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Der israelitische Lehrer · 1868-06-03 · 23 (3.6.1868) · p. Seite 78

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
23 (3.6.1868)
Date
1868-06-03
Page
Seite 78 (sequence 6)
Language
German
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78 einer Stunde, von Vormittag- 10 bi- Abend- 9 Uhr, und wurden in derselbe« die Verhandlungen, vorzüalich die über die Wahl de- Direktor-, mit all r möglichen Gründlichkeit und Vorsicht gepflogen. Er hatten sich 13 Bewerber, worunter' sehr tüchtige und gut empfohlene Männer, für die Stelle gemeldet. Von Seiten der Mitglieder des Euratoriümwaren auch vorher schon Erkundigungen bei den größten Gelehrten und Fachmännernüber die einz lnen^Bew-rber cingezozen worden. Daö Resultat der Wahl kann erst später mit;t= , Iheilt werden; vorläufig jedoch so viel, daß di ser ein j sehr günstige- und in' jeder Bestehung den Ansp üchen I der Anstalt entsprechend ist. so daß edie Befürchtungen Ihres Correfpondentc» »Vom Rhein"' vollkommen beseitigen wird. In wenigen Woche» werde ich im Stande sein, Ihnen das Weitere mittheilen zu können. Am darauffolgenden Tage, gm Mittwoch den 13. ds-., von Vormittags halb 7 bi- 1- Uhr. fand unt r meiner Aff.stenz die Prüfung von 4 Zögling n der L,hranstatt in den folgenden hebräischen Lehlsälbern statt: > 1. biblische und nael bibl. Geschichte, 2. hebräische Eom-! wentare I Raschi und Biur), 3. Religion und 4. Bidel- Uebersetzen und hebr. Sprache. — Das Resultat der Prüfung war — nach den j tzigen Verhältnissen der Anstalt, welcher cs an einem eigentlichen r irecror fehlt, ei» befriedigendes; es. bewies, daß die Herren Lehrer ge- > wffenhafl ihre Pflichten 11 füllt haben. — Die 4 ge-1> prüften Zöglinge, die körperlich kräftig und geistig gew.ckt sind, werde»,- wenn sie si>b noch mehr vervollkon mnen, was ihnen auch zur Pflicht gemacht, wurde, gewiß gute und tüchtige Lehrer werden und als solche in de» Gemeinden segenevcll wirkt-n. Durch die bevorstr-hende baldige ^Ansttllung «inetüchtigen Directors wird dgi^>^ ferner« Resultat der Prüfung noch ein viel günstigerewerken. Die Gemeinden Wenphalens und besonder-Rheinland'-, welch letztere bisher den erfteren in ihren Beiträgen bedeutend nachstanden, wüffen aber auch die so sehr wichtige Anstalt bester unterstützen, zumal da durch die Anstellung einesgewiß ihren Wünschen entsprechenden DirectorS ihr Zutrauen zu der Anstalt wieder zuncbmen muß. Die Lebrer w rden gew ß die gute Sache fördern und ihren Einfluß bei ihren Gemeinden hierfür -geltend wachen. X. Paris. Bor einiger Zeit, meldet die »France," war der französischen Regierung zur Kunde gekommen, daß in Marocco von Unterthanen des Sultans dieses Lande- Attentate gegen französische Juden.^die sich dort 1 aushalt, n, unternommen worden waren. Eine Fregatte, die »Panama", wurde «bgesandt, um Genugthuung zu fordern. Jedoch hatte der Suttan, bereits als er Kenntniß von diesem Entschluß der französischen Regierung erhalten hatte, den Befehl «rlaffe», den Anführer der Mörder, Haiffa und zwei seiner Mitschuldige», enthaup ten zu lrsten, und die Köofe der drei Mist thäter einzusalzen und ihm so zuzuschicken. Eine Genu ithntmg dieser Art hätte allerdinp; Frankreich nicht g fordert. London. U der DiSrael»'; V rhäckniß;um Judenthum äiß'rt sich eine Autorität, da; .Zevieh Chronicle": »Minche Jaden nennen den Premier einen Abtrü inizen, manche Christen verhöhnen ihn aleinen Irden. Weder daeine noch daandere ist richtig. Disraeli st »mm» von jüdis ben E kern. S in B rter, I Js,ak Di«raeti, der S hrrststell r. und s ine Mutter, eine j geooreneB ff vi;,w»reu au» jüdischen Seobarediinfamilien. I Seine Großeltern ruhen auf de n portugiesischen Friedhofe bei Mile E id. B nja nin Diwaeli wurde in die Gemeinsdait Israeli aufgenomm-n; der Vater aber, der sich mit seiner Synagoge kittzwerte, unterrichtete seinen Sobn nicht in der jüdisben Re.izion. Al; Roger«, der berühmte Diktr und Lugner, den älteren Ouraeli einmal in Hickrey besucht-, ve'eauert: er, daß der fü,f-! jährige Knrbe ganz ohne religiösen Unterricht aufwubi, > und nah n ihn m,t in die Kirche von H >ckn y. Von! diesem E.eigniffe an datirt Di raeli'a vö.lige Trennung von der jüdisch», Gemeinschaft. Er w irde ein Christ, und ein großer Geist ging un< verloren." Bukarest. J nni.r langsam voran! Die österreichische R gieru rg verlangt von der rumänischen Re- > gieruug, daß sie ihre Note gegen die österreichische Re- \ giernnq zurück»eh ne, also die W hrheit der Thatt'achen in B lkeu u. s. f. zngest che, »»gestehdaß sie di« Juden mißhandelt und v rtrieben, und die fran,ösische und englische Regierungen haben sich dem Verlangen angesck'losten, bas unstreitig E.folg haben wird. Was aber ist damit für die arme» V ntriebenen gethan? Ist diesen damit geholfen? Der .Constttutionell" theil mit. der neue französische Generalconsnb in Bukarest habe eine lange Audienz bei dem Fürsten Karl gehabt. Die Aeußeruiigeir de- Fürsten hätten sehr befriedigend gelautet und gäben der Hoffnung Raum, daß im Lande bald eine allgemeine B rudigung ei treten und die betrübenden Vorfälle sich nicht »viederholen würden. Unglück ickerweisc halte eS den Anschein, wie der Fürst bemerkt habe, als wenn das E abinet lediglich das Werkzeug einer besonderen Partei wäre, welche unbegründete Gerüchte von Agitationen zu verbreiten sucht. Es wäre außerordentlich jil bedauern, wenn die angebliche Partei des Ministerium; eingebildete Gefahren als Mittel zur Cousolidirung de- Lande- - zu verwerthen I suche. 1 AuS der Türkei wird gemeldet, daß in den neuen Staatsrath, welcher nach dem Muster de- Französischen eingerichte« worden. 28 Mahamedaner, 11 Cbiiste« und 3 Israeliten berufen worden. Immerhin ein Fortschritt!

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