nun folgende Schulprogramme vor, und benütze ich diese Gelegenheit, um den Herren Direktoren meinen: innigen Dank für die gütige Zusendung derselben.an mich abzustatten. 1—2. Einladungsschrift zu der öffentlichen Prüfung der Bürgsr- und Realschule der israel. Gemeinde zu Frankfurt a. M. v. I. 1867 und _ 1868 (Nr. 1 ist im Namen des nun sel. Direktors Herrn I>r, Stern und Nr. 2 ohne Namen, beide aber von Herrn, I)r. Jacob Auerbach herausgegeben). 8u. 4. Zwölfter unddreizehnter Bericht über die Religionsschule der jüdischen Gemeinde zu Berlin v. Z. 1867 und 68 (Nr. 1 ist von Herrn Dr. Bärwald und 3fr. 2 vom Dirigenten Hrn. Dr. Kirschstem herausgegeben. Diesen reihe ich an,- obgleich kein eigentliches Programm, weil sie aber auch den Lehrplan beifügt, folgende selbstständige Schrift: Die Jakobson-Schule zu Seesen am Har; von Dr. Arnheim, Direktor, der Anstalt, 2. Auslage, mit dem Portrait des Gründers der Anstalt. Draunschweig 1867. Nr. 1 u. 2 enthalten 1/ Abhandlungen und 2) Schulnachrichten. Erstere sind a) Lessing und Mendelsohn (Erster Abschnitt) und b)-;mit Andenken an den verstorbenen Direktor Dr. L-leru, beide von Dr. Jakob Auerbach. Ein weiteres Besprechen dieser beiden vorzüglichen Arbeiten des rühmlichst bekannten Verfassers behalte ich mir für später vor; nur jetzt so viel, daß diese in jeder Beziehung 'gediegen sind, wie Alles, was aus der Feder des tüchtigen und gelehrten Verfassers fließt. Fn den Tcbülnacbricbren isi die Uebersicht über den im Schuljahr 1867/68 vollenvtten Lehr-; cursus und vorzüglich den in diesem angegebenen Unfer-; nicht in der biblischen Geschichte, der Religion und! im Hebräischen für unsere jüdischen Schulen von bei sonderem allgemeinen Interesse. Man sieht hieraus,! daß in dieser mit Recht als höchst vorzüglich allge- : mein bei uns anerkannten Realschule auch die verj schiedenen religiösen Fächer nicht vernachlässigt sind, vielmehr ziemlich viel Zeit auf dieselben verwendet wird. So vorzüglich hebräische Sprachlehre und Bibel- und Gebet-Uebersetzen, letzteres sogar auch in den Mädchen-Klassen unterrichtet werden. Sehr interessant ist es nun, daß Herr Dr. Auerbach in der ersten Knaben-Klaffe die Kenntniß der hebräischen Current schrift" lehrt, da gerade in neuester Zeit die Ansichten über das llntettichten des jüdischdeutschen Lesens und Schreibens in der jüd. Elementarschule getheilt sind (s. Allgem. Z. d. Z. Nr. 26 und die Änm. Philippsens). Nach meiner Ansicht ist hierin das Verfahren des Dr. Auerbach das richtige. Kenntniß dieser so wichtigen Currentschrist, die einen so wohlthätigen Einfluß auf unsere Vorfahren in früheren Jahrhnnoertcn ausübte, und in welcher so viele Bücher verschiedenen Inhalts geschrieben sind, muß unsere Jugend nothwendig auch erhalten. Ich verweise auf das ausgezeichnete Buch: „Das jüdische Gemeinwesen v. Dr. Clement. (Ich schreibe den Titel und-Namen aus dem Gedächtnisse, kann daher für die richtige Angabe nicht bürgen.) Weiteres ist aber auch nicht nöthig, eS sei den», daß die Eltern es wünschen. 3fr. 8 u. 4. Der in beiden angegebene Unterrichlscursus beweist, daß in dieser Religionsschule alle Fächer der jüdischen Religionsgegenstände sehr gründlich gelehrt werden. So in der ersten Knabenklasse (nach dem Berichte Nr. 3 Sam. 1, Cap. 20 fft, daS 2. Buch Sam. vollständig, König, s. Cap. 1, 3, 8, 9. Ferner Auswahl v. Ps. 1, 8, 15, 18, 19, 24, 29, 33, 84, 90—93, 104. Und in derselben Klasse (nach Bericht Nr. 4 das 5. Buch Mos. u. A. Hebräische Gebote werden auch in der Mädchenklasse hinreichend übersetzt. Ich kann diesen Lehrplan allen derartigen Religionsschulen bestens empfehlen. In dem Berichte 9fr. 3 „aus verflossenen Schuljahren von Dr. Bärwald" lernen wir diesen jetzigen Direktor der Realschule zu Frankfurt a. M. als einen sehr bescheidenen und liebenswürdigen Mann kennen. Seine gründlichen wiffenschaftlichen Kentnisse hat er; durch seine Schriften bekundet. Die Frankfurter Real- > schule hat an demselben eine vorzügliche Acguisttion I gemacht. i Aus diesem Berichte ersehen wir mit Freude«, | daß im Zahre 1866 der Zugang von Schülern ein so starker war, daß eine Theilung der 3. u. 4. Kna-