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Der israelitische Lehrer · 1868-04-15 · 16 (15.4.1868) · p. Seite 21

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
16 (15.4.1868)
Date
1868-04-15
Page
Seite 21 (sequence 5)
Language
German
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21 gequälten Gemülhe nicht gedeihen. Dian spreche uns euch hier nicht von hei'ger Pfticht, wo diese nur für UNS, nicht auch sür Ludere in demselben Maße vorhanden sein und praktisch be'hätigt werden soll. Temperiren vericklimmeit durch Verzögerung der Heilung da- Uebel; Entschiedenheit aber sührt zum Ziele. AuS dem Futvagrunve. Am 20. v D>. ist in St. LengSleld rin Mann zu Grobe gega gen. diffen Name vervienl, wegen der großen Verdienste, die er sich um daS geistige Wohl seiner GlaubenSgenoffen erworben, der O-ff.iltlichk.it übergeben zu werde». Der israeiiliiche em-rit. Lehrer Hirsch Löwenheim, der durch seine rabtiniiche Gelebi'amkeir sich einen Ehrennamen in der jüdiich gelehrten Welt erworben, war der Begründer der ersten itrar.midNn Schule des Lande» r» Gehaus und ist keßhalb »och vor Eiinichlung der öffeiittichen jüdische» Scvnltn schon 1822 als öffentlicher Lehrer von dem Oberconsisiorium a»gestelti uno von dem hochselige» G.cßhekzog Karl Äirgnst als eine besondere Auszeichnung nul der Schrimäffigk n (?) beehrt worben. Sein he>». Lehrbuch, welch.» zuerst die Laut»Methode an» da» Hevräische anwendeie, ist in zw-i Anstagen erschiei en und seine Seiiienzen und Sprüche au» dem Talmud rc. sind kaum ei» Jahr nach ihrem Erscheinen vollstän >ig vcrgr.ffen gewe>en. Seit 1834 in Lengs», lo al» Lehrer, wurde er im Anfänge der 50.r Jrbre ron kliikin schmerzhaste» Leide» hlimgrsiicht, weich.S i),n bis an sein Lebensende anh:ng, nnd mußte er deßh ilb seine Penstonirung »rbilie». Lein G.rst blieb sruch uno klar br» an sein Ende. Eine ehrenvolle Begleitung all.r Stände und Eoiisrffionen des Ous irnd der Umgegend zu se.ner Rnhestätle gab die Lyiypathie» kund» die sich der ehrwürdige Gr>i» sowohl d(irch sein eminentes Wlffen als durch ferne L.ntiiliäk.ir und Menschenireuiidlichkeit rm Leb.n zu ersreue» h-)ne. Sein Andenken lebe fort zum Segen Au» Thüringen, 2. April. / In Eisen^a'ch hat man einki« zeitgemäßen Forlschri't zur Ansitthmiiig gebracht. Ein neu angelegter Friedhof ist sowohl! sur die protcstanlliche als für die katholische uno israelische Genieinde in je einer Adt.eilung emgeiicht t. Derselbe ist dieser Tage mit der Leiche eines Israeliten eingeweihl worden^(Das ist vier zu Lrnde nicht neu. Fast überall Md die Friedvöi« E'genkhum der Eivilgemeiude, und ist daher für alle Coiit.ffioiren je eine Abtheilniig vorhanden. In Alzey wollte man sogar einen Schritt weiter gehen und die ^Gräber unter- und nebeneinander machen. M n scheint j tzl dort — nicht mehr so liberal zu sei».*) R.d.s 1 München. Bei der Beralhung über die Einführung der Rothcivil (e (für die Tiffioenten) in ver Kammer der ReichSräthe wurde manche bemerkenswerthe Aeußerung gelha». So erklärt der zweite P a *) Der? Die Ci»il- «der Religion-inneind». Der «>tzer. sident. v Thüngen, daß. wenn mau denDiffideutrn die Ehe mit andern GlaubenSgenoffen gewähre, so könnten auch die Juden kommen uno sagen, warum sind wir schlechter gehalten? Und die Juden icheinen dem Redner doch noch näher de» Christenthum zu stehen, als die Dissidenten. Minister Fürst Hohenlohe sagt, daß nicht die öffentl che Meinung. sondern da» Gesetz der Juden die Ehe zwischen Jaden und Christen verbiete, .auch der I »stizminliler erklärt, es sei allerdings w ihr, daß die Juden dem Christenihum näher stünde», als die Reihe der Dissiventen; aber nur in der Stellung, welche die öffentliche Meinung zu den Ehen zwischen Juden und Christen nimmt, liege das Motiv, warum die Regierung da» Geietz (Civilehe mit Andersgläubigen) nicht auch aus die Juden ausdehnte. Berti», 3. April. Im Reichstage des norddeutschen Bundes wurde heute von d m Abg. Moriz WiggerS solgeupe I ilerpellatio > eingebrachl: »Da» uiilerzeich ikte Mitglied des R ichrtag» richr.t an den Herrn Bundeskanzler die nachsteh noe» Anfragen: I) /.st t» zur Kenntniß des Bunoesprasiinums gelangt, dag die beiden m cklenburgischeu Regierungen gesetzliche Bestimmungen erlaffen haben, nach welchen jüdische G a abeiiSgenoffen, welche Grundeigentyum erwerben, vou den mit dessen Besitz verbundene» R chte» der Ausübung ver L uldstandsch ist, d.r Jurisdiction und eine» wesentlichen Th'il» der Polizei auSgejchloffen worden sind? Eoeuluell 2) ob uno welche Schntte gegenüber diesem in Widerspruch mit dem Bunocsir.izügigkeitSg.'ietz stehenden Borgeheu der gevachen beiden Regierungen Seitens des BuuveSpräsioinniS gesch Heu sind oder noch b adsichngt werden. Wien. l. April. Es dürste für diese Blätter von I iter.ss sei», den Anespruch eines der gelehrtesten Männer und erhabenster. Geister der Gegenwart— des Dlrec.orS der nievicinischm gelehiten Anstalten dahier, Proseffer Rokitansky über die Valksichulen (»n Herrenhai, e) z» regist.»cen. Derselbe sagte: Kein Fortschritt, keine W ihrheik, keine Errungeinchast aus geistigem G.biete soll niii.rer Jige.d voremhille» sein. Rur das Faffungsvermöge», der Grao desselben. mit ver nölhigen Rücksicht aui die Gebote der Moral, die Rücksiht aus den dereiustigen Berus soll Maß uno Tieie de« Unterrichts beiiimme» Das wollen mir um io mehr, als nach dem Urth.ile der lies» sten Denker die Entwickelung ttr Intelligenz der einzige W'g ist zur Veredlung de« moralische» WenhS. (öavo! lmkS) Damit eS «ach dem Gesagte» nicht icheine, als baue ich nur die Mittel'chule nnd die höheren BiloungSanstalten im Auge gehabt, will ich mich auch in Betreff der Volksschule aussprechen. WaS ma» hier vorzü stich gegen die Trennung der Bolksschule von der Kirche vorbringt, daist, daß man I j

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