Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 8 (1868)
- Issue
- 17 (22.4.1868)
- Date
- 1868-04-22
- Page
- Seite 32 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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32 Umrühren, damit ci nicht anbrestne, über einem gelinden Feuer so lange, bis die Suppe sich zu verdicken beginnt. Alsdann nimm es. vom Feuer, rühre es 5 Minuten lang um, erhitze'es nochmals und entferne es wieder, sobald eine neue Verdickung eintritt. Hierauf koche es, und die Snppe ist fertig, wenn Du es durch ein feines Sieb hast ablanfen lassen." So lautet die Vorschrift Liebig's. Man sagt, daß es ihm in der eigenen Familie nahe gelegt gewesen sei, diese Suppe zu erfinden. Also keine Charlatanerie, noch weniger eine gewöhnliche Speculation. Der Fall seiner eigenen Familie ist der Fall Tausender. Manche .Mütter dünen der Schwächlichkeit wegen nicht säugen, manchen ist es von der Ratnr von vornherein versagt, und dennoch widersteht ihnen die mit Recht so sein berüchtigte Ammenwirtbschaft. Das „Kraslmehl", von welchem so viel Aufhebens > in den Zeitungen gemacht wird, öl nichts weniger als empsehlenswerths, und hat sicher viele Knochcnvcrkrüppelungen hervorgerusen. Manchen wird' die Bereitung. der Snppe;u viele Umstände machen. Liebig' meint, man solle die Hebammen in der Bereitung der Siipve.unterrichten. Eine Mutter, die gern selbst die Sache in die Hand n -hm, schrieb an 'iriebuj: „Ich lasse in meiner Küche einen gewöhnlichen Milchbr.i aus I Loth Waizenmehl und 10 Loch Milch kochen; ich setze sod nin dem gewöhnlichen Brei, den mir die Köchin siegend heiß in mern Zimmer bringt, I Löth Malzinehl zu', das mit i Loch Wasser und 30 "Tropfen Kalilösung gemischt ist, und stelle das blefaß nach dem Umrühren auf ein angezündetes Rürnberaer Rachilicht zur Erhaltung der für 'die Zuckerdildung nöthigen Temperatur. Rach eine'' Halden Stunde ist sie. Suppe hnnn und süß. Zn dreier Weise .macht mirdie. Bereitung keine Mülse und nimmt mir keine Zeit." Tiest^ietzie Bereitung iss gerade -so gut. wie die erste. —"Unter Malzmehl wird dasselbe grob geichrotene Malz ans leerste verstanden, dessen sich der Bier b.rauer zur Bereitung des Birs bedient. Was diese Mischung bedeutet, ist klar: Der eigenlhumliche Stoff, welche ', das .Mal; enthält,- und welcher dessen m ölige Besrandcheile in eine.fuckerbildüng überführt, derselbe Stois. den man das Diastas genannt hat, soll alich das Wiehl in Zucker, rimbilhen, um die reichliche Menge vor! Milchzucker vu ersetzen, welche in der Muttermilch enthalten zu sein pflegt. Es ist darum bei richtiger Bereitung genannter Euvvc ein iSeiterer Zusatz von Zucker in der Thar ganz, ilnnöthig, da die Malzsuppe den richtigen l'leschmack der Milch hat. — Die Suppe - einerlei, nach'welchem Rrcept sie bereitet wird — beictzl in beiden Fällen die doppelte Concentration der Frauenmilch, ist nach Venl Turchseihen flüssig wie jene, kann darum in einem Sauqglase dargereicht werden und gerinnt schließlich wie Mckch, wenn ne sauer wird. Um dies zu verhüten, muß sie eben zuvor bis zum Sieden erhitzt werden; denn »nr in diesem Zustande erhält sie sich 24 Stunden lang, ohne zu gerinnen. Um die Suppe in einen milchähnlichen Zustand zu verwandeln, ist durchaus erforderlich, daß das Malz eben als grob geschrotenes angewendet werde, wie es etwa in einer Kaffeemühle erzeugt wird; da durck fezn gemahlenes Malz keine klare Suppe, sondern eiste trübe, schleimige Flüssigkeit dargestelll wird. Hierauf macht Liebig besonders aufmerksam. DaS Dsirchseihen durchwein feines Sieb oder ein Stück gut gereinigtes Florzeug ist ebenfalls sehr nöthig, damit alses Unverdauliche beseitigt werde.! Der Zumn von Kali ist. wie Liebig sagt, deßwegen ntzthig, um das Blut alkalisch m machen, weil ein solches di' nolhivendige Bedingung für den normalen Ajthmungsvroceß und für die Abfondernngsproceffe ist. ZLn entgegengesetzten Falle würde die Snppe cben so schwer verdaulich sein, wie gewöhnlicher Milchbrei, mit d§in die Säuglinge so häufig ernährt werden, und wie i mlan sie damit ernährt, erhellt wohl am besten daraus, ntcnn man weiß, daß der gewöhnliche Milchbrci, wie L ebig sagt, die nächste Ursache der meisten Krankheiten nid der Halste der Sterbesülle bei Säuglingen ist. I . Das Schwerste liegt aber nur im Am'ana. Möchten - fite bie Mütter dam ent'chließen, die Milben würden ein Kapital sein, welches der Menschheit tausendfältige; Znnseii trägt. j Es sollte mich freuen, wenn vorstehende Mittheilung ünstiae Aufnahme und weiteste Berbreitnüg unter den Müttern, insbesondere aber bei denjeniaen, die es nitlstg haben, richti z" Anwendun z fände, da solche, wie 1 dix Erfabrung lehrt, aus eze-chnele Dienste aeleistet. Alsheim, im Dezbr. l807. K. Marx. k a x e t n ou ' Z a r E n i ui» r a :i g i n S chnle a empfehlen , wir den in unferm Berlage erschienenen: Denk scheu Kindersreund für Israeli t is ih e Schulen Rach oem Kinverfreunde von Preuß nno B.:rer b.arbeitet von Joel Nat a n. Mil Boewort von Saalschutz. 25 Bogen in 8°. Träte Auflage Preis 8 kr. Alle Buchhandlungen nehmen Bestellungen daraus an und stehen den Herrn Lehrern Exemplare zur j Einsicht zu Diensten. I. H. Bon's. Beilagsbuchhandlung in Königsberg i. Br. BerantworNiche Rrdaclion ü. Berlag mm Joseph Klinqenstein. Lehrer zu Obernheim in Rbeinhessen. den Buibbandel in. kominission bei Osrar Leiner in Leipzig. — Druck der I. Bihm'schen Buchdnickerei in Alzey. . i i