Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 8 (1868)
- Issue
- 15 (8.4.1868)
- Date
- 1868-04-08
- Page
- Seite 12 (sequence 4)
- Language
- German
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12 eine Zahl von „fahrenden" Schülern in einer Tal^ mudhochschnle um sich versammelte, deren Zahl in manchen Gemeinden — Prag, Fürth, Frankfurt a. M. — oft auf niedrere Hunderte sich öelief, die meistens arm waren — wer bot ihren Alles, was sie bedurften? Nie wolst tur-te e n Solcher Mailgel leiden und die Gemeinvril freuten sich der Ehre, wenn die Zahl der Schüler ihres Führers recht groß ivar, und gaben ihnen, was sie bedririteu, Bros, Obdach und nnent acl l:d en Unterrirltr Nie durfte der' Arme fürchten, hungern >u wüssenl Und selbst in unserer Zeit, wo die Berballnissc ga»; anders gcwoiden, besiehe» -in Uiiieeisttarsstädten jüdische Vereine, die jährlich mit vielen Tausenden die arurtilStndireuden allerFacultälen nnlerstnlen. Gib s unter den Gliedern anderer Eonscsiiouen A>h:lches< Meinl wer d.r Herr B ift sser, das; die Juden nur eleu jüdische ft in der untei richten lassen, so möge er nicht oerg.ss n, das; nur in .Ausnalnnsfällen Vas 3>»nir:h.:; rer EHüften wichen ist und hier Vieclaatsgcietze. doetdie n > cht jidiscl'c Intoleranz daii-r sorgen 5N mi sse:: ''aubie, d. ft Eh itten nicht in jüdische Schulen kchiliurn, ch>i liche ftiudcr n cht von jüdischen Lehrern un eni.met weroen. Mö nch clnistiiche. Kinder'zur Anfnhhuie in j :d >che Schulen m loeten, — wie z. P. in 'Fignksurt a, Ä. an der dortigen i-r. Realschule, so Tanne Te.Tfnit noch eine'fr eie... keine vrenftische E adl :n.e. —- da wurdensie mn' aller Ixreundlichkeit ausgenow .'ü. tnebrangt h it ninn wohl die christlichen ftnder >u.l>r :>l die jud >che. Schule, denn in an durste hie: k-.i'.-ui-sirenlht.-u i'er voiänsfetzcn, wie leider „au- Vc:,.>e' s" »i.tl i unser versichert wnden kann. Uild wenn di» ö »den';nvo:d.-rst für ihr: jüdlschenSiudirende S n e.e iragu, w. mar ihnen das schon nm deswillen Nicht rer.rgl' wer».-ns 'weil — eben dieStipe..e- : und andere. Mittel, mel.lie den bedürftigen chriftli-chen Ltudirendcn v'ft n sichen, de» jüd.schen zumeist vcr>. : ble.be». Tae ibi' ft .s>en der -.rbeinsche'-B'ätter"enthält einen j sehr aft r.u d ri olrew Ged lrm, d nt -vir unsere Zustim mnngene- - ü-> ne:innen müsseu,!Nid dem w rh-er gerade ans Aeytnn.r vor d:2t lwhe!i Slä: dvi nkt, l en diese Blatter kinnehinea i-.nd weit w:r i i;n.o.i, ogiichtN Tinnen mit denke, bcn iib.r. instimm n. wid isprecken. Es ist da die Rede davon, dss es „abnor-n, sei» dost unjernd utsche:: Kinderii dei -'reg niv rt ver-viere d jnd.fche oiieu al.sche Poesie und Ger iclie res Alieril üms als G>ist>'s»aliiung geboten ur,d. „Al Israel kailn stolz d.rauf sein, daß es die Geister der Sehne unseres BoikS noch immer vorwiegend mit Nahrung, ju ve>sorgen berufen ist, wahrend m >n hie, u-.ehr als reichlichen Gabe» des deulftlen G ist's links liegen lärt. Lnbe» und die Leipziger haben Rcctit. Im nächsten Iah-hundert w rd man staunen über d.n pädagogischen Unverstand der Gegenwärt, die leider ihre jüdischen Erzväter beibehalten u. die sonstigen Gestalten der israelitischen Dichtung und Geschichte als höchste Tngenddelden auch ferner vor« fuhren wird. Indessen: Tie Wahrheit macht in allen Dingen frei, nenn auch oft recht langsam." Wir glauben, es spricht sich hierin doch ein Borurtheil aus. Tie B.bel ist das Buch der Welt; die jüdische Geschichte ist die Grundlage des EhriftcnthumS. Ohne Judenlhnm gäbe es kein Ebristentynm, ohne die jüdische Geschichte bleibt die christlich«: unverständliche Ja, ohne die jüdische Moral, ohne die Tugend und S ttiichkeit, die-dem jüdischen Stamm entsprossen, auf dem weltumschattcnden Baum des Ehristenthunis vervflan t worden, lägen die Deutschen vielleicht »och auf ihrer Bärenlstlut, uild herrschte in Germanien noch Wodin und Hertha und mit ihnen geistige Finsterniß und Barbaren Die jüdische Urg« schichte, wie sie in der Bibel anfgesiibrt wird, mag thcilwei'e Dichtung sein. Aber sie ist jedenfalls eilte bisher unübertioffene Dichtung; ne zeigt das menschliche Leben in seinen Anfängen, in den Aeußerungen seiner Einfachheit, Natürlichkeit und Friedlichk-ut; keine Geschichte aus der Urzeit des d«fi:t>cheii Bolkes und leine Tichlung ans al:er oder näuer Zeit vermag das kindliche Geinüth so;u fesseln, li^gt d;m'elben so nahe, zeichnet das Menschenleben so wahr und r-in,'ist für das Kind so versa,idlich, wies die Geschichte von Abrecha:», Jia:c, Jacob und Josephs Und wrums Ganz einfach, darum, weil die Uranfänge de isralitischen Bolkes das Urbild des Mensche,libnins sich a n s d e r F a m i l: c heraus etil wickeln hassen, weil die nfu'ji Geschichten Fanitlieugesehicht e>l si-id, und dem .«Und natirrgeniäsi die Familie räber liest, als das Bvl k! Schon aus diesem Grunde musste die jüdische Urgeschichte — die in solcher einfachen und-hoch ''o erhabenen Weise „votriarchalische" Grstalwn zeichmt, die F l risch und Blut sind — uhübeitroffen und une;schlich sein. Wo wollten die deutschen Pädagogen deil G e s ch i ch t. w: lerricht beginnen? Schon die ersten deutsche» Kampfe—Herrinan-'. — coniiplicirte Bolksgeschi lstut und die Tugenden dieser Mäiiit.r — Freihcitsgluth und Tapferkeit — Tnaenren, die dem Kinde sehr ferne liegen, demselben > fast unbegriiflich sind. Auch die andern Züge aus ' dem alt«n 4wir möchten fast sagen, vorgeschichtlichen — Leben der Denlschen sind ihrer ganzen Mtur nach dem k l e i n e n K i n d e unverständlicher und ferner liegeifd, als die P«atriarchengeschichte! Und nun die Dichtunaen „der.?«ib.lnngc-nhort" oder dgl. mehr. Däs Heine Kind von 6—10 Jahren kann daran ebensowenig Gefallen finden oder daraus ebensowenig klug werden, als aus den Geschichten und Dichtungen der Römer und Griechen, aus Homers Odyfee n. Jliade, selbst in der Form, wie sie Ferd. Schmidt für die deutsche Jugend bearbeitet hat. Oder sollte das Kind sich er-