Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 8 (1868)
- Issue
- 16 (15.4.1868)
- Date
- 1868-04-15
- Page
- Seite 20 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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20 noch immer 3140 anderweitig, also durch Collekten beschafft weiden. Gibt mau sich aber der Hoffnung hin, daß diese Summe im Wege der Kollekte auszubringen ist, so ist nicht abzusehen, warmn nicht auch 250 Thlr. mehr noch in demselben Wege sollten beigebracht werden können. Tie Belästigung der Lehrer mir Pflichtbeiträgen, die auch außerdem, für jede überwiesene Stelle einen T Haler Echreibgebühren bisher zu entrichten halten, — ob diese Gebühren künftig wegfaüen oder beibehalten werden sollen, darüber gibt das Statut keine Auskunft — ist also unniifs, ba En hakomez masbiü cs hoai i t Berich.) für die Anstalt schädlich, weil viele Kollegen, wie sie uns erklärt haben, was wir aber nicht billigen, jetzt mit der Anstalt gar nichts mehr zu schonen haben wollen.*) Wo aber Lehrer die Collekten nickt vornkbmen, da sallen-sie auch in der Regel, wie ein Einblick in die Berichte ergibt, sehr mager ans. Sie sübren als ferneren Grund an, daß Niemand es nnbillig finden werde, nenn für dreijährige Kost. Wohnung und Unterricht in I «jährigen Raten 50 Thlr. — gezahlt werden müssen. Das ist wahr, wenn nicht mehr befahlt werden müßte. Muß denn aber mehr bezahlt werdend fragen Sic mich. Ganz gewiß. Um uns hier- ■ von zu überzeugen, brauchen wir nur >?. 15 des Etaj tuts zu leien. - Dieser besagt, daß jeder Zögling jähr-! lich in halbjährigen Raren pränumerando einen vorj h-r nach den notorisch Uächgewieienen VennögenSverhältn'.ssen zu b.sunimenden Beitrag zu bezahlen habe, wovon nur einige ganz Arme ausgenommen sein sollen. Drüber betrug dieser Beitrag m der Regel jährlich 3u Thlr:, kann aber nach -dem Wortlaute des. Statuts jetzt auch noch hoher gegrissen werden. Nehnlen wir an, d ß er nicht höher gegrifien wird, so macht d.eses für drei Jahre!M Tdlr., wozu aber jährlich auch rock: .weiugstens J.0 Thlr. für Wasche, Bückner u. i. w. kommen, ist läo Thlr.; u. 50 Thlr. Pfiicknbeitrag ist also Thlr. I7U. Erwägt man nun noch, daß dre sich dem Lehrerauite widmenden jungen Lenke, i» der Regel armen, oder doch so zu sagen fast,armen Fanillieu anaehören, diese nach erlangter Ausbildung den Ellern, rrip. Verwandten die von diesen nur durch konlrahine Aiilehen beschaffte, vcrgelegte Summe erstatten und sie noch oft dabei unterstützen müssen, so s.hen wir wahrlich nicht ein, woher sie das Geld zur Zahlunr der Pslicknbnträge nehmen sollen. Zn die- . senr Falle', sagen Sie, wird das Euratorium — sind Sie auch sicher, daß immer- Männer von solcher Gesinnung das Euratorium bilden, und können nicht Männer anderer Gesinnung hineinkommen? — nach ordnungsmäßiger Nachnuisung der Dürftigkeit einen Erlaß oder wenigstens Minderung eintreten laffen. Zu einem solchen Gesuche wird sich aber ein wackererLehrer^ nicht gern Herbeilaffen, wenn ihn nicht eiserne *) Durchaus zu mißbilligen. Redacticn. Roth dazu zwingt, weil er darin eine Erniedrigung erblickt. Daz« sollte ihn aber nicht eine Anstalt drängen, der er seine Bildung zu verdanken haben soll. Wir hätten, wir gestehen es offen, von Ihnen, Herr ' Rechtsanwalt, die Bertrelung einer solchen Ansicht nicht j erwartet. Zu solchen Auskunftsmitteln muß man seine s Zuflucht nehmen, wenn man gegen die bessern Gei fühle des eigenen Herzens stimmt. Diese Grundlage - halten wir daher unbedingt für verwerflich. I Ans diesen und den in denl früheren Artikel angege-! denen Gründe», die übrigens noch vermehrt werden j können, dir wir aber für sich allein schon für durch-! schlagend halten zu dürfen glauben, haben wir dm! Arlikel de« Statuts über die Pflichtbeiträge im allge-! meinen Interesse bekämpft; ein persönliches Interesse . lag uns dabei fern, weil wir keine Pflichtbeiträge zahlen. Da nun aber die Bestimmungen des Statuts von uns als die Resultate der Motive angesehen wurden, so waren wir der Meinung, daß wir oic Motive zurückwiesen, indem wir deren Resultate, die Bestimmungen des Statuts bckämvflen; ignoriren wollten wir sie nicht. Worin nun endlich die viel härteren Bedingungen, denen die aus den preußischen Seminarieu entlassenen christlichen Lehrer unterworfen sein sollen,-bestehen? Wir erklären, da der Herr Rechtsanwalt solche genauer anzngeben nicht für gut befunden hat, diese nicht zu wissen; glauben aber, wenn wir ne auch ohne Spej cialisirung auf's bloße Work zugeben. daß dieselben j nicht in Zahlung von Pflichtbeiträgen bestehen. Solche j Nachwelten rach verlebtem Ceminaraufenthalte kennt j mil Ausnahme der Anstalt zu Münster unsres Wis-! sens kein andere? jüdisches Seminar. Aber agch diese l Anstalt muß die odiösen Pflichlbeiträge fallen lasi sen. Geschieht dieses nicht, so tritt an uns Lehrer mit heiligem Er, sie die Prüfung der Frage heran, ob wir mit guiem Gewissen talentvolle, junge Leute zur Ergreifung unseres Bensss, der eine tr.-stloie Zukunft. mit Vergällung des Lebens durch querköpfige und oft harcherziae undankbare Gemeinden und Geineindeglieder als Gratiszugabe in sichere Aussichtstellt, vorbildcn und veranlassen dürfen, während jeder andere Berus weit eher zur Griiiidviig des eigenen HeerdeS vno zur Erlingung einer wenigstens ziemlich sorgenfreien Zukursi Chancen bietet.*) Unterlassen wir eS aber un er solchen Umständen, und so lange diese so sind, der Anstalt neue Zöglinge zuzuführen, so wird dieselbe recht bald zu der Einsicht gelangen, daß sie auf uns etwas mehr Rücksicht, als bisher, zu nehmen habe. Idealer Aufschwung und ideale Begeisterung können unter eisernen Verhältnissen der Dürftigkeit und in dem von der Sorge um die nächste Zukunft m) So weit geht br-w das hoch nicht und eine solche Wichtigkeit haben diese 50 Thlr. in 10 Jahre» nicht. Red.