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Der israelitische Lehrer · 1868-04-22 · 17 (22.4.1868) · p. Seite 31

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
17 (22.4.1868)
Date
1868-04-22
Page
Seite 31 (sequence 8)
Language
German
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Im letzten Schuljahre wurde mit der untersten Elaste durchgenonnüen: Lirokatd kasolraokaritti, Rsulcs ä'sinu-a, 8okma, Lirostatk stnmnsan; in aufsteigender nach progressivem Alter das ganze Gebetbuch. Bibel-Uedersetzen. Wöchentl ch je die Sidra soweit sie geschichtliche», religiösen oder ethischen Inhalt hat. Tie Fkstparaschoth, je vor der Festzeit. Festgebcte. Die Liturgie für die Pesachabende. Ehanuka Gebet HagadaKZiadlaKatlr nc, Ruth, Esther. Die poetische» Stucke des Pentateuch werden besonders berücksichtigt. Psalmen werden kursorisch durchgenomme». Die Gebetpsalme» alle. Hebräische Sprachlehre. Ter Unterricht ist analytisch-siinthctisch. Tie Schüler können die Sprachiormen analysiren. Die hebräliche Grammatik von Dr. M. A. Levi ist in den Händen der Schüler. Die Paradigmen des Haupt-, Füru. Zeitworts sind eingeübt. Gesang: Unterstützt durch den Lehrgehilsen wird auch der religiöse u»o hebräische Gesang gepflegt. Tie Gesänge für Cajualsülle beim Gottesdienst sind cingeübt. Lieder zu den verschiedene» Festzeiten sind ringesührk, ein- und' mehrstimmiger Gelang in weltlichem und geistlichem wird gelehrt. Liturgie. Die Gebeteordnung ist den Schüler» bekannt. Kindcrgottesvienste besonders mit den Mad-, chen'w>roen gehalten, um sie in der Liturgie gewandt zu machen. Disciplin. Ter moralische Zustand der Schüler ist löblich; die Tise-plrn wegen der Lebhaftigkeit der Schüler schwer aus.echt zu erhalten. Verstöße gegen Eitllichkcil waren nicht zu rügen. Uebrigens verweist inan auch aus den Plüiungsbcrichl und bas Prütungsergebnist der Talmud Thora- Schule. Lauphcim, den v. Februar 1868.!! Liebig's Kiudcrsuppc. Mancher verehrte Leier dürfte sich vielleicht wundern, wenn ich mir erlaube, mit diesem Thcina den Raum des „Israel. Lehrer" zu beanspruchen, und. verwundert tragen: „Was soll uns Kindersuppe? Wir brauchen bessere, kräftigere Nahrung!" Geduld, lieber Leser oder verehrte Leserin — ich weiß nämlich, dass der „Israel. Lehrer" sich auch mancher Verehrer innert zu ersreuen bat —, vielleicht ist die Sache doch nicht so unwichtig, als es den Anschein hat. Ich muß nämlich die Bemerkung voraus schicken, daß im laufenden Jahre die Zeitschrift „die Natur," herausgegeben von Dr. Ule und Dr. Karl Müller in Halle, von letzterem einen Aufsatz über die Liebig'sch« Kindersuppe enthält, der zunächst den Müttern empfohlen wurde. Ich glaube nun, daß es auch am Platze sein dürste, diesen Aussatz allen meinen Collegen, die genanntes Blatt nicht lesen, zugänglich zu machen, zumal I. viele derselben gewiß selbst , mit Kinderil gesegnet find und 2. nach meiner Absicht wir Lehrer die Aufgäbe haben, Aufklärung über Erziehung nach allen Seiten hin zu verbreiten. —; Ueberhanpt halte ich es - für einen Fehler unserer Zjeit, daß in den meiste» pädagogischen Blättern so Vieles über geistige und so wenig über körperliche Erziehung gesprochen wird. (Es würden dann auch vielleicht die pädagogischen Zeitschristen mehr. in's. Volk dringen und nicht blos ans den Lehrerkreis beschränkt bleiben.) Und woher mag das kommen? Wohl daher, daß unsere ganze Erziehung der neueren Zeit den Körper gar manchmal vernachlässigt, denselben vor lauter Geistigem (?) oft erdrückt. In der allerjüngsl!en Zeit treten Männer, wie Virchow'u. A. kräftig auf gegen diese Erziehung Möchten deren Worte beherzigt werden! — Geben wir nun de» Elter» Winke und Rathschläge über die Erziehung ihrer Kinder in gkistiger Beziehung, warum sollen wir ihnen nicht auch in körperlicher Hinsicht zur Seite stehen? Freilich müssen die Lehrer selbst sich mehr mit Anthropologie bbsassen, um hier entsprechende Hülfe leisten zu können. — Wtr haben die Pflicht, unsere Zögl iige zu guten lpid. brauchbaren Milglichern der menschlichen ^Gesellschaft hcrrnznbilden. Bedenken wir, daß uns dies nur möglich ist, wenn uns körperlich gesunde Kinder, zngesührt werden. Sollte» wir darum nicht auch gar oft Gelegenheit nehmen, den Ellern schon in der ersten Periode der Kindererziehung, wo dieselbe nur das körperliche Gedeihen, im Auge.hat, manche. Winke zu geben, die zum Wohlergehen der zarten Menschcnpflanrcn von unberechenbarem Bortheil für die Zukunft ein können? Jeder von uns weiß, wie durch verkehrte Behandlung des schwachen KinveSleibes oft Keime von Krankheiten in denselben eingesührt werden, die für'S ganze Leben Siechthum, oder gar baldigen Tod herbeijuhren. Wle oft sind solche arme Geschöpfe, die mühsam ihr Dasein dahinschleppen, auch geistig unglückliche Menschen! Ich glaube, durch vorstehende Bemerkung die Veröffentlichung genannten Aufsatzes gerechtfertigt zu haben, , „nd will nun diesen selbst, so ziemlich nach den Worten I des Verfassers, folgen lassen: ■ | Tie Liebig'sche Kindersuppe ist ein Ersatz der Muttermilch. Man sollte ansangen, dies unfern Müttern von den Dächern herab zu predigen. — „Nimm 1 Loth Maizenmehl, 1 Loth Malzmehl, 7>/, Gran doppclkoblensaureS Kali, mische sie gut, rühre die Masse mit 2 Loth Wasser zu einem Brei an, setze diesem 10 Loth Milch zu und erhitze das Ganze unter beständigem!!

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