Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 8 (1868)
- Issue
- 24 (10.6.1868)
- Date
- 1868-06-10
- Page
- Seite 83 (sequence 3)
- Language
- German
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btt der Gemeinde, namentlich de» Echul-Semeindkvorstande« den Verhandlungen unausgesetzt bei. Als Ort für di« nächste Conserenz wurde Ruhr» eit erwählt und dürfen wir aus «ine reiche Belheili» hoffen. : B. Die Naturwissenschaft in der Volksschulen Äon Lehrer cheirin-isielder. »Wer sich dcstLr.dla auslchliebiich mit den KüLern be?ch«irigt, ist für daL pral:ische Leben schon v-rtvre». Tie beste Philosophie ist der geläuterte Menscheirnsiaud; taS bssir Mittel daju. die Dell enflhen, die t^eich-chr« lesen und selbst denken. Werden bi? Verhältnisse nicht beobachtet, jo kommt da» tat unlebrnisch.- Sfurf. Wenn irgend einen'. Gegenstände der Schule noch zu wenig Ausmerlsamkeir — besonders von Lehrern — gewidmet wurde, so ist e» gewiß der naturwissenschaftliche Unterricht. <j» mag dies daher rithren, daß dessen Betreibung nicht allein nicht verlangt, sondern sogar mitunter nicht gerne gesehen wnrde. Es ist übrigens keineswegs recht, diesen Gegenstand noch jetzt zu vernachlässigen, iveil er bis jetzt nicht getrieben wurde, sondern erst dann hällrri wir zri desien Verdrängung auS der Schule Fug und Recht, wenn wir selbst uns überzeugt haben, daßergiädagogisch uuwichiig oder wenigstens unnöthig ist. Wohl wird von manchen Kollegen behauptet,' daß wir kerne Zeit dazu haben, daß wir außer diesem ,vohl noch» Mehrerer betreiben könnten, was recht schön und gut wäre, wenn wir nicht dann dabei d.iS Nöthigste vernachlässigen würden. Tiesen stimme ich vollständig bei; glaube aber auch zugleich, daß die Naturwissenschaft ganz gut — nach uieiner Ansicht sogar am passendsten — gelehrt werden kann, ohne besonderen Zeitaufwand in der Schule. Ich halte es nänilich nicht für nöthig, der Rarurkunde einen Platz ouf dem Lectionsplane cinzuräumen, glaube sogar, daß es uirnöthig ist. Höchstens könnte man während des Sommers wöchentlich 7j—1 Stunde Botanik treiben. Dieser Gegenstand müßte aber dann, wenn ihm eine besondere Stunde gewidmet wird, analytisch behandelt werden. Die übrigen Zweige der Naturwissenschaft als Zoologie, Mineralogie, Physik, Chemie ic. rc. können in der Schule schwerlich nach einer Methode erschöpfend behandelt werden. ES kann aych nicht Ausgabe der Volksschule sein, die Lehre vom tritt! Fall der Körper. durchzunehmen, oder auswendig lernen zu lassen (denn auf eine andere Weise ist eS kaum möglich)! welche Verbindung mit dem Calcium und Aluminium vorgehn, oder die problematischen Erklärungen über die Licht-Materie zu geben; dadurch würden wir die wirkliche Aasgahx verfehlen; sondern nur auf die gewöhnlichsten Erscheinungen im Leben sollen wir aufmerksam machen. Diese sollen wir erklären, damit das Kind gewöhnt wird Nichts, ohne die Ursache t«nnt» zu wollen, an sich vorübergehn zu lassen und ohne den Lehrer und seine Umgebung über dar Auffallende, ihm Unerklärliche zu befragen und an den Fragen wird man bald merken, ob man verstände» wird. Die Naturkunde soll also immer betrieben werden. Wenn man in die Schule kommt und die Fenster - schwitzen, so ist Gelegenheit, aus die Ursache des Schwiz» zenS aufmerksam zu machen; wenn ein Gewitter ist, fkunn man davon, besonders von der Unschädlichkeit deS Donners sprechen; ,nan befreit dadurch die Kinder vielleicht vor unnöthiger Furcht; denn „bie Erscheinungen der Natur selbst setzen Menschen, die keine richtigen Begriffe uno Belehrungen darüber haben, in den größten Schrecken. Der wohlthätige(!) Donner ist ihnen ein furchtbares Strafgericht, der Blitz eine Zornflamme, da doch diese Erscheinungen der Luft und der Erde zur größten Wohlthat sind." Während der Pausestunden — im Freien — bietet sich gewiß pielsach Gele- .genheit zu Erklärungen. Ich habe selbst die Er'ahrung gemacht, daß während der' Pause Kinder, die Lust daran haben, sihr Spiel lassen, sich um mich sammeln, eine Erklärung erwartend. Beinahe in jedem Unterrichtsgegenstand, in Religion, Geographie rc. ic. bieten sich so häufig Anknüpfungspunkte. Für diese Methode spricht auch noch der Umstand, daß das, was den Kindern gelegentlich erklärt und erzählt wird, sich viel besser behält, als dar Auswendiggelernte, und daß Kinderhauptsächlich für diesen Gegenstand, mehr Interesse geronnen, wenn sie nicht dazu angehallen sind. D>nn verfolgen wir dadurch ein erreichbares siel, daß von verkommenden Erscheinungen, von Mährchen, Sagen u. s. w. diel Ursachen eingesehkn , oder doch ziemlich richtig gemuthmaßt werde». Ich habe hier nur in kurze» Worten meine Ansichten darqethan, und gedenke mich bald deutlicher darüber auszusprechen. Es ist jedenfalls vom Nutzen, Ansichten über diesen Gegenstand zu hören, von dem ein Ctaffiker sägt: »Seid vertraut mit der Natur, und ihr werdet bald vertraut mit der Tugend., Durch ihren Umgang gewinnt ihr Licht, soviel Euch frommt und Muth und Kraft, soviel ihr braucht." . AZoehewbcri d> t . üü up beim in Württemberg. Ein Schreiben des Herrn ». Gott her, Minister de» Kirchen- und Schul» «eseuS in Württemberg an den Unterzeichneten lautete: Euer Wohlgeborrn beehre ich mich, in einer die Volksschulen de« Lande« berührenden Angelegenheit Nachstehendes mitzutheilen: Während das Schulgesetz vom 29. September 1836 in Art. 1 ^und 2 den Zweck der Volksschule» und die Gegenstände d«s Unterrichts in derselbe» i»