Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 8 (1868)
- Issue
- 20 (13.5.1868)
- Date
- 1868-05-13
- Page
- Seite 51 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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gekannt. Not k,wendig muß diese Unkenntnis auch auf die falsche Beurlheilung des Christenthums und seiner Beziehung, zum Judenthum inflniren. Man ist im . Allgemeinen immer noch in den traditionellen Vorurtheilcn befangen, welche das Judenthum verkennen und werhöhnen. Kaum fangen eben Einzelne an, sich hier ' über eines Bess ren belehren zu lassen. Aber auch jetzt ist cs bei diesen Einzelnen noch nicht an der Zeit, ein offensives Verfahren einschlagend, die Jrrthümcr des Christenthums aufzudecken, sondern höchstens gestattet, in der Tefeusive Angriffe abzuwehren und Porurtheile zu beseitigen. ' iAortsctzunq folgt.» W o ck c it b c ri cb t Alze y. Tie deutsck Vierteljahnchrist Nr. 121 d ingt von Zeising iiiterrssante Auischlüffe üb.r vas auch im Judenthum eine Ralle spielende Pentagra nm. obgleich die Beziehungen zu letzterem von Z. nicht berührt sind. Man versteht nämlich darunter jenes mystische Zeichen, welches in Form eines dreifachen, aus fünf Linien bestehenden Dreiecks ein Pentagon (Fünfeck) oder auch durch zwei übereinander gelegte Dreiecke ein Hexagon (Sechseck» bildet. Jenes ist unter dem Namen Drudenfuß, dieses als Alfenober Elfenniß bekannt, im Judenthum Magen David (Schild > Davids) genannt. Letzteres ist auch als Freii maurerzeichen aufgenommen, jedoch hier wohl trotz! der Mysterien dieses Ordens vielleicht ohne mystische Nebenbedeutung, uno vielmehr als doppeltes Rectangulum (Rechteck) ein Richtmaß und zum Wesen des Maurerthumgehörig, wie die Kelle und andere ähnliche Symbole. Das in Rede stehende Zeichen sinder sich schon bei den Pyrhagoräern, ist von diesen mit ihrer Größen- und Zahlen-Mystik aus die Neuplatoniker übergegangen und'in den christlichen Gnofticismus und die jüdische Kabbalah.gedrungen. Z. findet seine Bedeutung darin, baß es^das Band harmonischer Vereinigung und das Verhältniß des goldenen Schnittes darstellt, indem in dieser Figur sich der kleinere Theil zum größeren, wie dieser zum Gan- - zen verhält. Es findet da eine Theilung des Ganzen in ungleiche Theile statt, welche die Einheit im Unterschiede darstellt. Es ist eine Figur, so mathematisch genau und logisch richtig, wie ästethisch wohlgefällig. Im Mittelalter wurde es als Zauber gegen die bösen Geister angewendet, und so findet es sich noch in Göthe'S Faust auf jener Schwelle, welche Mephisto nicht eher überschreiten kann, bis er das bannende Zeichen durch herausbeschworene Mäuse hatte nbnagen und zerstören lasten. Poch jetzt malt der Aberglaube dieses Zeichen an me Thuren oer Viehställe. um die Mast und den Milchreichthum der Thiere vor Beschädigung der Heren uno bösen Geister zu bewahren. Und dasselbe geh im lißoolle, abergläubische Zeichen sinvel im Judenthum, selbst im heutigen uno auigeklärte», noch vielfache Anwendung, sogar in und aus den Synagogen. Die' Benennung „Magen Daon" deutet an, daß mail dem Schilde des König- David diese Form zuschrieb uns dieser eben dariit seine schützende Kraft gehabt hibe. Gleichzeitig erkannte min in dieser Form einen Stern und führte. aus diesen in astrologischem Sinne das schirmende Glück (M ist.ilzurück. Daher schreibt sich auch heute noch die Anwendung dieses Zeichens uno Gück'ernS bei jüdischen Hochzeiten mit der Inschrift: „Massal tobh. Es wird Zeit, diesem sich noch immer breit machenden Avensiruden entgegen zu treten. Der NeuplaloiuckerJamblichos erzählt ui» Leben des Pythogq- * ras, daß ein armer kranker Pythogoräer, welcher seinem Wirthe die Zeche nicht zahlen konnte, ihm rieth, das in Reoe stehende Zeichen an der Außenseite seines Hauses aufzuhängen. Nach einiger Zeit bemerkte ein wandernder Pythagorä/r dieses Zeichen und zahlte für den in Noih besin.lichen ocuder. Seitdem ist dieses Zeichen Äirthshausschild geworden. Aach diese Gem.'iasch ist hat das J idealhum die Pflicht, adzulehaen und von sich zu weisen. Worms. Ein hiesiger judisch.'r P.ivalgelehrler hegte den Wansch, die religiöse Trauung einer ihm verwandten Dame persönlich zu vollziehen. Der Rad- * biner übertrug ihm diese Funktion, der Vorstand aber wollte ihm die Vollziehung dieses Aktes in der Synagoge nicht gestatten. Die Staatsbehörde hat zur Entscheidung diese.- Consiiktes den Grundsatz aufgestellt:! Die religiösen uno gottesdienstlichen Funktionen i» > der Synagoge, deren Vollziehung wie Ueberlragung, gehören, wie in der Kirche) dem Geistlichen, also hier! dem R ibbmer. Wir möchten, abgesehen von dem i vorliegenden Falle, die Richtigkeit dieses Ausspruches bezweifeln, wissen auch voil entgegengesetzten kceisamtlichen Entscheidungen in gleichen oder ähnlichen Fällen. . Ein solcher Grundsatz scheint uns weder oer religions- »och lanoesgesetzlichen Praxis zu entsprechen uno in seiner Allgemeinheit auch nicht ungefähr- ' lich zu sein. Aus Mittelfranken. An einem der letzten Tage des vorigen Mostats würde einer unserer tüchtigsten Lehrer von hinnen genommen. Herr David Schweizer, etliche und dreißig Jahre Religionsunv Elementarlehrer in Cron he im,'Bezirksamts Gunzenhausen, starb, 66 Jahre alt, nach Jahrelanger Kränklichkeit in Fürth. Er war einer unserer begabtesten und kenntnißreichsten Lehrer, voll Begeisterung für seinen Beruf, der ihm gleichwohl so oft sauer gemacht