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Der israelitische Lehrer · 1868-04-15 · 16 (15.4.1868) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
16 (15.4.1868)
Date
1868-04-15
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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k- Der I.MiMsclie Jelirer. - Zeitschrift für die gesamnlten Interessen des israelitischen ^cyrerstaudes. Arga'n für den Verein „Achania". 16. Mainz, 15. April 1868. 8. Jahrgang. SB chentlich 1 Stummer. Vierteljährlicher «jonnementäprci» 27 fr. — V« T'ilr. Be: t'cnatirter Z ltenvn »q uuter .ftreujbanb jährlich I fl. £4 kr. — 24 Lgr. und den Belnq de» Port»'». Anzeige» zu l Sgr. die Petitzeile. Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. Ueber das Maß und die Behandlung des Religionsunterrichts bei solchen Schülern, die nicht den Gesamintuiltcricht in der jüdischen Schule erhalten. Riferat zur Conferenz de» Vereins israel. Elementarlebeer für Westfalen »nd Rheinprooinz, in Dortmund am 20. April. Von M. Lewinger in Bochum. Es ist eine unbestrittene Thalsache, daß von jeher auf den R'llgionslinterricht in der jüdischen Schule «ine besondere Aufmerksamkeit verwandt worden ist. Bildete er doch zur Zeit der gänzlichen Abgeschlossenheit des Judenthums den einzigen Unlerrichtsgegenstam,- in deni „cheder", welches in jever Stadt und in jedem Oerichen zu finden war, wo Inden wohnte». Der jiidische Lehrer, der in dem „cheder" lehrte, und sich bemühte, seine Zöglinge in den Werken der Weisen zu unt-rrichten, harte freilich seine besondere^ Methode, seine eigenen pädagogischest Principien und' sein selbstgeichaffencs Regulativ. Die Unterrichtsgegenstände, Bibel und Talmud, die einzigen, welch.' oorgetragen wurde», waren allerdings eine ziemlich schwer verdauliche Jloft für die Jugend. Zudem ging man, den heutigen pädagog scheu Grundsätzen entgegen, nicht vom Leichteren zum Schwereren, sondern gerade vom Schwierigsten nahmen die Lehrer ihren Ausgangspunkt. Ein zwölfjäbriger Knabe damaliger Zeit konnte eher ein Blatt deS Traktats Losudotd leien (von Verstehen kann e g ,r nicht die Rede sein), als einen Vers der Bibel in die Landes prache übertragen. Doch genug, es galt damals allgemein der Grundsatz, die Religio» der Vät-r lebendig zu erhalten und die Jugend möglichst irühe dafür zu erwärmen. Wie steht es in unserem sogennannten ^aufgeklärten- Zeitalter um die Erziehung der Jugend in der väterlichen Religio«? Der Talmnd ist fast ganz gestrichen aus dem Bücherverzeichnis der Jugend. Die Bibel allein ist cs noch, die in den Schulen zur Grundlage der religiösen Erziehung gemacht wird. Heute muß das jüdische Kind ganz andere Dinge lernen; es soll und muß sich Jeder eine möglichst allgemeine Bildung aiizueignen streben. Deßhalb muß der jüdische Knabe so früh als möglich das Gymnasium oder die Realsdiule besuchen, das jüdische Mädchen kann nicht rasch genug der höheren Töchterschule zugesnhrt werden. Auch das ist,eine unbestrittene Thatsache, daß die Eltern ihre Kinder, oft schon nach kaum dreijährigem Besuch der jüdischen Elementarschule, aus andere höhere Lehranstalten schicken. Es ist hier nicht der Ort, nachzgweisen, wie nachtheilig im Allgemeinen dazu frühe Entziehen des Elenientarunterrichts den Kiirdern ist. Ganz besonders aber leidet sehr oft darunter, die reli, giöse Erziehung. Fragen wir uns, was für Kenntnisse im Hebräischen, in der biblischen Geschichte u. s. w. hat sich ein Kind, bei noch so große,» Eiser, in den ersten 3Schuljahrm aneignen können? Wird es mehr können, als hebräisch lesen, die biblischen Erzählungen aus den fünf Büchern Moses und einige Gebete übersetzen? Und nun kommt daS Kind aus eine höhere Lehranstalt, ryo es seine ganze Kraft zusammennehmen muß. um in den ihm neuen und gänzlich unbekannten Unterrichtsfächern Fortschritte machen zu können. Wie viel Zeit bleibt da für den Religionsunterricht übrig, und wie weit kann es in diesem doch so wichtigen Gegenstände gefördert werden? Die Zeit ist jedenfalls sehr knapp zugemessen. Was der Schüler oder die Schülerin an freier Zeit außer der Schulzeit übrig hat, wird zur Nachhülfe, zum Musikunterricht, für's Turnen, für Handarbeiten benützt. -Da bleiben vielleicht zwei, höchstens drei Stunde« in der Woche übrig für den Religionsunterricht. Da kan« da» Maß für diese« Umerricht l

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