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Der israelitische Lehrer · 1868-04-15 · 16 (15.4.1868) · p. Seite 18

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
16 (15.4.1868)
Date
1868-04-15
Page
Seite 18 (sequence 2)
Language
German
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nur auf ein sehr Geringes beschrankt werden. Dieses Wenige aber dannmöglichst gründlich zu lehren und möglichst bleibend einzuprägen, ist Aufgabe des Religionslehrers. Die Gegeiistände, welche den Unterricht in der Religion umfassen, sind: 1. die biblische Geschichte; 2. das Lesen der Bibel in der Ursprache; 3. die jüdische Geschichte und 4. die Glaubens- und Pflichtenlehre. J. Biblische Geschichte. Hierin muß es der Schüler so weit bringen, daß er sic vollständig inne har. Er muß über jedes biblische Ereigniß genaue Auskunft zn geben im Stande-sein, auch die wichtigste» Begebeiitzeitell >m Zusammenhang erzählen können. Tie biblische «beschichte bildet ans der nnlersten S.use den -in-:ich l if.iictiLit -Religionsunterricht. An die einzelnen Er-attziluigeii, die der Lehrer mit möglichst genauer A.lebnuug an die Schriftsprache vorträgt, knüpfen sich Ennatznungoi und Belehrungen, um das religiöse Ges'.i!'! zu erwecken. Für diesen Gegenstand ist später, :ü ,»r Mittelklasse, eine Sliinde wöchentlich, und zwar je irJ Ttnnde, ansrekcheiid. Was früher in der Ele- -neriiarichule vorgekomknen ist, wird kurz wiederholt. Ker.:tr,i w.e an, daß die Rinder, welche mit dem lO. Jahre die Bmksschule verlassen, die Begebenheiten, die üi den inni Bückern Bloses erzählt iverden, und einen Tbeil an:- den -ernereii Propheten «Ioftia und die ) ieuon wissen,' 'o. kgilit .mit Der: I:l. Jahre das .'lind einen Ueberblick über die ganze biblische Geschichte ..eivoiuiei! "!',rve». Der Unlenicht in t*t rrelt'cu muß ' .'fei' fortgesetzt und dadurch das Gelernte ttzeils beiesttol, -bei!» erweitert werde!', bi-? umt Austritt aus. Cer Reiigion-ttchule. j . Gle:ci'.eil:g mn der bibl.sei.ieu Geichichie wird das j . ebräiich ireuv;, ebenfalls' in -um halben Stiuioen, j -ieü' l. Ilm hierin eiw.-s Ersprießl-chcs ru erzi.len, 'chtin: es >: ir ral>'an>, die cm me sien und am bau- - •ftoH vorkounnerrven Gebete, eiiuuübe». Man laste -. B bei d.nl.Beginnen der Triiuoe einen Theil des Tijck aevers so lauge leieii, bis er den Lckniiern geläufig i>:„ u,ch 'obre damit ton, bis das Gebet vollilan'ug rLa li > und stiesicnd gelesen werden kann. Ebenso - verialire inan u.n'dem Morgeiigebete für den Wochentag. An jeden: 'senmoud werdedas Halle! - Gebet ge.eien lind dieEiN'chattnnaen ftiv diesen Tag u. s. -v. Auf die e Weise :>.erde» .die R'nder schuell mit ihrem Gekelbuche und den Gebeiordnüngen vertraut, Für Mädckest ist - n-. gewißdie pastendste Art, sie gleicha zeitig mir ue Ueberifbiln'g der wichtigsten Gebete bekannt zu luawe::. Ihnen gebe man nur die Tcfiloh; in cie Hand nud venvende aui die Einübung des! «Sebel-Ueberseyens den größten Fleiß. j II. Das X'ejen und Uebersetzen der Bibel aus der Ursprache. Es ist nicht zu leugnen, daß dieser Gegenstand seine f graßen Schwierigkeiten bat. Um so mehr muß der Lehrer auf dieses Fach seine Aufmerksamkeit richten. Wie wenig erhebend ist das Bewußtsein, daß ein großer Theil der heutigen Juden wenig oder'gar nicht mit der hebräischen Sprache vertraut ist, daß sie kein Berständniß haben für die in der heftigen Sprache abgefaßten Werke! Ist es zu verwundern, daß ein großer Theil der im Gotteshause versammelten Gemeinde bei der heiligsten unserer Functionen, bei dem Borlesen der Thora, sich unterhält oder gar das Gotteshaus verläßt? Es ist daher Psticht einesjeden Lehrers, seine Zöglinge in der heftigen Sprache zu sördeni. In der Hand des Lehrers befindet sieh das heranwach>c»de Geschlecht; von ihm hängt es ab, ob es mehr Berständniß für die Schriftwerke unserer Weisen zeigen wird, als das jetzige. Sollen die künftigen Generationen Sinn und Berständniß für das Hebräifche Schriftthum haberft io pflege man die hebräische Sprache beim Religionsnntrniä,:. Die hebräiscbe Sprache muß, wie jede andere, mit .Julie der Grainmat:! erlernt werden. Da jedoch für die hier in Rede stehenden Schüler die Zeii sehr beschrankt ist, io wird, sich der Sprachunterricht vom Uebe: setzen nicht gui trennen lassen. Woch n lieh ist I Tl-inse Mir diese Gegenstände iestaesctzt. Man unterweise die Schüler, wie sie mit Hülse der zum Pentateuch vorhandenen Boeabularien übersetzen mosten. Auch werden dab.l die neueren Bibelübergtzuitgen vortrerf:tdje Dienste leiste». Man nehme zuerst einen leibleu Abschnitt aus der Tbora, vielleicht die Opferung Isaak?, übersetze diesen mit den Schülern tu der Stunde und lasse sie zu Hause nach der gegebenen Anleitung, von Woche zu Woche, einige Berse in die Muttersprache übertragen. Dabei möchte ich bemerken, daß cs vorlheitbair sei. vor dem Einti itte der Festtage die betreffenden Bibelabschnitte übersetzen zu lasten, welche in der Synagoge an dieien -Tagen vorgelejen werden. An die übersetzte:: Berte werden dann grammalische Regeln geknnvst; hauptsächlich ist die Eonjugatian und Decliiiat'on zu üben und der Gebrauch der Snsifta. Rur aui diese Weise kann das Uebersetzen zu einem gedeihlichen Ziele sühre». Hat der Rn>be einmal einige Abschnitte ans der Thora übersetzt, sind ihm die wichtfgsten Regeln aus o ec Bildung der Zeitformen und dem Gebrauch der Suffixa bekannt, so muß es ihnl leicht sein, die Gebete übersetzen, sich aber überhaupt später selbst vervollkommnen zu können. Die, svcfteren Propheten müssen in einer guten Bibelübersetzung gelesen werben. Bon den Psalmen mögen einige übersetzt, andere ebenfalls in einer Uebersetzung zum näheren Berständniß gebracht werden. Wenn dieser Unterricht vom 10. bis zum 14. Lebensjahre in vorgeschriebener Weise mit einigei» Eifer beirieben , wird, so kann der Erfolg nicht anSbleiben.

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