Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 8 (1868)
- Issue
- 17 (22.4.1868)
- Date
- 1868-04-22
- Page
- Seite 26 (sequence 3)
- Language
- German
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26 und fordernder ist ein solcher Unterricht. — Man gewöhnt die Kinder dabei an ein richtiges Denken und bald werden sie im Stande sein, ganze Stücke ohne große Beihilfe des Lehrers zu übertragen. Ein liebersetzungsunterricht ans grammqtischer Unterlage wird a»ch nicht -o schnell wieder vergessen werden, wie dies bei mechanischem Uebersetzen gewöhnlich der Fall ist. — Beleuchten wir mm die amzegebenen jöüfemittrl zum UcbcrkGen, so halte» a»ch. wir einen Pentateuch mit guter Uebersetzung für notbwcndig; jedoch wollen wir durchaus keinen 'mit 'Än?!asiungcn, weshalb wir eine solche Bearbeitung von Seilen der Bibelgesellschaft, wie Hr. Einsender vorschlagt, für.r.idt nothwendig erachten. Die Bibel, die das.Kind in Händen hat, soll dock« nicht blos für den Schulgebrauch sein. Das Kind soll sie ai.ch b.ei den gottesdienstlichen Vorlesungen benutzen, und da ist eine solche mit Auslasfungen schon nicht gut zu gebrauchen. Dieser wenigen, inr die Fugend nnpasienden Stellen wegen, müßte man alio von den'Eltern einen dovpelten Au'wand frir Bibeln anfordern. 26 e nun, wenn das >C i n D etile solche Bearbeitung der Bibel mit Auslasinngeu in Händen hätte, der. Erwachsene oder die Eltern scharfen sich aber rumPrivatgebrauche oder zu gottes- - oieiisiliebein - Zwecke eine vollständige, ebenfalls übersetzte Bibel an! Bekomm: das .Kind di ie letztere Bll'tl fest i:ie in Händen? Wir glauben das Gcgentbeil! Sobald das Kind des neu angeschafften Buches ansichtig wird, wird es einen Vergleich mit dem feiniae» machen; 'es sieht, bald, das; in seiner Bibel cinigc Stücke iehlen und was ist »nil die Folge von Vieser allzugroßen Vorsorge? Fetzt erst wird rem Kinde geradezu Llailas; gegeben, diese in 'einem' Bucke fehlenden Stücke zu lesen, und. so wird durch dieses Mittei gerade der Zweck.verfehlt, den mau damit erreichen wollte. — Man gebe alw deni Kinde nur getrost die vollständige Bibel mir einer guten Uebersetzung, wie nur. eine solche aus der von Philivrson gegründeten Bibclanstalt besitzen, in Händen. Tic anstößigen Stellen e rk lä re man kur: <?) und Überschläge sie' alsdann : dannwerden sie der Jugend am wenigsten schaden, wie übcrbauv! die Jugend , weder die israeliti'ck e noch die christliche, die ja auch die vollständige Bibcl in Händen hat, noch nie durch die Bibel verdorben wurde^..... Außer der Bibel, die der Billigkeit und Zwedmäßigkeit wegen hebräischen Urtext und Uebersetzung in einem Bande enthalten > muß, diene als Uebeisetzungsnrittcl eine kleine hebr. Grammatik, und kann die von Herrheimer, richtig; benutzt, ganz gute Dienste leisten. — Ein gutes I Schulwörterbuch kann natürlich nichts schaden; i jedoch unbedingt.nothwendig für den Schüler halten ' wir eü nicht, da wir auch dem Lehrer etwas übrrlaffen müssen. R. Wochenbericht 911 je». Die A. Ä. Z. brachte jüngst einen Vorschlag zur Eolouisatioir Palästina's, rnsbesondere der fruchtbaren und weiten Ebene Esdrelon zwischen Tabor und Earmel aus der Feder eines christlichen Geistlichen. Er wies darauf hin, daß in diesem Jahre Ungarn einen sehr großen Theil Europa's mit Korn versorgt habe; es sei indeß gerathen, dafür auch zeitig sich nach andere» Quellen umzusehen. Eiae solche biete sich eben in dem Lande, welches ehemals von Milch und Honig floß, — ein Bild übergroßer Fruchtbarkeit. Bekanntlich wird diese Idee längst auch in jüdischen Kreisest gepflogen, bis jetzt indeß erfolglos. Ob der Eriolg ein günstigerer sein wird, wenn inan auch in christliche» Kreisen sich dafür interesürt, ist abzumarten. Jedoch wollen wir vorlänsig auch bei uns davon Non.tz iichmeu. Wir befürchten nur, daß unter solchen UmttanDc« bas Interesse bald aiishören wird, ein ausschließlich lgnowirthschastliches zu sein, sondern alsbald ansanaen stiird, ein vorwiegend religiöses zu werden.! j v; I j e n. ' Dar Ausland enthielt in seinen letzten Nummern Aussätze über die Darwin'schrLehre voa der Eulsiebnng »es Menschengeschlechts. D. behauptet die Erblichkeit körperlicher Verstümmelungen und weist biernei nach aus Blumenbach hin, welcher berichtet, daß jüdische Knaben bisweilen mit einer Verstümmelnng geboren werdest, wie wenn die Bcichneidnng bereits an ihnen vollzogen worben sei. Tie Verstümmelung des Vaters 'ei also durch Erbschaft auf den Sohn übegcgangcn. Ein deutscher Rabbiner macht in einer später« Nummer des Blattes darausansmerksam, daß die Thatiache richtig, aber auch schon den Alten bekannt aewescn sei. Sie ist b könnt unter dem Flamen Xolad Moliul v. h. ,,cin beschnillen Geborener". Tie Behauptung indeß, daß daraus nicht auf Erblichkeit körperlicher Verstümmelungen geschlossen werden bürie, weil eine gleiche Erscheinung zu öfteren und wiederholten Malen auch bei christlichen Knaben beobachtet worden sei, ist irrig. Darwin hat in diesem Punkte wohl Recht. Denn besonders in neuerer Zeit — und die angeführten Fälle gehören sämmtlich der Neuzeit an — wird die Bcschneidung auch oft, vielleicht sehr oft an christlichen Männern vollzogen, und zwar aus mediciniichen Gründen. Die bezügliche Beobachtung an christlichen Neugeborenen kann und wird also ebenso gut tuf Erblichkeit beruhen, wie bei jüdischen. Jedoch knüpfen wir hieran die Bemerkung, daß di, V