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Der israelitische Lehrer · 1868-04-22 · 17 (22.4.1868) · p. Seite 29

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
17 (22.4.1868)
Date
1868-04-22
Page
Seite 29 (sequence 6)
Language
German
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Juden in der Moldau in Abrede. Dem an- An» lab dieser Verfolgungen heilte in Audienz empfangenen österreichischen Generalconsul versicherte der Fürst Karl, daß nirgend- Bersolgungen der Israeliten statts gesunden hätten, und daß letztere volle- Vertrauen auf seinen Schutz nno sein Wort haben könnten. Mor( gen reist der Fürst nach der Moldau, um persönlich Ermittelungen über den Sachverhalt im Bakruer Distrikt anzustellcn. — Man sieht, die Regierung bleibt ihrem seitherigen Brauche — dem Ableugnen — treu) wir hoffen, daß diedem energischen Fortgehen der Alliance gegenüber nicht möglich sein wird. Vorlänfig bat die Regierung sür nölhig gesunde», zu erklären, daß das von ihren Creaturen ausgegangene, in unserer jüngsten Nummer erwähnte Judengcsctz vost der Bojarenpartci herrühre, und da auch 10 Unterzeichner ihre Unters. ritten zurückzoge», so wird der Entwurf wohl nicht Olesetz werden, nichtsdestoweniger werden aber die Plackereien und Verfolgungen in ungesetzlicher Weise nach wie vor ihren Vorgang haben und von der Regierung stets abgeleugnct werden, wenn nicht die Großmächte in energischer Weise Vorgehen, wozu jetzt die gegründetste Hoffnung vorhanden ist. Die Vertreter sämmtlicher Mächte haben der Miance dies in den wärmsten Ausdrücken zugesagt und die Handlungsweise der rumänischen Negierung mit den stärksten Worten verdammt. Lord Lyon-, der englische Gesandte, hat diese Gelegenheit wahrgenommen, um die, wärmste Sympathie der englischen Regierung istr die Brstrcbungen der Alliance, israelite universelle auszusprechen. (Die Juden in Amerika.) Obgleich wenige genaue Nachrichten über die Ansiedelungen der Juden in den Vereinigten Staaten existiren, weiß man doch, daß sie zu den Pionieren gehörtcn, welche, durch Tyrannei aus dcr alten Welt vertrieben, eine Heimath in der ueuen fanden. Die Puritaner freilich waren lange vor ihnen da, kamen im Jahre 1620, während die erste Nachricht von einer jüdischen Einwanderung vom 24. August 1694 datirt. Am 24. August 1694 kam rin Ecitiff in Newport, Rhode Island, damals ein Hauplhasen der Eolonien, von einer der westindischen Inseln, welches viele jüdische Familien an Bord hatte. Diese theils sehr bemittelten Familien siedelten sich an obigem Platze an und gründeten bald die erste Gemeinde »Beth Elobim*, Haus Gottes genannt. Sie bestand aus sechzig Mitgliedern und der Rabbiner hieß Abraham Azenedo. Es war die erste portugiesische Gemeinde. Seitdem sind die Israeliten über die Vereinigten Staaten »erbreitet. Die demokratische, die Volksherrschaft, bot den unter monarchischem Drucke Geknechteten freilich ein Asyl, welches ihnen gestattet, nicht nur im Handel, in Künsten und Wiffenschast sich hervorzuthun, 'sondern auch als Bürger im Rathe einefreien Volkemitzusprechen. Im Jahre 1860 gab eS 77 Synagogen in den Vereinigten Staaten, davon 13 in Newyork, die sich seitdem auf 30 in dieser Stadt und Brooklyn vermehrt! haben. Die Zahl dcr Israeliten in der Stadt New- 1 gort wird aus 125,000, die im ganzen Staat auf . 231,000 abgeschätzt. Von der Bevölkerung derJsrae- , liten sind 35,000 im Handel, 7500 in Gewerben, j 1425 als Künstler, 2730 in Literatur beschäftigt. 147 I Wohlthätigkeitsgesellichasten und Schulen sind von Israeliten gegründet. 2300 gehören zu Freimaurerlogen diese- Staate-. Im Allgemein n erfreuen sie sich einei; guten Ru'es in der Handelswelt; die Majorität wird!' als „smart“, energisch und geschäftstüchtig, bezeichnet. Natürlich gibt cs auch schwarze Schafe unter ihnen, so gut wie unter Leute», -die sich zu einer anderen j! Religion bekennen. , (DidaSkalia.) I Amtlicher Prüfungsbericht über den Religionsunterricht in der Unterklasse der isr. Volksschuse in Laupheim vom Schuljahr 1867—68*). Die Schule umsaßt die Schüler vom, 7.—10. Lebensjahr und zählt gegenwärtig 59 Schüler, die in 3 Abtheilungen ein u'ttjrtlt sind. Neligionsnnterricht (im engeren Sinn) ertheilt der Rabbiner, wöchentlich 1 Stunde. Bibl. Geschichte. Darin hatten alle 3 Abtheilungen zu gleicher Zeit Unterricht. Die ganze Geschichte, soweit sie ii^ der Bibel enthalten ist, soll bis zum Ende deS Schuljahres durchgenommen werden, bis jetzt ist man bis ztim Richter Gideon gekommen. Ter L hrer trägt di« einzelnen Geschichten vor, fragt darüber ah und läßt sie. von den altern Schülern auch im Zuiammcnhange erzählen. Ta die bibl. Geschichte sür jüngere Kinaer ein hauptsächliches Mittel zur^Erwekkung religiösen Gefühls und religiöser Erkenntniß ist, so werden auch immer eine oder mehrere religiöse Wahrheiten aus der jedesmaligen Erzählung eulwickclt. Daher steht mit diesem Unterrichte in Verbindung Meiroriren. Durch dieses sollen die aus der bibl. Geschichte sich ergebenden religiösen Lehren und Wahrheiten dcm Gedächtnisse eingepcägt werden. Es wurden aber auch Sprüche und einige Liederstrophen bei sonstigen Gelegenheiten, beim Durchgehen von Lesestücken und bei Vorkommnissen im Leben der Schüler meinorirt. Die obere Abtheilung memorirte in den verflossenen 2 Jahren 96 Sprüche aus allen 4 Drb~ nungcn de- Epruchbuch», die 10 Gebote u. s. w. Alle *) Wir glauben in diesen praktischen Berichten dem Lehrer so viel Belehrendezu bieten, als zuweilen in vielen Leitartikeln steckt. ' Aedaction.

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