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Der israelitische Lehrer · 1868-06-10 · 24 (10.6.1868) · p. Seite 82

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
24 (10.6.1868)
Date
1868-06-10
Page
Seite 82 (sequence 2)
Language
German
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82 obwohl die Versammlung im Allgemeinen eS als Regel angesehen wissen wollte, daß über eitr Referat nur dann debattiri werden solle, wenn der Referent in Person erschienen sei und dasselbe vertreten könne: so war man in diestm Falle doch der Ansicht, daß deobjektiven Inhalts wegen eine Ausnahme gemacht werden könne.. UeberöicS hatte der Referent denCollegen Wolfs darf, Erwitte, mit seiner Vertretung beauftragt. Tie Frage betrat den systematischen Religionsunterricht, rcsp. den Gebrauch der R el ig i o nSb u ch cS. Oppenheim stellt die Behauptung aus, daß daS Gebetbuch den systematische» Religionsunterricht ersetze» könne und müsse, nicht nur, weil alle Glaubens- und Sittenlebren üch an die vorhandenen Gebetslücke anknüvfen und audenselben ableiten lassen; sondern auch, weil das Gebetbuch dem Israeliten ein heiliges Buch sei und bleibe,während das Religionsbuch spä er bei Leite gelegt werde. — Die Versammlung konnte sich diesem Standpunkt nicht anschließen und sprach, nach eingehender und sehr lebendiger Debatte, .ihre Ansicht dahin ans, «daß „das Gebetbuch zwar ein zweckmäßiges, ja noth- «wendiges Ergänzungsmittel für den systematischen .ReligionSunterrickt, keineswegs aber geeignet, sti, «diesen susteuiatische» Religionsunterricht' zn^m'-tzer; «daß vielmehr der letztere ei» unentbebrlicher Dhci! ^hes Unterrichts in her jüd. Schule sei." Von der Special Eonfercn; in Lübbecke war rer Haupttcri'ercn; der Antrag unterbreitet, zu erklären.?aß cS wüinchenSwerth sei, d-aS jiibiicb-bciitfcfcr Lesen, sowie daS j ü d-isch-c c u tsche Schreiben in der;üb. Elemcntaischule zu unterrichten. Die Veriammlun;' etklarle /ich mit d-eser Ansicht rinverfiande» und veraulaßte den anwesenden Bearbeiter der Häft. r- Hecht'schen Lesebücher^ B l u m t r, f c l b, Essen, bei iin:r neuen Auflage des Lesebuchs für Mittelklassen dcu'eibeu einen An dang von süd-deutschen Lc>cnücken beizugebeu, waS dieser rusagte. In Betreff der beantragten Regelu.rg der jüd.-tLUtschen Orthogiupbre wurde der Lübbecker Eonserenz anheimgegebei', der nächsten Gcncral-Berscmmlung darüber Vorlage zu machen.! Ten größten Theil tti zweiten Vormittags nahm sah Referat Levingcre «über das Maß und di!e- Behandlung d.eS' Religionsunterrichts bei solchen Schülern, die nicht den Gesammtunterrickt in der jüd. Schule erhalten" ein. Tie Debatte war eine äußerst erreate; j denn über das zu fordernde Maß gingen die Anj fickten sehr weit auseinander. Während nämlich der Referent die biblische Geschichte und jüdische \ Ge schichte in der nachbiblischen Zeit, positiven : Religionsunterricht, etwas aus der hebr. j Sprache mit Uebcssetzen der Pentateuch. der wichtigsten Gebet« und einiger Psabmen. sowie jüdisch-dcutschschreiben fordert, j scheint das bet Einigen noch nicht genug, bei An- : der» viel zu viel gefordert zu sein. ES muß jedoch i constatirt werden, daß diese Vctschiedenheit in den! Forderungen nur in der, dem einen mehr, dem ander» weniger knapp zugcmeisencn Unterrichtszeit ihren Grund halte, die 2. 9, höchstens 4 Stunden wöchentlich beträgt, welche wenige Stunden noch dazu von Gymnasiasten. Realschülern und T öchterichülern nicht immer regelmäßig besucht werden. Uebcr daS K ü n s ch e n S w c r t h e eines ausgedehnter» RcligionSunterrichlcwar keine Meinungsverschiedenheit. und die Herren, die so gern den .Verfall dcS religiösen Lebens auf die Schultern der Lehrer avälzen, würden'/ n-ruu sic der Verhandlung beigewobut hätte:', sich der Wahrnehmung nicht haben "erschließen können, das; ein hoher, sittlicher Ernst und religiöser Eiker in den von ihnen verkannten Männern wob»!. die alle dem wahren Schmerze Ausdruck gaben, daß ■:> ibnen unmöglich gemacht w rde, aus krm de» Religionsunterrichts das zu leiste». wa> sie :ür u ünschenswertb, ja für nolbwendig erach'rn müsse». Die freien Besprechungen am zwecken Rach« witlage brach den Mirthe.lungen ei edem Lehrerlebcn uns Änreennaen verschiedene! A??. Von den letzteren hebe» wir einen Antrag d.s Versitzenden Blumena» »«rror. irr zum Beschluß erholen wurde, nämlich: die jäk-.lichcn Eon.serenzen gleich-ilig zur Pflege des M ännrrgclanges zu b rnul- -:. Eö wird damit nicht nur beabsichtigt, an den CeNferenztagen (und Ternten) eine anregende aid erheilernde Abwechselung zu bieten, scndeln auch, mit tcr Ze t alte und neue Erscheinungen ans dem Gebiete d:S SynagogengefiingcS krnlttn zn lernen, in ihrer Wirkung zu erproben und crrnt. für gottesdienstliche Zwecke zu veri Sr-fnter. Tic noch anwesenden Mitglieder ordneten j sich sor'crt nach Stimmen und verständigten sich über j die Wahl der Gesänge für die nächste Eonserenz. — (Grär, Männerlieder. Heft 1. Rr. 5, 9, 16, 17, 20, '•ai.su*). ES herrschte der Geist der Liebe u. der Eintracht in der Versammlung, die während der ganzen Tauer der Eonserenz. durch keinen Mißton gestört wurde, und können wir diese Eonserenz als eine der schönsten und anregendsten bezeichnci'. Tie jüdische Gemeinde zu Torkmund hatte sämmtlichrn Besuchern eine gastliche Aufnahme bereitet, wofür wir ihr an, ticirr Stelle nochmals danken; auch wohnten Mikglie-' *) Dir bitten diejenigen Mitglieder, die zur Zeit nicht >i-.tl,r anwesend waren, hiervon Nanz zu nehmen, sich da» begehende Heft anzusckaffen nnd ihr« Stimme einzuüben. Referent.

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