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Der israelitische Lehrer · 1868-07-01 · 27 (1.7.1868) · p. Seite 111

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
27 (1.7.1868)
Date
1868-07-01
Page
Seite 111 (sequence 3)
Language
German
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111 Jerusalem, Den 12. Marz 1868. Herr Präsident! Ich habe mit dem Gefühle lebhaftester Dankbarkeit den Brief erhalten undgelesen> welchen Sie mir zu schreiben mich beehrten und in welchem Sie mir wohl danken wollen für einige Anstrengungen, welche ich zu machen hatte, um in Jerusalem da« Wert zu erleichtern, welchesich dir Alliance isr., universelle zur Aufgabe gemachttzund dessen Zweck die Belehrung Ihrer GlaudenSbrü er im Oriente ist. Es war für mich eine wahrhafte (veritable) Verpflichtung, so sehr ich im Stande war, eine Beranstältnng zn beschützen und zu unterstützen, welche zu einem so edlen Zwecke geschaffen worden, wie derjenige ist. durch Unterricht einen der wichtigsten Theile des ottomanischen Reiches umzubilden, zu regeneriren. Außer der Sympathie, welche jeder denkende Mensch fühlen muß, füt eine so erhabene und edle Idee, wie diejenige, weiche Eie beseelt, hat sie ,n meinen Augen noch ein besonderes Interesse, weil sie die theilweiseLösung der Auigabe ist, deren Wichtigkeit Rirmanden entgeht: die Ausbreitung des Unterrichts in der Türkei. Von der Verwirklichung dieses Programmist die Zukunft unser-Vaterlandes abhängig; und so wirb denn auch unsere Mitwirkung dem Fortschritte aller oerartigen Anstrengungen zugesichert sein, welche aus privater Initiative hervyrgegangen und die direct oder indirect daraus hinzielen. Das ist ein edle- und auffallendes (frappant) Beispiel, welche- Ihre Vereinigung hier gibt, indem Sie in Jerusalem selbst, di.sem Mittelpunkte der drei größten Religionen der Welt, deren Anhänger die ottomannische Ration mit Stolz in ihrem Schooße zählt, die sein geheiligter und neutraler Boden, aus welchem der Koran, die Bibel und das Evangelium sich begegnen und sich brüderlich die Hände reichen, indem Sie, sagte ich. diese Stätten für denUnterrrcht gründest, dessen wohlthätiger Einfluß sicy bereits in feinen Früchten offenbart. £? Die ottomannische Regierung kann nur mit ihrer ganzen Kraft genehmigen'und unterstützen ein Unternehmen, welches so glücklich kommt, um deizustehen dem lebhaften Antriebe, welcher in diesem Augenblicke eben im ganzen Reiche auf den Unterricht der Maffe zielt. Sein Schutz ist daher zugesichert hier und überall dem Werke, welches mit so vieler Hingebung die Alliance i-r. univ verfolgt, und welchennS ein vorzügliche- Eontingent verschaffen wird in dem Bertilgung-kampfe, welchen jede weile Regierung mit der' Unwissenheit führen muß, die die vielhundertjährige Verbündete de- Fanatismus und der Barbarei ist. Rasif-Pascha. Im französischen Journale .La Liberte* fügt Herr Leon Eahun diesem Briefe dir sehr richtigen Bemerkungen bei: Sestern zeigten wir die Eröffnung einer Eubscription unter den Muselmännern an, deren Erträgniß für ein Waisenhaus bestimmt ist; und die Schöpfung einer Schule für die Künste nnd Gewerbe, in welcher alle jungen Leute ohueUnterschied de- Glaubenausgenommen werden solle». Der Druck der liberalen Türken fängt sicher an, sich sehr l fühlbar zu machen; und wenn di« Muselmannen in - dieser Weise fortfahren, io sehen wir nicht ein, warum j man sie' in Constantinopel durch die Rumänen ersetzen ' sollte, welche die Juden ertränken oder durch die Hellenen, welche die Freimaurer todti'chlagen. — Tie Tage in Cassel. 11. Das Besondere. Es kann nicht befremden, wenn den jüdische^ Lehrern auch bei einer „allgemeinen deutschen Lehrerversammluug" besondere jüdische Interessen und Gedanken nahe treten. Sind ja die israelitischen Lehrer, beionders in Preußen, den christlichen Lehrern noch lange nicht gleichgestellt; das Bestreben, diese Gleichstellung zu erwirken, mußte gerade in diesem Momente besonders lebhaft hervortrcten, wo in den Anwesenden die Gemeinsamkeit deS geistigen Lebenso stark fühlbar wurde! Man wünscht auch zu wissen, wie viele Juden unter der Zahl der Anwesenden vorl Händen, damit man einen Maßstab habe für das 'Interesse derselben an dem Großen und Ganzen, an der allgemeinen Entwickelung des SchulledenS. Und da hier die jüdischen Lehrer aus den verschiedensten Ländern und Kreisen sich trafen, so lag die Veranlassung nahe, über die äußere Stellung der jüdischen Schule und ihr Berhältmß zu der Schule im Allgemeinen und über unsere Stellung im Staate, über die Gleichstellung mit den anderen Volksschulen zu sprechen. Die jüdischen Lehrer waren verhältnißmäßig in Kassel sehr stark vertreten — über sechszig, 60 unter 2000 -- 3 : 100, also 3% hatten sich dort eingc» funden und der größte Theil harrete aus, obwohl der Sadbath störend dazwischen kam. Das ist ein ehrenvolle- Zeugniß für die Strebsamkeit derselben. Am ersten Tage der Versammlung fanden sich 49 zu einem gemeinsamen Mittagsmahle ein, dem i auch Herr Land-Rabbiner Dr. Adler und Herr Seminar-; lehrer Dr. Stein von Cassel beiwohnten. Es wurde wacker toastirt — und schließlich der kommende Mor» j gen zu einer Separatversammlung der jüdischen Lehrer j (Freitag) festgesetzt, um zu sprechen „über die i Einigung der Bestrebungen der jüdischen Lehrer au»

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