Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 8 (1868)
- Issue
- 17 (22.4.1868)
- Date
- 1868-04-22
- Page
- Seite 27 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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27 «Ute oder hier l<fjftr gesagt: Unsitte o« Besch»« düng bei den Christen sich schon sehr weil ausgebreitct und eingelrbt Huben must, um in ihren Folgen Op schlechter hindurch erblich werden zu könne». 91. ÄuS Rhei» hessen. Fo'gende Notizen dürslkn von einiaem Jnteteffe sei». Das Programm der Grobherzoglicken Realschule in Alzen zrigt in der ersten ujid jrofite; Elaffe gar keine, in der drillen EiaffeDr-i, in der vierlen einen, in der fünften elf und in der sechste» zehn israelusche Schüler; im ganze» 25 gegen 10t) Protestanten und 17 Katholiken Aussällger Wei'e in Herr Tr. Rothschild, der als Rabbiner den jüdischeii Religionsunterricht ertbeilt, ganz eigenthümlich in die Ecke der Tabelle gedrückt, die eineUebersicht über die Vertheilung des gesummten Unterrichts und die Verwendung sämmtlicher Lehrerkräste gibt. Es sind da zuerst sämml.iche ordentliche Lehre: der Annalt an>- gesührt, dann der cvang iiich? und kath-ilitcke 'ü.'sstliehe als Religionslehrer. - min vergesse nicht, gas; 25 israelitische gegen 17 kaiholtsche Schüler oorhänoen sind — dann' der t>) e sa nglehrer Herr Stützel, Lehrer an der Volksschule, der im Kan;. » wöchentlich nur 4 Stunden Geiangunterrichk cnheilt, und ganz zuletzt Hr. Tr. Rolhichils, der wöchentlich 5 Stunden Religionsunlerrich: zu geben haz. Einen äußej reu oder inneren Grund htet'nr konnten wir nicht auffinden. Ein eben rrjchien.nesA utsblatt der Größt). Obentuviendirection über die Vorbildung der Präparauden spricht von Ktlbolischen und Eoangclische». Der Juden ist im ganzen Schriftstücke nicht Erwähnung getba». B o m T a n n u s, 20. ^Ikarz. Es sind j. tzt l 4 Jahre, daß die gesammte jüdische Lesewei! 'mit der freudigen Nachricht von der Gründling des „Vereins zur Forderung der lsrnelititchen Literatur" überrascht wurde. Kaum waren die Prospekte erschienen, als auch s.öon in allen Städten und Städtchen, in allen jüdischen Gemeinden des deutschen Vaterlandes sich Agenten fanden, die mit löblichem Eifer Propagpida für diesen Verein machten. Es fanden sich bald im Auslände zahlreiche Mitglieder, ja sogar jenseits des Atlantischen Oeeans, wo in rasch aniblühenden Gemeinden sich ein erhöhtes geistiges Leben zu regen begann, begrüßte man freudig dieses neue Institut und betheiligte sich nach Kräften. Ware,« doch die Prospekte so vielversprechend, der Zweck ein dreifach edler: 1. junge strebs»me Schriftsteller zu geistigem Schaffen zu ermuthi,ei>, 2. dem jüdischen Volke gleichsam eine moderne Nattonallileratur zu bieten und endlich 3. hie in den vier Ecken der Welt zerstreut lebenden Glaubensgenossen mit einem neuen geistigen Bande zu umschlingen. Jetzt nach 14 Jahren sei e» uns, einem der«!rsten Abonnenten, vergönnt, eilten Riickdlick aus die Leistonaeu und Resitltate dieses Vereins zu werfen, und i mit einigem Bedauern sehen wir, daß wir und mit ' uns noch viele Vereinsmitglied, r bitter getäuscht «uri den. — Ist denn die Lust am geistigen Schaffen rn l Israel ganz erstorben, oder was ist die Ursache, daß wir als Mitarbeiter nur d>e großen Gesttrne an unserm literarischen Himmel. wie Philippson, Grätz, Kanjerling u. a. m. erblicken, während es doch ein Hauptzweck des Vereins sein sollte, aufstrebende Talen'.e z» ermuthige»? — Wir baden dock wahrlich namhafte Schriftsteller «ich begnüge mich hier nur mit Nennung solcher. Die sich nn belletristischen Fache ausgezeichnet jwie Rodrnberg, Komvert u. v.A.s; warum bal man keines ihrer Werke in diesen Verein ausgenommen? Eitüge Hauptwerke ausg nommen, z. B. d'.e Geschichte des J.tventhums vom seligen Jost, Geschichte der Ino?» von Grätz. Geschichte der spanischen Jno.n von Kahicraling, Reise nach dem heiligen Lande von Frankl, bieten die, innerhalb eines Zeitraumes von 14 Jahren erschienenen Schriften keine reichhal- - tige Auswahl von Namen, keine werthvollen Volk» I scbriftcn. — Ist ja doch auffallender Weife den Abon- , nenten sogar ein übersetztes Gebetbuch geboten worden, - was um so ausfallender, da in diesem Artikel wahrlich . kein Mangel ist. Wir sprechen hier nicht aus Privalintercssen, sondern, deß sind wir gewiß, int Geiste Vieler und im Jnleresie des Instituts selbst. S. W «Wir muffen constatiren, daß der hochgeehrte Herr Versaffer weder ein Rabbiner noch ein Lehrer, noch I ein Schriftsteller ist und nur das hohe, lebendige Jntereffe für Alles Eole, Jüdische und besonders für vae jüdische Schrit'tthnm unserer Zeit kann den geehrten Herrn — der innerhalb eines Kreises lebt, der leider für Derlei gewöhnlich indifferent ist, — zu solchen AuSlas. jungen veranlassen. Ferner müffen wir, um Miß' deutungen zu begegnen, bemerken, daß wir selbst dir; diesjährigen Schriften noch nicht zu Gesicht bekom-; men haben, daher den Artikeln, die ü»ü von den verschiedensten Seiten zukamen, nur i:n Jntereffe der Sache und iui Vertrauen zu unseren Co-respondenten Ausnahme gewährten. Redaktion.) Breslau, im März. Der „Jahresbericht über die Religionsunterrichtsanstalt der Synagvgengemeinde" dabier, welcher soeben ausgegeben worden, enthält ein beachtenswerthes, wenn auch kurzes Vorwort Es. besagt dasselbe, daß die Kinder meistens zu spät ' der Anstalt anvcrtraut werden. Dadurch aber ist eS unmöglich, „dasjenige Maaß von Kenntniffen auf jüdisch-religiösem Gebiete zu erreichen, welches die Anstalt sich als Ziel gesetzt hat." „Dieses Minimum besteht in der genauen Kenntniß der Religionswahrheiten, der biblischen und jüdischen Geschichte und in dem Verständniß der hebr. Gebete des gewöhnlichen