Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 8 (1868)
- Issue
- 17 (22.4.1868)
- Date
- 1868-04-22
- Page
- Seite 28 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Siddur <«r oü# Zögtrnge, unv außerdem noch in einem eingehenden Verständniß der beiligen Schrift in der Ursprache für die Knaben, welche überhaupt im Hebräischen soweit gefördert werden sollen, daß die Möglichkeit einer selbstständigen Fortbildung nach dem Austritt aus der Anstalt nicht ausgeschlossen ist." (Sehr viel! Wird schwer z» erreichen sein. Red.) Tie Anstalt wird geleitet von Hrn. Lr.Eamuelsoh», welchem »och die Herren Ascher und Wedell zur Seite stehen. Tie 8 Klaffen der Anstalt werden von 232 Zöglingen, Knaben und Mädchen, besucht. I» jeder einzelnen Klaffe werden ausstligeiid von 3—7 Stunden Unleliichl wöchentlich cuheilt. Tie sämmtlichen Klaffen zusammen erhallen 38 Stunden wöchentlichen Unterricht. Pestd. Tie Gründnng euier Filiale der Alliance i. u., wie ste hier beabsichtigt wuide, ist nicht gestattet worden. Tie bezügliche Eingabe hiesiger Juden wurde vom Minister Wcnkheim abschlägig bcschieden, und -war, weil vom Auslande abhängige Vereine dem Vater^ande Weiterungen und Verlegenheiten bereiten könnten. Man sollte hiernach glauben, das; die Al- .lience ebenfalls ^grrße Politik" treibe! Tie „France" veröffentlicht eine Depesche der Israel. Gemeinden >n Jaffa, welche die Verfolgungen der J'racliten bestätigt. . TaS Eoniite der Alliance rsr. uit'.venelle ist von d.er französischen Regierung benachrichtigt wolvcn, daß dieselbe in den Tonau'nrsnnlbümein Agenten den Anstrag ertheilt habe, über die Verfolgungen der Israeliten Erhebungen aiiznsteUett. Paris. Ter Eadinetschef des Marquis de Mous.ier, Hr. v. Sainl-Vallier, hat an den Präsidenten du Allini.cc riraelite iolgeüdcs Schicrbe» gerichtet: „Paris, II. April.' Mein Herr! Ter Minister des Aeußcrn bar den B'ies erhalun.'iii welchem Sie ihm gestern eine aui die 'Vertleidung von 500 Judensamilien aus dem moldaurichen Distrikte Bakau bezügliche telegraphische Tepcsche der israelischen Gemeinde von Jaffy natgethcilt haben. Ais Sie die. Ansmerksamkeii des Ministers auf die eisten Klagen Ihrer . Glaubensgenoffen über Vorgänge dieser Art lenkten, > beeilte sich Marquis de Moussier, d.n französischen Agenten in Bukarest und Jassy Schrille vorznschreiben, i. Folge deren er von der rumänischen Regierung die ai'sdrücklichsten Versicherungen und Erklärungen erhielt. Er Halle demnach allen Grund, zu glauben, daß die bezüglich der Jnaelilen gelrrfienen Verwaltungsn aßregeln, gegen welche er sich erhoben hatte, aufgegcbcn worden wären, und daß er sich um die Sicherheit Ihrer Glaubensgenoffen nicht mehr zu beunruhigen brauchte. Ter in den letzten Tagen gemeldete Zwischenfall von Bakau war sogleich von der rumänischen Regierung und »on den Zeitungen der , Füistenthümer auf das Entschiedenste dementirt worr den, daher tnan hoffen durste, daß er sich nicht bes stätigen würde. Jndeß laffen Ihr Brief und das ' darin enthaltene Telegramm den M nister befürchten, daß dem nicht so wäre, und er beauftragt mich. Ihnen zu eröffnen, daß er sofort telegraphisch unfern Agenten in den Fürstenthümern den Befehl ertheilt bat, sich mit der möglichsten Genauigkeit über die Vorgänge zu unterrichten, welche sich zngetragen haben könnten, damit er in der Lage sei, zu b-urtheiien, welche fernere Schritte zu thun wären. Genehmige» Sie k. Gras v. Eaint-Vallier. Rumänien. Die isr. Gemeiilden Rumäniens, so berichtet man aus Berlin, heben lebhafte Vorstellungen an dortige große isr. Banqniers gerichtet, um dfn Beistand der preußischen Regierung zu erwirken. Der König und der Graf Bismarck haben Schritte in dieser Richtung zugesagt. Es werden sogar Judenversolgiingen und eine allgemeine Maffacre befürchtet, welche an den Osterseiertagen .stattfinden sollen, utid die Tepcschen welche darüber iir Berlin cingetroffen sind, zweifeln darüber, ob darunter die jüdischen oderchristlichen Feiertage gemeint sind. Vielleicht haben «n dem Augenblicke, wo unsere Leser dies Blatt in die Hand bekommen, diese befürchteten Verfolgungen schon sraltqesnnde». Minister Blätiano, welcher inielpellirt worden, weil i» Jaffy keine Nationalgarde besteht, hat wohl geantwortet: So lange die Gehässigkeit gegen die Juden sorldauere. und der von gemiffer Seite eingebrachte Entwurf eines Judengesctzes nicht zurnclaerogen worden, sei er nicht gesonnen, dießsallsigkn Umliiebcn Waffen in die Hand zu geben. Was wir jedoch von Bratiano zu erwarten haben. ist genugsam bekannt. Er ist der Führer der sflartri-, von welcher alle diese Machination.n auSgehen, wenn er sie auch Angesichts -Enropa's zu bemänteln sucht. _ Tie „Abendpost" meldet: Rach dem Eliitreffe» von Nachrichten über Unruhci>, welche in B. kau an der Moldau stattgcsunden haben sollen, wies Baron Beust den österreichischen General-Consul in Bukaaest an, sofort energische Maßregeln zum Schutze der östereichiichen Uuterthancn zu treffen. Laut einem Telegramme des General-Consuls, theilte der Präfect von Bakau dem Minister des Innern telegraphisch mit, daß in der Stadt die vollständigste Ruhe herrsche und gegen die Jiraelitkir keinerlei Maßregeln ergriffen worden seien. Tie Nachrichten über Judenversolg» ungen seien erfunden. Bukarest, 15. April. Die Consuln sämmtllcher Staaten hatten bei der Regierung wegen der Berfolgungen reklaniirt, von denen übrigens bis heute noch keine eingehende Schilderung die Grenze überschreiten konnte. Die Regierungstellt diesen Reklamationen gegenüber wiederholt jede Verfolgung der