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Der israelitische Lehrer · 1868-04-15 · 16 (15.4.1868) · p. Seite 22

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
16 (15.4.1868)
Date
1868-04-15
Page
Seite 22 (sequence 6)
Language
German
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22 sazr. es handelt sich in der BolkSschule nicht um den Unterricht allem, sondern um die Erziehung desKin LeS, und zwar zur Gottesfurcht, zum Gehorsam, zur Nnterordnug n. s. f. Run, wir wollen gewiß diese Erziehung auch, wir wolle», daß die Kirche dabei das Ihrige thue, wir wollen aber auch den Lehrer dazu berufen. Beide sollen sich zur Erreichung deS gemeinschaftlichen Zieles wechselseitig unterstützen; inb.'fr^öoV’ len wir auch noch eine Erziehung in anderer Richtung/ damit im Kinde schon der ganze Mensch herangezogen werde. Wir wollen im Kinde Liebe und Interesse am Wissen, und Erkennen geweckt, seinen Verstand entwickelt und cs zum selbständigen Denken angehalten sehen; weil dies aber beim gegenwärtigen Zustande der Bevormundung von jen-er Seite, die sich die ganze Erziehung vindiciren will, notorisch nicht geschieht oder wenigstens.nicht zur' Genüge geschieht, so woLen wir auch die Volksschule frei machen, dabei aber auch dafür sorgen daß der Lehrerstand in seiner Ausbidung und äußeren Stellung gehoben werde. Zudem ich mich, für die Abtrennung der Schule von der Kirche ausipreche, will ich den Unterricht und das Erziehungsiveseu der Aussicht und Leitung des Slaa teS uno der weltlichen Nirterrichtsbehöroe unterstellt wissen. Diese sind berufen; im Vereine mit Männern, die auf den Lehrstuhl aus der Familie kommen, den Unterricht nach Methode und Inhalt, nach den rorgezeichneten Principien zu regeln und zugleich für die Besetzung der Lehrämter mit moralischen, mit Fach kennlniß und Levrergabe auSgestatteten, freistnnigen und selbständigen Müuneen möglichst ohne Rücklicht auf ihre Conieision zu sorgen. Ich werve also »ür Vas Majorilaleootiim eiiUrrten, weil ich darin einen Schirm gegen mittelalterliche Verwild.'rnng (Bravo!), gegen kirchliche Sklaverei, weil ich darin ei» P »vadium der rtchruno Gewisseiissreiheit sehe." (Lebhafter Beisell-im Hause.und aus den Gallerten. Der Präsioeut bittet, sich auf der Gallerte jeder Beifalls¬ oder Mißsallensbrzeugung zu enthalten.) IBfdjoreu. März. 31 radikale Mitglieder der Abgeordnelrnkinmer, der präsioeut an der Spitze, haben wiever eine Gei-tzesvorlage betreffs der Inden eingereicht. Dieselbe hat folgende 7 Punkte zum In halte. 1. Juden dürfen sich aus dem Lande gar nicht, in den Städten nur mit Bewilligung niederlaffen. 2. Diejenigen, welche dagegen handeln, werden als Bagabunden behandelt. 3. Sie dürfen Häuser weder kaufen noch veikaüsen. 4. Sie dürfen Landgüter. Forsten, Weinberge, Schäfereien, Mühlen. Schänken und Gaslhöse nicht pachten. 5. Sie dürfen bei Lieferungen nicht concurriren und zu dem Zwecke sich mit Christen nicht verbinden. 6. Sie dürfen ohne Autorisation des Bürgermeisters keine» Handel treiben. Bon Juden, welche ohne Autorisation Handel treiben. dürren die Gerichte keine Klage annehmen. 7. Geträi.ke und Speisen dürfen Juden nur an chre Glaubensgenossen verkaufen. Zuioioerhandlungen gegen dieses Gesetz werden bis zu 600 Frs. bestraft. Alle Gesetze, welche mit diesem in Widerspruch stehen, gelten als aickgeboben. Wir sra ien: also auch die Versaffung und die den Juden 1838 zugesagte uno von den europäischen Mächten garantirte Gleichberechtigung, hinter welche Fürst Carl von Rumänien uno sein Minister Bratiano sich immer verichanzen? Wie will nun BiSmark trotz ieines B ieres an die A-llianas seinen Proieg« vertheidige» 7 Es heißt zwar, vag die Regierung gegen dieses G ietz sei und dies>>S selbst dem französische» Minist»r M-rquis de Moussier habe bedeuten taffen. Aber der Prnsisent der Kammer ist doch dafür, und die Regierung verleugnet das Gesetz wohl nur vorläufig. Ihren Jaleiilroaen entspricht es doch nich allen Änt.reoentien. Es ist wogt nur zu früh auf d e Tagrsordikuilg gesetzt worden. Die Alliance hat die Vertreter der englisch » und italieniichen Regierung um Jiiierventio» für die bedrängten I iben Rumäuien's angegangen uns von Lord Lyons und de Nizra Zutage erhalten. Die Iaierveiition wird sich wieder, wie so oik, ans Worte beschiänken, und damit ist sie nutz os. wie so oft. Rur bewaffneie Intervention kan» d> nütz'n. Bucharest, 9. April. In Bakan sind schon Unruhen ausgebcochen; ob sie auf Jaoei Bezu, haben, ist noch nicht bestä tzt, aber w hrsch.nnlch*) — Die Motive zum Jndrngesetz sind jetzt ve öffen licht. Sie lauten ganz mrtelaltrrlich. Der Abel ist verschuldet und hofft durch Verj >g»n \ der I iden seiner Schulden los zn werden an) durch Ausplü der rng deiselben sich zn bereichern. Der Pöbel soll für ih, die Kastanien aus dem Feiler holen. Dafür wird dieser durch Hinweisung auf den blüh »den Hand l und Ackerbau der Jaden aufgereizt. Eitmeser beruht diele Hinweisung aüs Lügen ober sie bezeugt die Unfühistril des rumänischen Bo'.ks. In letztere!» Falle g ht ohne Jure» das?a»d gerade so se nem Untergänge en gegen, wie Spanien, und wie dort wirs der Bürgerkrieg permanent werden, wenn die Juden fehlen, um auf sie zu schlagen. Aber man wird, wie in Deutschland vor rm geschehen, die Sch ilriorderu > »en der Juden für ungnllig erkären, die Personen verjaaen und ihre Habe zurückhalten und am Schluffe den ioch geaen schwere- Geld sie wieder ins Lmd lassen Da ür weist man schon jetzt ans den natürlichen R'ichthnm des Landes und die leichte Weise hin, mit melch r sich dort leben läßt. Wien, 5 April. Die „R. »r. Pr." meldet: Das WienerEibinet htt den österreichischen General- Consul in Bachirest deaulrast» gegen den Eiltaurs eines so,enannt.'n Innen »eietz-s, w e er von ven 31 *) Rach de« «nieste« Berichten bestärigt. R.

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