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Der israelitische Lehrer · 1868-05-27 · 22 (27.5.1868) · p. Seite 67

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
22 (27.5.1868)
Date
1868-05-27
Page
Seite 67 (sequence 3)
Language
German
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67 und der idumäischen Dynastie, welche fte zum Rachtheile der religiösen Interessen des JudenthumS unterstützten. Wie schwer indeß der Kampf gegen lie war, erkennen wir daran, daß ein Schein von priesterlicher Bevorzugung sich für die Aharoniden in der Synagoge und bei religiösen Ceremonien bis aus unsere Tage erhalten hat. Daß Jesu Hinrichtung >richt das eigene Werk einer fanatischen und herrschsüchtigen Priesterpartei sein konnte, ist hiernach schon von selbst deutlich. Man erkennt an dieser Kritik, einen wie reichen itnd nlteresiantcn Stoff dieses Buch enthält. Wir befürchten nur, unter der Hand selbst wieder ein Buch zu schreiben, wenn wir auf alle bedeutsamen Einzelheiten, welche sich fast auf jeder Seite finden, eingehen wollten. Für die Kritik genügt es, den Inhalt des Buchs im Allgemeinen angegeben zu haben und zur Lektüre angel^aentlichst, auch in nicht jüdischen Kreisen, dringend zil fmpsehlen. Indeß molleit wir nicht vergessen, auch noch auf die dritte Abtheilunq des Buchs besonders aufmerksam zu machen, worin die feindselige, zum Nachtheile der Juden und des Judenthums ausgebeutete Deutung einiger talmudischer Aussprüche nsit Geschick widerlegt und in ihr rechtes Licht gestellt ist. Da das christliche. Vvrurtheil oft heutzutage noch mit solchen mißverstandenen talmndischen Brocken genährt wird, ist es rathsam uitd nothwendig für Jedetniann, sich die Zähne schärfen zu lassen, um auch solche zähe Brocken zu zerkauen. Das Buch verdien^ darum auch in dieser Beziehung allseitige Verbreitung. Alzey. Dr. Rothschild. Wochenbericht. Odrenheim. ^Ilianev israelit« universelle. Nachdem wir in der vor. Nummer einen Aufruf in Sachen der Alliance ifraelite universelle an die Spitze unseres Blattes stellten, bitten wir heute unsere geschätzten Leser, sich dieser hochwichtigen und allgemeinen jüdischen Angelegenheit mit Energie und Hingebung anzunehmen. Wir haben von Aufruf und Statuten Ertraabzüge veranstaltet, und werden solche nach Möglichkeit zu verbreiten suchen. Wir ersuchen jedoch auch unsere geschätztenLeser, die dieselberrzur Verbreitung bringen wollen, uns gefälligst MittheilunH zu machen, damit wir ihnen eine Anzahl einsenden können. Ferner bitten wir, uns gütigst Adressen von Männern aufgeben zu wollen, von welche» zu glauben ist, daß sie der Bereinigung beizutreten oder derselben zu dienen bereit stnv, damit wir solchen die betreffenden Aufrufe u. a. Schriftstücke von hier ab senden können. In der Voraussetzung, daß bis jetzt die größte Zahl unserer geschätzten Leser dem Lehrerstairde angehört, können wir nicht umhin, eine diese betreffende Bemerkung hier anzuschließen. Wir glauben, baß insbesondere der Lehrerstand berufen und im Stande ist, diese hochwichtige Angelegenheit zu fördern. Und wenn Sie auch nur ein einziges Mitglied ihrer resp.Gemeinden gewinne», oder wenn auch nur die OrtSvereine Chebra, Stiftungen oder selbst die Gemeinde als solche, als Corporation, als Mitglied beitreten, was bei der großen Anzahl kleiner Gemeinden und Vereine in Deutschland auch eine sehr erkleckliche Mitzliederzahl geben würde! Wen» eS deS Lehrers Pflicht ist, in jeder« öffentlichen Angelegenheit vv» allgemeinem Jntereffe eine seinem Wirkungskreise angemeffene Thätigkeit zu entfalten, so dürfen wir von ibm erwarten, daß er hier seine ganze Kraft aufbiete. Indem der Lehrer solchen Zwecken dient, dient er zugleich seinem engeren Wirkungskreise und also sich selbst. Die Förderung der gemeinsamen Interessen ist eine Förderung deS GeMeinsinnS, der Cultur, die immer wieder schließ-' lich dem Lehrer und der Schule zu Gute kommt! In diesem Sinne habe» wir uns gleichsam für den deutschisraelitischen Lehrerstand bei dem Centralcomite zh Paris verbürgt,'da wir überzeugt ivaren, daß wir ilstänne^ unter..unS zählen, die ihre Pflicht thun. Der deutschisraelitische Lehrerstand könnte keine günstigere Gelegenheit finden, sich selbst zu ehren, für die Ehre deS Standes zu wirken, seinen bedeutsamen Einfluß und seine hingebende Thätigkeit zur Förderung alles Guten zu manifestircn, als wenn es ihm gelingen würde, die Alliance ifraelite universelle in Deutschland einzubürgern und ihr eine große Zahl von Mitgliedern zuzüsühren. Wir würden uns glücklich schätzen, wenn unserer d. h. deS Lehrerstandes Anregung daS Werk gelingen würde, und hoffen wir darum, daß Jeder seine Pflicht thue. Hiermit wollen wir der Thätigkeit anderer Kreise nicht vorgreifen, Noch dieselbe unterschätzen. Insbesondere würden wir uns innigst freuen, wenn die Herren Rabbiner, die geistlichen Leiter unserer Gemeindewesen und unsere unmittelbaren Vorgesetzten, .welchen dieses Blatt zu Gesicht kommt, ihren heilvollen Einfluß in der Sackie selbst und insbesondere in ihrer Wirksamkeit aus die Lehrer zu bcthätigen, die Güte haben, und unS mit ihren geehrten Mittheilungen, Rathschlägen und Anträgen beehren wollten. — Gemeinde, Rabbiner und Lehrer avsianoflut hamsnhuJosch lo jinathek! | Der „JSr. Lehrer" wird von jetzt an noch mehr als bisher es als eine seiner ersten Aufgaben betrachten, den Zwecken der Alliance zu dienen und ihr Mitglieder zuzusühren. Wir haben schon angedeutet, wie wir hoffen, dadurch auch der Entwicklung der deutsch-israelitischen Anstalten zu dienen. Vielleicht wird die Erweiterung unserer Zeitschrift und unserer Tendenzen eS nöthig oder zweckdienlich machen, auch den Titel unseres

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