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Der israelitische Lehrer · 1868-05-27 · 22 (27.5.1868) · p. Seite 68

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
22 (27.5.1868)
Date
1868-05-27
Page
Seite 68 (sequence 4)
Language
German
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68 Blattezu tfrättf'cru-ofcer mindestenzu erweitern. Dir werden uns darüber, sobald der Raum eS zuläßt, des Weiteren aussprcchen; bitten aber jetzt schon unsere geehrten Freunde und Mitarbeiter, uns ihre Ansicht hierüber ge'ällizst mitthcile« zu wellen. Der „Jsr. Lehrer" wird demnächst in Beilagen oder als Fcuilletonartikel eine Geschickte der siebenjährigen gesegneten Tbäligkeit der Alliance bringen. Gelegentlich wollen wir jedoch heute schon mittheilen, daß kS auck in Deutschland schon Mitglieder und Ortövereinc der Alliance gibt und zwar in größerer Anzabl: in Berlin, Bingen, Birnbaum, BrcSIbu, Glogau, Hamburg, L>ffa, Langeiischwalback, Aachey, Cöln, Wieebadcn, Nassau-Diez, Kosten, Kreuznach, Mosback a. Neckar, Schmiegel, Wien u. a. O. Tpch hoffen wir, daß fick , die Zabl derselben, wenn sichdie geehrten Leser unserer Zeitschrift der Lach« nur recht thätig annehmen,! innerhalb Jahresfrist mit der göttlichen Hülfe mindestens j verzehnfache. ... Nock bitten wir, uns sauck über die Beitrittserklä- > rung d rjenigen gefl. Bericht erstatten zu wollen, die sich etwa veranlaßt fühlen sollten, ihre Beitrittserklärungen f direkt n-ack Paris zu schicken. j Worms, 22. April. Hier fc.it sich ein Comite l zur spec iell» Unterstützung der isr. Notbleidenden Ostpreußens und Rußlands gebildet, wöickem der ergangenen : Aufforderung entsprechend. Gaben auS den meisten Gemeinden der Prov'nz zufließen. Dir können »ns diesem Unternehmen, so wohlwollend auck dabei die Gennnung und so wohltbätig dieser Zweck ist, nicht anschließ n. Zunächst halten wir für die Ausnahme-Zustände, wie ste in Ostpreußen und in anderen Gegenden Deutschlands, ebenso in anderen Ländern'der Weltiheile berrscken, die Privatwohltbäligkeit nickt ausreichend. Alle bisberigeu Privat-Lpenden sii^d verschwindend klein gegen die enormen Anforderungen' des NoibsjandeS und gleichen d m schnell veidampsind.n Trorfen ans einem glühend heißen Steine. Dann aber auch ist die ^.Rosh eine allgemeine und gleick große sür Christen und Juden. In Werken der Liebcstbärigkeit geziemt eS uns uni so weniger einen Unterschied zu machen zwischen Mensck und Mensch, als nach den B rkffenltichunzen des Vorstandes der Königsberger Svnagogen-Gemeinbe die Comite'S Juden nickt zurück'etzen, sondern sogar ihre besonderen religiösen Bebürfnjffe berückstcktigen. Nack den Grundsätzen unserer Religion, den Bid.ischen-wie Talmudischen, sind wir verpflichtet, alle Menschen mit gleicher Liebe zu umsaffen; die Zeichen der Zeit rachen um so mebr von einer Trennung und Unterscheidung in 'diesem Punkte ab. Bon diesem G si vtspunktc aus hat sich auch der Berliner I Svnagogenvorstand leiten lasten, welcher dem Sckauplahe der Roth doch um so viel nutzer steht. DaS' in Berlin , gebildete Comite ist eine Separation der Orthodoxen,! welche glauben, nirgends mit der G.fammthcit gehen zu dürfen. Wir wir hören, hat bei bem Vorstände in Alzey eine gleicke Beurlb ilung des Sachverhaltes stattgefunben Störend, aber zugleich auck maßgebend ist der Umstand, daß von verschiedenen jüdischen Comite'S der Notbgezcnd, selbst in den kleinsten Ortschaften, sich jedes als Haupt- Comrte gerirt und die meisten sich gegenseitig befehden, i -. Ans Westphalen. DaS Waisenhaus zu ' Paderborn hielt am 29. Februar d. I. seine 12. Stifl tunqsfeier. Die treffliche Rebe, welche bei dieser Gclegenbeit von Herrn Alsbach, Lehrer in C.imen, gehalten wurde (über Josua Cap. 4. Vers 8 u. 9), ist im Druck erschienen, und wirb im Selbstverlag des CuratoriumS zum Beiten des Waisenhauses' verkauft. Mögen sie reckl zahlreiche Käufer finden und die Leser so bc-riedigc», wie sie die Hörer befriedigte. Berlin. 29. Mai. Dem „N. C. Anz." meldet man: dein benachbarten russisch-polnischen Grenzstädtckn Schaki b'i Snwilk » wird un? eine haarsträubende Ges t ickte, als eclatanter Beweis dafür mitgetheilt, wie die B'fehle des Kai'ers Alerander 11. von seinen untersten Beamten ausa'sübrt werden. Die genannte, fast von Häuter armen Hebräern bewohnteOrtsckafr, gebärt 'dem in jener Gegend angesestme» reichen Gutsbesitzer Baron v K.nch'll. mit d'in dieselbe Jahre lang schon w-aen aew-st'v Anforderungen an ifcn in Betreff der ibr zust'h'iiden Benutzung von Wiesen und Weideplätzen procefiirs, ohne daß si e bi'her ihr gutes Recht gegen ihn geltend macken konnte. Jetzt „ach Emanirung eines derärtigt Streitigkeiten reguli'-eiiden kaiserlichen Dekrets erneuert dre Stadt, mit dem vublicirteii Gesetz in der Hand, ihre v'rbriesteii AiCprü.l e an den deutschen Baron, und ' der ans Neustadt-^ck'rwindt zur Schlichtung der Sacke; herühergekommene rustitck' Commichär vollzieht willkürlich! folgende barbi-ische S'ntenz. Den angesehenste» Kaufmaust jenes StädtckenS, welcker als muthiger Berlbeiviger Heiner Leidensaesäbit-n ausgetreten war, schleppt er ' da'ür mit sich rack Haille fort, sperrt ihn da in einen j finstern K llr ein m,d läßt ibn zur Abwechslung die Sckmntzgaffen von Neustadt kebrcn; außerdem will er ' krakt seines Amtes 1» Gunsten des Besitzers deal ang-blick rebellisch n Orte die'anf m-hrere Jahre zahlbare Geldstrafe von 70,9'>0 Silberrnbel auflegen. L-ie armm, der rnsiisckeu Sprache übrigens nickt mächtigen Cinwvbner desielden, denen man ai'.ch ihren Dolmetscher mit Gewalt ertzoi, avünlch'n nichts sehnlicher, als daß d'es ganz abnorme Brfabren durch die Presse veröffentlicht werden und so zu den Obren der obersten kaiserlich n Behörden gelingen möchte, welche alsdann ohne Zweifel meine» sie — eine gründliche (?) Remedur eintreten lasten wü-dcn. Der Commiffär selbst bezeichnet seine absonderliche Gerechtigkeitspflege als einen Act geheimer Justiz, über den Jedermann Stillschweigen beobachten muffte."

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